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Ron Sexsmith: Carousel One (Review)

Artist:

Ron Sexsmith

Ron Sexsmith: Carousel One
Album:

Carousel One

Medium: CD/Download
Stil:

Einschläfernder Singer-Songwriter-Pop und ermüdender Blues

Label: Cooking Vinyl / Indigo
Spieldauer: 51:20
Erschienen: 27.04.2015
Website: [Link]

Das nunmehr 14. Album des Dauertrauerkloßes RON SEXSMITH erscheint mit einem Cover, auf dem der ewige Melancholiker doch tatsächlich ein leichtes, offensichtlich gezwungenes Lächeln zur Schau trägt. Doch auch ein überraschendes Lächeln macht noch lange kein Sexsmith-Album aus, das über die selbst auferlegte Hürde routinierter Singer-Songwriter-Melancholie springt und sich in neue, noch ungewohnte Musik-Gefilde wagt.

Carousel One“ - der Name ist musikalisches Programm. Ein Karussell läuft im ewig gleichen Kreis, mal etwas schneller, dann wieder etwas langsamer. Eins kann es aber grundsätzlich nicht: die Richtung ändern. Gleiches gilt auch für ein Gepäckband am Flughafen von Los Angeles, auf dem die Koffer von den Flügen aus Toronto ausgegeben werden und das als Namensgeber dieser CD herhalten musste. Doch egal ob Karussell oder Gepäckband - auch das aktuelle Album des ewigen Geheimtipps aus Kanada läuft nur im ruhigen, fast gleichförmigen Kreis. Und wie es scheint, lässt es sich als „kanadischer Geheimtipp“ auch ganz ordentlich leben, vorausgesetzt man setzt mit seinen 51 Jahren den ewig gleichen finsteren Musik-Blick auf und untermalt diesen in vierzehnfacher CD-Weise.

Selbst wenn RON SEXSMITH sein Album mit den freudvollen Worten: „Ich realisierte erst, als wir die Songs für das Album zusammenstellten, dass die Platte deutlich aufgeschlossener ist und deutlich mehr Humor beinhaltet, als vorangegangene Werke“, bewirbt, so könnte gleichermaßen auch ein Stinktier behaupten, dass es, weil es statt Grünzeug neuerdings zusätzlich ein paar bunte Blättchen frisst, plötzlich anders stinkt. Was heißen soll, auch dieses Sexsmith-Album klingt wie seine Vorgänger: alternativer Blues und Country mit viel schmachtenden Gefühlen und traurigen Botschaften, die oftmals einen bemitleidenswerten Schlaflied-Charakter präsentieren. Eben ähnlich wie ein ELVIS COSTELLO-Album, das nur einen Haufen Balladen enthält und nach spätestens dem zweiten Hördurchgang entweder zu langweilen beginnt oder schläfrig macht. Musik, die keinem wehtut, solange man sich nicht zu intensiv auf einige textliche Botschaften einlässt.

Hört man dann beispielsweise „Tumbling Sky“, dann macht sich bei einem sogar die erschreckende Erkenntnis breit, dass dieser Schunkel-Balladen-Song auch locker als Fahrstuhlmusik durchgehen dürfte. Beim erneuten Hören des gesamten Albums wird man in dieser Beziehung noch ein paar weiter Titel ähnlich unangenehmer Güte entdecken, die im schlimmsten Falle nach weinerlichem Herz-Schmerz aus der Schmalz-Motten-Kiste klingen, wofür auch die beiden Bonus-Tracks der beste Beweis sind.

FAZIT: „Auf dem Cover ist sogar ein Foto, auf dem ich lächele. Das gab es noch nie zuvor. Ich hoffe, dass sich daran keine Kinder erschrecken!“ - eine lustige Sexsmith-Bemerkung, die gar nicht so lustig ist. Denn die Musik auf „Carousel One“ erschreckt niemanden - egal ob Kind oder Erwachsener - aber sie macht schrecklich müde!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1871x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 6 von 15 Punkten [?]
6 Punkte
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Tracklist:
  • Sure As The Sky
  • Saint Bernard
  • Loving You
  • Before The Light Is Gone
  • Lucky Penny
  • Getaway Car
  • Nothing Feels The Same Anymore
  • Sun‘s Coming Out
  • Lord Knows
  • All Our Tomorrows
  • No One
  • Can‘t Get My Act Together
  • Tumbling Sky
  • Many Times
  • The Other Side (Bonus Track)
  • Is Anybody Going To San Antone (Bonus Track)

Besetzung:

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