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Broekhuis, Keller & Schönwälder: Green (Review)

Artist:

Broekhuis, Keller & Schönwälder

Broekhuis, Keller & Schönwälder: Green
Album:

Green

Medium: CD
Stil:

Elektronische Musik +

Label: Manikin Records
Spieldauer: 75:31
Erschienen: 06.06.2015
Website: [Link]

Es grünt so grün, wenn in Repelen die Blüten blühen. Nein, da grünt nichts, wenn BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER in der Dorfkirche des Ortes auftreten, denn es herrscht Winter. Obwohl 2015 aus der ehemaligen Neujahrsveranstaltung ein Frühlingsgruß geworden ist, traten die Musiker und ihre Dauergäste Thomas Kagermann und Raughi Ebert doch am 13. Und 14. März auf. Insofern passt „Green“ wunderbar ins thematische Konzept. Der fünfte Farbtupfer, wenn man die vierzigminütige Überleitung „Direction Green“ aus dem letzten Herbst mitzählt.

Green“ ist Fortsetzung der kleinen elektroakustischen Farbenlehre des deutsch-niederländischen Trios sowie Statusmeldung zum aktuellen Live-Geschehen im feinen, kleinen Repelen. Dort wurden die vier Stücke während der Proben und zweier Konzerte aufgenommen. Wieder mit traumhaft warmem, klarem Kirchen-Klang, sauber gemastert von Frank Rothe, dem Partner Mario Schönwälders beim exzellenten FILTER-KAFFEE.

Musikalisch zeigen sich BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER erneut als stil- und flugsichere Piloten für elektronische Klangreisen. Nicht nur, was die Erzeugung meditativer, spaciger Sounds angeht, die sich, mit und ohne Sequencer, flächig und pulsierend ausbreiten, sondern auch durch den geschickten Einsatz Bas Broekhuis‘ an Drums und Percussions. Was zusätzlich zur oszillierenden Atmosphäre für den nötigen Drive sorgt. Kagermanns Violine und Gitarrist Ebert sorgen ebenfalls für eine stimmungsvolle Auflockerung der elektronisch erzeugten Beschallung, wenn auch nur beim zehnminütigen „Green Three“.

Mit der kurzen Überleitung zum konsequenterweise folgenden „Yellow“-Album schlagen BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER einen kleinen musikalischen Haken; verweist der Einsatz eines simulierten Saxophons doch auf die Hoch-Zeit des IC-Labels Ende der 80er, Anfang der 90er, ein wenig weg von KLAUS SCHULZE und TANGERINE DREAM, hin zu einer Phase als SOFTWARE, MIND OVER MATTER, QUIET FORCE und andere mit smoothem, kontemplativem Jazz flirteten. Da wohl kaum die Gefahr besteht, beim synthetischen Muzak zu landen, dürfte der kommende Trip zum König in Gelb wieder ein spannender werden.

FAZIT: “It’s Not Easy Being Green”, wer weiß das besser als Kermit? BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER lassen es aber leicht aussehen. Frühlingserwachen, schwärmen und hinausströmen in die Welt, den richtigen Rhythmus in Gepäck und Gedächtnis. „O edles Grün, das wurzelt in der Sonne und leuchtet in klarer Heiterkeit, im Rund des kreisenden Rades, das die Herrlichkeit des Irdischen nicht erfaßt: Umarmt von der Herzkraft himmlischer Geheimnisse rötest du wie das Morgenlicht und flammst wie der Sonne Glut. Du Grün […]“, fällt Hildegard von Bingen in den Chorus ein und hat angesichts der Kirchen-Performance natürlich Recht. Eine Heilige als Kommentatorin hatten wir noch nicht. Aber wenn’s so schön passt.

Also, wir wissen zwar nicht, was Sie so hören, aber Hildegard von Bingen mag „Green“. Wir auch.
Hoher Standard, solides Werk. BROEKHUIS, KELLER & SCHÖNWÄLDER sind wahre MCs.
Und am 11.03 oder 12.03.2016 sehen wir uns alle in der Dorfkirche von Repelen wieder – in Gelb.

Jochen König (Info) (Review 4262x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Green One
  • Green Two
  • Green Three
  • Green Four
  • Yellow is not Green

Besetzung:

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