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Soma White: Soma White (Review)

Artist:

Soma White

Soma White: Soma White
Album:

Soma White

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 69:15
Erschienen: 19.07.2013
Website: [Link]

Dieses Debüt stammt aus Polen und kommt im ausgefallenen Digibook daher, welches darauf hinzudeuten scheint, dass man es bei SOMA WHITE nicht mit der üblichen Prog-Geschichte aus unserem Nachbarland zu tun hat. Die Szene dort ist schließlich recht rege, die Originalität jedoch bleibt auf der Strecke. Nicht so hier.

PINK FLOYDs Toningenieur Andy Jackson gibt sich bestimmt nicht für jedermann her, auch wenn die Kohle stimmt, und wird den außergewöhnlichen Klanglandschaften dieses Sextetts gerecht. SOMA WHITE geben von Beginn an ein eigenständiges Bild ab, sei es mit fließend vom Wirbelsturm in sachte perlende Passagen übergehenden Gitarrenlinien oder zuvorderst dem spröden Gesang von Hania Zmuda. Sie mag das Aushängeschild der Combo sein, doch in gleicher Weise hinterlassen die Keyboards als Drahtzieher zwischen den Melodie stiftenden Elementen und der Rolle des atmosphärischen Schwurblers einen originellen Fingerabdruck, allen Stücken voran im ruppigen "On The Shore" und während der Weltraum-Abfahrt "A Day To Overcome", wo es spannend fiept und zischt, aber auch im betörenden Piano-Finale "Respect", einem wahrhaftig schönen "Tribute To Nature".

Eklektisch wirkt "Soma White" dennoch nicht; es lässt sich ohne weiteres als Neo-Prog-Scheibe bezeichnen. Die Strukturen der Songs sind zwanglos auf Länge ausgerichtet, welche dann auch gerechtfertigt erscheint. "The Mind Parasite" trägt als Einführung über neun Minuten hinweg eine fiebrige Stimmung nach außen, die wiederholt und vor allem zum Ende hin aufgelöst wird, nicht zuletzt durch den versöhnlichen Refrain. Mit dem leicht elektronischen pochenden "Pure Nonsense" lassen SOMA WHITE an die neueren MARILLION denken und reichen einen kompakten Tipp zum Anspielen ein, dessen gesäuselter Kehrvers für die Gruppe einnimmt und eine cineastische Anmutung birgt. Daneben bietet sich "Re-Hope" zur Einfühlung mit den Polen an, das locker poppig aus der Hüfte zielt und mit wenig Gesang eingängig bleibt.

Der Film, den die Band am geistigen Auge vorüberziehen lässt, ist dringlicher Natur, ein künstlerisches Anliegen mit dennoch klar ersichtlicher Handlung auch für Freunde schlicht gepflegter Unterhaltung. Selbst das 14-minütige Kernstück "Better Reality" und das in der ersten Hälfte quasi nur wabernde "Grateful" warten zwar mit einigen geräuschhaften Passagen und Stimmsamples auf, sind am Ende aber dennoch auf den Gesang und Hooks ausgerichtet, falls es die saftigen Gitarren allein nicht für den Hörer richten sollten. Als harmonisch verträglichstes Stück geht "Travel Story" durch, wo die Frontfrau tatsächlich Charme versprüht wie Anneke van Giersbergen, gleichzeitig da es instrumental trippig schmatzend zugeht - ein Aufbruch des Klangkorsetts, welcher der Platte sehr gut tut und sie noch bunter macht.

FAZIT: Mit SOMA WHITE geht eine der originellsten Prog-Truppen Polens an die Startlinie und überzeugt vor allem als Einheit. Die Instrumentalisten kehren Eigensinn hervor, und die Leadstimme behält sich vor, erfreulich störrisch wie einfühlsam zu intomieren, was vor dem Hintergrund ausgezeichneter Kompositionen, die das Hirn zum Denken wie Schwelgen anregen, zu einem spannend intensiven Unterfangen wird. Assoziationskette? Späte THE PROVENANCE oder MADDER MORTEM mit offenerer Anlage und nicht so stark vom Metal geprägter Sozialisierung.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 2884x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • The Mind Parasite
  • Pure Nonsense
  • On The Shore
  • Better Reality
  • A Day To Overcome
  • Travel Story
  • Re-Hope
  • Grateful
  • Respect - A Tribute To Nature

Besetzung:

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