Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Dice: Son.Sister.Sun (Review)

Artist:

Dice

Dice: Son.Sister.Sun
Album:

Son.Sister.Sun

Medium: CD
Stil:

Cosmic-Prog

Label: Scene Records
Spieldauer: 60:00
Erschienen: 06.07.2015
Website: [Link]

Hinter der Leipziger Band DICE muss sich ein Geheimnis verbergen, dem man erst einmal auf den Grund kommen muss und das in etwa so lautet:
„Wie ist es möglich, seit über 40 Jahren sowie 21 Alben zu bestehen und konsequent dermaßen mittelmäßigen Prog-Rock zu fabrizieren, der selbst vor größten Peinlichkeiten nicht halt macht?“

Hier nun der Versuch, diesem Geheimnis mithilfe ihres neusten Albums „Son.Sister.Sun“ auf besagten Grund zu gehen.

1974 gründete der komponierende Keyboarder, Bassist und (leider auch) Sänger CHRISTIAN NÓVÉ, der auf seinem neusten Album sogar seinen zusätzlichen zweiten, auf seine ungarische Herkunft hinweisenden Namen DEZSÖ, erstmals mit nennt (Angeblich um damit ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit und Pegida zu setzen!), in Gütersloh die Band DICE, die seit 1994 in der Völkerschlacht-Denkmal-Stadt Leipzig musiziert bzw. lebt. Ab dem 5. Album gehört zum Line-Up der aus Iowa stammende Dichter DENNIS LEE SMALL, welcher die konsequent auf kosmischen Themen basierenden Texte beisteuert, fest dazu. Auf dem aktuellen Album geht es um „thoughts and dreams that all start and end with the Sun, that we are all children of the Earth and that the Sun is our Mother“. Konsequent progressiver Lyrik-Stoff eben, dem es nicht an der gehörigen Portion Weltfremdheit mangelt, während er sich durch kosmische Universen wie Captain Kirk auf seiner Enterprise bewegt und der Vulkanier Spock seine spitzen Ohren garantiert nicht bei der Musik von DICE „spitzt“, sondern sie ganz schnell wie ein Cocker-Spaniel hängen lässt. Denn der kosmische Dauer-Tripp, der uns eine Stunde lang aus den Boxen entgegenschlägt, klingt mitunter nicht wie von dieser Welt, sondern wie von einer anderen, die von progressiven Musikern bevölkert wird, die unbedingt neben ihrem unzweifelhaft instrumentalen Können uns auch mit ihren gesanglichen Ergüssen quälen müssen und so klangvolle Namen wie BORNEMANN, MANNING, TILLISON oder NÓVÉ tragen.

In einem Radio-Interview verweist Nóvé darauf, dass auf „Son.Sister.Sun“ die Besonderheit des Albums im ausgiebigen Einsatz einer Mundharmonika liegt, die angeblich einmalig ist. Eine Behauptung, die sich natürlich umgehend widerlegen lässt, wenn man nur an das progressive Meisterwerk „Crime Of The Century“ von SUPERTRAMP oder die großartigen frühen Alben von SBB denkt. Trotzdem erscheint die „Son.Sister.Sun“-Eröffnung durch eine Mundharmonika, die uns zwar nicht das „Lied vom Tod“ spielt, aber in den ersten Sekunden, auch angefeuert durch weltmusikalische Percussion, neugierig macht, ungewöhnlich und angenehm. Die anfängliche Neugier aber schlägt schneller als gedacht in Enttäuschung oder gar Entsetzen um, wenn CHRISTIAN NÓVÉs Gesang einsetzt, der wie eine heiser-dumpfe Variante von RICHARD SINCLAIR klingt. Überhaupt befinden sich die DICE-Söhne auf ihrem bereits 21. Album inmitten der Canterbury-CARAVAN(e) und traben dort mit ihrem CAMEL gemächlich auf Väterchen Erde durch Mütterchen Sonne. Canterbury mit einer gehörigen Portion beeindruckender Mundharmonika und schlechtem Gesang - so klingt das neuste DICE-Werk, das sich in etwa wie jedes vorherige Album immer wieder durch sehr gelungenen komplex-progressive Instrumentalpassagen und schlechten Gesang auszeichnet.

Ansonsten gibt‘s die alt gewohnten DICE-Trademarks auch auf ihrer neuen CD mit fünf Longtracks und der nunmehr bereits 18. Dreamscene zu hören. ELOY meets Flöte plus CAMEL meets Breitwandsounds plus CARAVAN holpert schwankend durch Canterbury. Ein guter Bekannter schrieb mir im Vorfeld zu diesem Album: „DICE sind unkaputtbar!“ Und er hat Recht! Prog der sich nunmehr schon seit Jahrzehnten gerade so in der 3. Liga hält, wofür auch der dumme Schreibfehler auf der Rückseite des Jewel-Cases spricht, auf dem der dem Album seinen Namen gebende Titel „Sun.Sister.Sun (Dreamscene 18)“ heißt.

FAZIT: DICE selber bezeichnen ihre Musik als Cosmic-Prog, weil eben bereits einundzwanzig Alben lang progressive Musik auf kosmische Themen trifft. Schöner wäre es, wenn auch mal nur ein Prog-Album von DICE erscheinen würde, auf dem instrumentaler Prog auf keine kosmischen Texte und vor allem keinerlei Gesang der müffelnden Duftmarke Nóvé trifft. Einen Versuch wäre es nach vierzig Jahren Band-Geschichte doch wirklich mal wert!

PS: Ohne Gesang wäre das Album glattweg drei Punkte mehr wert!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2411x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • All Things Remain The Same
  • Cosmic Force
  • The Enlarging Universe
  • Being A Whispered Wind
  • Son. Sister. Sun (Dreamscene 18)
  • Valley Of Light

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Sieben mal sieben sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!