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Filter-Kaffee: 102 (Review)

Artist:

Filter-Kaffee

Filter-Kaffee: 102
Album:

102

Medium: CD
Stil:

Electronica

Label: Manikin Records
Spieldauer: 77:32
Erschienen: 18.04.2015
Website: [Link]

Ziemlich genau vier Jahre nach ihrem ersten Output veröffentlichen Mario Schönwälder und Frank Rothe, alias FILTER-KAFFEE, ihr zweites Album unter dem Titel „102“ (genau, wie die Filtertütengröße). Doch die Tassen des Vorläufers werden nicht weitergereicht, „102“ ist unterteilt, nach guter, alter Vinyl-Tradition, in eine A- und eine B-Seite. Begonnen wird mit einem kurzen Intro, es endet mit dem passenden dreiminütigen Gegenstück. Dazwischen vier Tracks von elf bis dreiundzwanzig Minuten Länge. Es wird sich also wieder Zeit genommen, für weit geschwungene Bögen, auf- und abschwellende Sequenzer-Läufe. Kein Stillstand im leeren Raum.

War bislang eher KLAUS SCHULZE erster Orientierungspunkt für Außenstehende, klingt „102“ mehr wie eine Gedenkveranstaltung für EDGAR FROESE und TANGERINE DREAM. Zu den zweiten Hochzeiten der Berliner Elektroniker, als Rhythmen die flächigen Drones aufbrachen und einen ersten, zarten Fingerzeig Richtung Techno tätigten. Zum Epitaph wird das Album wegen seines Veröffentlichungszeitpunktes, drei Monate nach FROESES Tod, aufgenommen wurden die Stücke bereits zwischen November 2014 und Februar dieses Jahres.

Klar sollte ebenfalls sein, dass das Werk eines der gleichgesinnten Anerkennung ist, keine bloße Reproduktion bekannter Muster. Wenn man von der ersten, ziemlich bekannt vorkommenden Sekunden absieht. Ein gleichzeitig pulsierender und wehmütiger Einstieg. Erinnerung an eine verdammt gute elektronische Musik-Zeit. „Dominion“ trifft „Das Mädchen auf der Treppe“ (basierend auf „White Eagle“). Letzteres als Single 1982 immerhin fünfzehn Wochen in den deutschen Charts, höchste Platzierung Rang 13. So was ging.

Doch jetzt schreiben wir das Jahr 2015 und ganz egal ob Espresso Caramel, Chai Tea Latte, Cappuccino Light oder Café Au lait gerade hip ist, FILTER-KAFFEE ist ein Dauerbrenner, geht immer. Auch und besonders in musikalischer Form. Die Sequenzer laufen zur Hochform auf, Dynamik in Wellenlinien, nie kalt und seelenlos, getragen von der Lust an hypnotischen Bewegungsmustern, abgelöst von Momenten des Schwebens, Verweilens. Zwischen sinnlicher Ruhe, Abwarten, Chillen in der Tardis und jenem Gefühl wohlig-schleichenden Grusels angesichts dessen, was in der „Darkshiftt“ verborgen sein könnte. Wovon elektrische Schafe träumen. Androiden mit Seele?

FAZIT: Kaum einer vertritt die Berliner Schule mit so viel Genuss- und Abwechslungsreichtum wie Mario Schönwälder in seinen unterschiedlichen Partnerschaften. Da ist immer etwas Sehnsüchtiges, Träumerisches aber auch Energetisches. Der Wunsch, dem Digitalen die analoge Seele zu entlocken. Gelingt auf „102“ hervorragend und ist zudem ein unaffektiertes, bewegendes und bewegtes Memorial für Edgar Froese.

Jochen König (Info) (Review 3857x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Intro
  • Rubyred
  • Sequence A
  • Six-Eight Time
  • Darkshift
  • Outro

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • 101 (2011) - 11/15 Punkten
  • 102 (2015) - 12/15 Punkten
  • 104 (2019) - 12/15 Punkten
  • 105 (2021) - 11/15 Punkten
Interviews:
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