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P.O.D.: SoCal Sessions (Review)

Artist:

P.O.D.

P.O.D.: SoCal Sessions
Album:

SoCal Sessions

Medium: CD
Stil:

Akustik / Eigencover / Rock / Reggae

Label: T-Boy Records
Spieldauer: 49:15
Erschienen: 21.11.2014
Website: [Link]

Es gibt sicher Überraschenderes als ein Akustikalbum von P.O.D. In der Hinterlassenschaft der Kalifornier ist bereits eine beachtliche Menge Balladeskes zu finden, also lassen die stromsparenden „SoCal Sessions“ nicht unbedingt den Sensationssensor aufglühen.

Gut so! Denn was man von Sandoval & Co. wohl eher nicht braucht, sind irgendwelche schrägen Experimente mit Orchestern oder hundertköpfigen Kinderchören. Stattdessen gibt es Entschlackung und Intimität. Das zwölfteilige Set variiert wenig, kürzt die Arrangements der Stücke auf den Kern herunter und erzeugt so einen angenehmen Live-Effekt mit Spontaneität, Exklusivität und allen Vorzügen, die damit sonst noch verbunden sind.

Die zwölf Neueinspielungen bekannter Stücke legen den Fokus auf die letzten beiden Alben („Murdered Love“ ist mit vier Songs vertreten, „When Angels And Serpents Dance“ mit drei). Die Auswahl legt es dabei keineswegs auf die härtesten oder rockigsten Kompositionen an (eine Akustikversion eines Titels wie „Boom“ hätte sicherlich ihren Reiz), sondern eher auf jene, die man in Gedanken trotz elektrischer Gitarren ohnehin bereits ins Fach für Sanftes eingeordnet hatte. Die Reggae-Anteile werden sogar kaum angerührt, was sie neben den akustischen Gitarren deutlicher herausstechen lässt als in Nachbarschaft zur E-Gitarre und letztlich zu einer der Haupteigenschaften des Albums machen.

Das Understatement lässt sich deutlich aus den Kompositionen herauslesen; so singt Sandoval den Refrain von „Alive“ gleich eine Oktave tiefer als im Original. Ganz nackt stehen die Songs dann aber auch nicht da; Schlagzeug oder wenigstens Percussion sind durchweg vertreten, der Bass füllt sämtliche Tiefen und die Produktion fällt transparent, aber voluminös aus.

Dabei machen die Bandklassiker immer noch die meiste Freude; neben dem erwähnten „Alive“ sticht natürlich „Youth Of The Nation“ heraus, dessen hymnische Tragik auch dreizehn Jahre nach Entstehung in anderem Gewand noch wirkt, zumal sich die Tribal Drums und der nachhallende Klang der Gitarre hervorragend für eine Akustikvariante eignen. Gleiches gilt für die „When Angels And Serpents Dance“-Balladen „No Ordinary Love Song“ und „It Can’t Rain Everyday“, in denen die etwas ausgefalleneren Gesangslinien gut zur Geltung kommen. Dass die in der Überzahl befindlichen neueren Kompositionen nicht mehr die gleiche Qualität erreichen wie jene aus den Spätneunzigern / Früh-00ern, ist ein Umstand, der glücklicherweise durch das Konzept der Platte abgemildert wird.

FAZIT: Hardcore-Punk-Wurzeln weggekürzt – trotzdem noch hundert Prozent P.O.D. Die „SoCal Sessions“ bieten keine neue Sichtweise auf die Musik der Alternative Rocker, weil ihren Songs immer schon die akustische Essenz zugrunde lag, die hier gezielt herausgearbeitet wird. Über die Songauswahl kann man sich streiten, weil nicht unbedingt die wichtigsten oder besten Momente aus über 20 Jahren ausgewählt wurden; andererseits unterstreicht das noch das Gefühl, dass hier eben gespielt wird, worauf man gerade Bock hatte.

Sascha Ganser (Info) (Review 1959x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Panic + Run
  • Will You
  • Youth Of The Nation
  • No Ordinary Love Song
  • Strength Of My Life
  • Alive
  • Higher
  • It Can't Rain Everyday
  • Lost In Forever
  • I'll Be Ready
  • Beautiful
  • Set Your Eyes To Zion

Besetzung:

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