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The Custodian: Necessary Wasted Time (Review)

Artist:

The Custodian

The Custodian: Necessary Wasted Time
Album:

Necessary Wasted Time

Medium: CD
Stil:

Sophisticated Art Rock

Label: The Laser’s Edge/Alive
Spieldauer: 49:29
Erschienen: 05.07.2013
Website: [Link]

Dass Richard Thomson (und nicht, was in viel zu vielen Rezensionen zu lesen ist, „Thompson“ wie die Folkrock-Legende) Sänger der Progressive-Death-Metal-Combo (mit der Betonung auf „Progressiv“) XERATH ist, erschließt sich beim Anhören von „Necessary Wasted Time“ nicht unbedingt. Doch die reichlich vorhandene, verhaltene Traurigkeit findet sich auch bei XERATH manchmal wieder. Gut, nicht beim Gesang, gegrowlt und geschrien wird auf THE CUSTODIANs Debüt nie. Thomson singt zurückhaltend, gepflegt, manchmal ein wenig (absichtlich) neben der Spur, fast als würde er Grunge-Balladen intonieren. Da das Album weit ausholende Instrumentalteile besitzt, dürfte es sogar Hörern gefallen, die Thomsons Art des Singens nicht so prickelnd finden.

Necessary Wasted Time” ist kein Werk für eine Nacht. Unspektakulär auf’s erste Hören, entwickelt es seine Stärken erst in der häufigeren Wiederholung. Keine orgiastischen Hymnen, Soundwälle, komplexen Orgien auf der Metaebene oder Refrains zum Niederknien. Die Musik fließt entspannt vor sich hin, zu entspannt vermutlich für Liebhaber von Hektik und Dissonanz, bricht sich in kleinen Wellen, entwickelt Ideen, verwirft sie wieder, greift neue auf, um sich erneut dem Vorhergegangenen zuzuwenden. Lässiger Jazz, ein bisschen Folk und ganz viel wohltemperierter Art Rock, wobei der Rock schon ziemlich „sophisticated“ daherkommt. Neben der E-Gitarre bekommt die Akustische auch ihre Zeiten und gefällt. Die Keyboardarbeit findet meist im Hintergrund statt, weiß aber hervorragend Akzente zu setzen. Sänger und Multiinstumentalist Thomson erledigt seinen part als Trommler (und Programmierer) ohne störend aufzufallen, Michael Pitman am Bass ist präsent, aber unaufdringlich.

Überladenheit ist der Musik des CUSTODIANs fremd, es wird ökonomisch und mit einer gepflegten Mischung aus Technik (Klangverfremdungen etc.) und Gefühl gearbeitet. Die seltenen härteren Momente passen sich an und ein, werden niemals brachial. Leichte Ähnlichkeiten zum Wilson/Åkerfeldt-Projekt STORM CORROSION lassen sich finden, doch bleibt „Necessary Wasted Time” kantiger, rauer und erdverbundener.

FAZIT: Keine Explosionen am Firmament, stattdessen ein intelligentes Spiel mit Wellenformen und kleinen Brechungen. Nahezu in Perfektion vorgeführt im zweitlängsten Track des Albums „Things We Tell Ourselves“. Gebt dem Album ein paar Durchläufe, dann zündet es. Mit Feuer, Pfeife, Stanwell.
Falls das keiner mehr kennt: Im Kaminzimmer in Ruhe genießen.

Jochen König (Info) (Review 1821x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • The Man Out of Time
  • Stop Talking
  • Other People’s Lives
  • Persona
  • Things We Tell Ourselves
  • Departure
  • The Sun Is God
  • Necessary Wasted Time

Besetzung:

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