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Diablo Blvd.: Follow The Deadlights (Review)

Artist:

Diablo Blvd.

Diablo Blvd.: Follow The Deadlights
Album:

Follow The Deadlights

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Alternative Metal/Hard Rock mit Pop-Appeal

Label: Nuclear Blast
Spieldauer: 46:56
Erschienen: 23.01.2015
Website: [Link]

Ohne Zweifel, das abgelaufene Jahr war für DIABLO BLVD ein ziemlich gutes. In ihrem Heimatland Belgien haben sie sich schon vorher einen Namen gemacht, 2014 gab es dann endlich die ersten größeren Gigs außerhalb der Benelux-Staaten. Dass Nuclear Blast erst neun Jahre nach Gründung der Band zuschlägt und 2015 statt 2014 zum Durchbruchsjahr für die Belgier machen will, hat aber seine Gründe.

An der Musik kann es freilich nicht liegen, denn schon auf dem Debüt "The Greater God" aus dem Jahr 2009 wurde das zelebriert, was auf "Follow The Deadlights" in verfeinerter Form dargeboten wird: ein bunter Genremix aus u.a. Stoner Metal, Heavy Metal und Hard Rock mit ausnahmsweise mal angenehmem Radiopotenzial. Vielmehr liegt die Verzögerung an Frontmann Alex Agnew, der zu den bekanntesten Stand-Up-Comedians Belgiens zählt, sich aber Ende 2013 von der Comedy-Bühne verabschiedete. Wer das 1x1 des Showbusinesses beherrscht, der kommt schnell darauf DIABLO BLVD in die Gleichung miteinzubeziehen.

Bei der Recherche ergibt sich dann relativ schnell, dass "Follow The Deadlights" schon im Mai 2014 veröffentlicht wurde, allerdings über Sony und nur in den Benelux-Staaten. Logisch, denn hier ist die Band bekannt und konnte so ein paar Sommergigs einheimsen. Der weltweite Deal mit Nuclear Blast soll DIABLO BLVD jedoch auf ein ganz anderes Level hieven. Dementsprechend verzichtete man in Donzdorf auf einen überhasteten Release, sparte sich den traditionell schwachen Winter und platzierte "Follow The Deadlights" am Jahresbeginn. So könnte es das Album auf mehrere Jahresendlisten schaffen und die Band attraktive Tourneen und Festivalgigs an Land ziehen. Und der Plan könnte durchaus aufgehen.

Nicht geplant war der Supportslot für MACHINE HEAD Ende 2014 quer durch Europa, als man kurzfristig Ersatz für DEVIL YOU KNOW auftreiben musste. Im Moment ist das Fünfergespann mit EPICA und DRAGONFORCE unterwegs, weitere Touraktivitäten werden sicher folgen. Sie machen es den Bookern aber auch einfach, denn mit ihrem eingängigen Metalsound passen sie überall dahin, wo Radio nicht per se mit Müll gleichgesetzt wird.

Auf dem neuen, modern und fett produzierten Album reiht sich Hook an Hook und Refrain an Refrain, doch verlieren DIABLO BLVD dabei nicht den Song an sich aus den Augen. ‚Beyond The Veil‘ ist beispielsweise ein gekonnter Einstieg mit einführendem Schlagzeugspiel und Akustik-Gitarren-Klängen als willkommener Kontrast zu den poppigen Strophen und Refrains. Auch ‚Rise Like Lions‘ zeigt den qualitativen Unterschied zu den meisten US-Radio-Metal-Kombos: eingängiger Rock bzw. Metal bekommt immer wieder frische und clevere Elemente an die Seite gestellt (z.B. hier mit Stimmungswechsel im Refrain und genug Platz für musikalische Ausflüge) und hört sich dabei auch noch an wie aus einem Guss.

Nicht ganz so eingängig ist ‚Get Up 9‘ geraten, live aber durch das angezogene Tempo und den etwas größeren Härtegrad sicher eine nette Abwechslung. Danach gibt es den richtig guten Titelsong, der nicht nur durch das Bassintro und die Stimme von Alex Agnew an TYPE O NEGATIVE erinnert. Der bombastische Refrain und der gruselige Mittelteil hätte auch Pete Steele und seinen Mannen gut gestanden, doch auch DIABLO BLVD wird aufgrund ihrer morbiden Texte das Radio verwehrt bleiben. Noch…

Auch wenn ‚Son Of Cain‘ im Vergleich nicht ganz so gut geworden ist, ergibt die Auskopplung des Songs Sinn. Eingängigkeit ist abermals das Stichwort, wobei die Belgier das Ganze seriöser anpacken als ihre dänischen Kollegen von VOLBEAT zuletzt. Keine peinliche Anbiederung, kein belangloser Radiorock, sondern gut gemachter, harter Rock mit Popappeal. ‚We Are Legion‘ lädt zum Singen ein, verzichtet aber auf jede Form von Mitsingsspielchen in Form von „Wooohs“ und „Heys“. Hier erinnert Herr Agnew etwas mehr an SHINEDOWN-Sänger Brent Smith, ist aber viel mehr als eine bloße Kopie.
Hatte ich gerade VOLBEAT erwähnt? ‚Fear Is For The Enemy‘ zeigt eindrucksvoll, wie die Dänen heute klingen könnten, hätten sie sich weiter am Metal der Anfangstage orientiert. Grooviger Metal mit Rockschlagseite trifft auf einen weiteren starken Refrain und schafft ein weiteres Mal den gewagten Spagat. Ganze Melodiebögen leihen sich DIABLO BLVD von VOLBEAT im abschließenden ‚Inhuman‘, das nicht ganz so spannend ist, aber zumindest zwischenzeitlich ein wenig Härte ins Spiel bringt.

‚Peace Won By War‘ und ‚End Of Time‘ sind ebenfalls gute Songs, zeigen aber, dass für DIABLO BLVD noch Luft nach oben ist. Manche Teilstücke überzeugen dann doch nicht voll und ganz, der ein oder andere Song hätte noch zwingender auf das Wesentliche beschnitten werden können. Vor allem aber fehlt der große Hit, der dem Quintett für die ganz großen Aufgaben qualifiziert. Trotzdem ist „Follow The Deadlights“ ein klasse Majorlabel-Debüt, das den Weg in diese Richtung ebnet.

FAZIT: Endlich gibt es wieder eine Band, die harte Musik und Radiopotenzial seriös zusammenbringt. DIABLO BLVD versuchen sich an der Formel, die vielen US-Bands Millionen, aber auch durch die Bank schlechte Kritiken einbringt, verfügen jedoch über das nötige musikalische Können, um ihre Halbwertszeit deutlich zu erhöhen. Neben zahlreichen Ohrwurmmomenten gibt es auch genügend Ideen, die von Fachverstand zeugen. Zwar kann nicht jeder Song restlos überzeugen und der ganz große Hit fehlt, trotzdem könnte die Band um Alex Agnew den Weg beschreiten, den VOLBEAT geebnet haben. Aber bitte nur, wenn die Belgier sich treu bleiben und auf die Anbiederungen verzichten, die die Dänen sich schon geleistet haben.

Norman R. (Info) (Review 2385x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Beyond The Veil
  • Rise Like Lions
  • Get Up 9
  • Follow The Deadlights
  • Son Of Cain
  • We Are Legion
  • Fear Is For The Enemy
  • Peace Won By War
  • End Of Time
  • Inhuman

Besetzung:

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