Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

ETOX: Oriana (Review)

Artist:

ETOX

ETOX: Oriana
Album:

Oriana

Medium: CD
Stil:

Instrumentales Traumtheater des Progs

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 54:53
Erschienen: 24.09.2013
Website: [Link]

Manchmal sind die Zeiten noch nicht reif für den richtigen Start, weil immer wieder irgendein verflixtes Detail nicht stimmt und der Beginn von etwas Großem abrupt ausgebremst wird. ETOX, eine junge bayrische Prog-Metal-Band, kann wortwörtlich ein Lied davon singen, selbst wenn sie auf ihrem zweiten Album rein instrumental bleiben.

2009 gegründet und mit dem Debüt „Deepwater Rising“ 2011 die progressive Metal-Welt positiv überrascht, schlägt plötzlich das Schicksal erbarmungslos zu. Der damalige Sänger erkrankt schwer und steigt aus. So wird aus der Not eine Tugend und aus dem gesungenen Debüt mit „Oriana“ 2013 ein reines Instrumental-Album rausgehauen, das musikalisch locker and die Qualität des Vorgängers anknüpft und sogar noch überbietet, aber eben ohne Gesang ist. Eigentlich ein optimistischer Blick in die Zukunft, der Ende 2013 mal wieder begraben wird: die Band löst sich, weil auch in ihrem persönlichen Umfeld nicht alles reibungslos läuft, auf. Ein Scheißgefühl! Muss es gewesen sein, denn wer „Oriana“ hört und die Qualität dieses Albums genießt, der wird sich denken: „Hey, nach so ´ner Scheibe können die Jungs doch nicht einfach Schluss machen!“
Wahrscheinlich haben drei der vier musikalischen Bayern ähnlich gedacht und stiegen 2014 mit neuem Drummer wie Phoenix aus der Asche, um endlich wieder den instrumentalen Prog-Metal mit ihrer Musik zu bereichern. Ihre Mission: „Musik der Musik wegen machen!“ - also endlich alles Andere, was dem im Wege steht, außen vor lassen. Und zu dieser Mission gehört natürlich auch, ihr derzeit aktuelles Album „Oriana“ wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und auf die Konzertbühnen zu rücken!

Ein klassisch anmutender Beginn, der sogar deutliche Gothic-Züge in sich trägt, entwickelt sich mit einem Schlag zu einem Prog-Metal-Gewitter, das stürmisch mit Gitarren-Blitz und Trommel-Donner um sich feuert! „Oriana“ klingt wie die metallische Ausgeburt der Hölle, die sich manchmal in zart-akustische Himmelsgefilde zu erheben versucht. Gefilde, die manchmal etwas stärker musikalisch ausgebaut werden sollten, um ein ausgewogeneres Maß zwischen brachialer Härte und traumwandlerischer Schönheit, wie ganz besonders in „Meshed Mélange“, zu entfalten.

Unverkennbare Vorbilder sind neben DREAM THEATER auch TOOL oder MARS VOLTA, denen in angenehmer, aber nicht plagiativer Weise gehuldigt wird - auch wenn sich der eine oder andere Riff mal wiederholt und „Oriana“ in der Mitte des Albums ein wenig abflacht, aber wohl nur, um auf den finalen Höhepunkt hinzusteuern - den dritten und vierten Teil der „Aeonical“-Suite, die sogar anfangs etwas Ethno und Weltmusik in sich vereint, um natürlich das Finale mit einem infernalischen Metal-Ausbruch zu eröffnen.

Druckvoll geht‘s zur Sache - das ist oberste Voraussetzung.
Fast zarte Musiktupfer dürfen auch nicht fehlen, um für überraschende Stimmungswechsel zu sorgen, die dann aber schnell wieder von wuchtigen Gitarrenbreitseiten davongeblasen werden. Dabei tauchen leider auch ein paar Momente auf, die sich in zu oft wiederholter, voraussehbarer Härte erschöpfen und bei denen etwas zeitiger das Überdruckventil geöffnet werden müsste. „Oriana“ entfacht keine lauen Winde, sondern einen musikalischen Sturm, in dem man sich treiben lässt, bis einem die Trommelfelle um die Ohren fliegen.

FAZIT: „And the sun will rise / Dawn will break through the blackest night.“ Dieses Zitat von Robert Flynn schmückt das Cover des „Oriana“-Albums - Zeit für Sonnenaufgänge statt finsterster Nächte. Das gilt natürlich auch für den instrumentalen Progressive Metal von ETOX, dem es an nichts fehlt - schon gar nicht an einem Sänger, selbst wenn die eine oder andere Musik-Idee noch etwas mutiger ausgebaut werden könnte!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 3024x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Prelude
  • Spicy
  • Carnival Of Delusion
  • Rayman
  • Meshed Mélange
  • Aeonical Pt. IV - Panegyric
  • Aeonical Pt. V - Resurrection

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Wer anderen eine ___ gräbt, fällt selbst hinein.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!