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Soul Secret: 4 (Review)

Artist:

Soul Secret

Soul Secret: 4
Album:

4

Medium: CD
Stil:

Progressive Metal

Label: Golden Core
Spieldauer: 72:36
Erschienen: 10.04.2015
Website: [Link]

Großes Kino. Klar, auch der schräge, schwurbelige, selig rückwärts gewandte Prog hat seine Berechtigung, Prog im VHS-Format sozusagen. Doch davon wollen diese Italiener definitiv nichts wissen. SOUL SECRET spielen Prog in Full HD mit Surround Sound. Und „4“ ist ein Musik gewordener Blockbuster: Die Keyboard-Leads fliegen aus den Boxen wie ein getunter Hummer von der einstürzenden Golden Gate Bridge, die Gitarren türmen sich zu Wolkenkratzer-Schluchten, der Bass treibt wie eine New Yorker Polizeistaffel auf Verbrecherjagd.

„4“ erzählt die Geschichte von Adam, der sein wenig selbst bestimmtes Leben auf dem Dach eines Hochhauses Revue passieren lässt. Das Ende der Geschichte bleibt offen wie die Ziffer. Dazu gibt es stilecht hektische US-Nachrichtensprecherinnen, US-Anrufbeantworter und US-Krankenhaussounds – mit dickem, süditalienischem Akzent.

Und auch die Umsetzung trägt den Erwartungen der Hollywood-Prog-Fans Rechnung: Die bombastischen Longtracks erfüllen sämtliche Klischees eines Genres, das DREAM THEATER mit „Six Degrees of Inner Turbulence“ eingeführt und dessen Thron HAKEN mit „The Mountain“ übernommen haben. Genau in diesem Feld bewegen sich SOUL SECRET, und müssen sich so zu hundert Prozent dem Vergleich mit ihren Vorbildern stellen. Denn leider bietet „4“ absolut nichts Eigenständiges. Die dezenten Elektronik-Spielereien, Jazz-Versatzstücke, mehrstimmigen Gesänge zu Akustikgitarren und abgedrehten Riff-Staccati sind allesamt so schon einmal da gewesen.

Größte Schwäche des Quintetts aus Neapel sind dabei fehlende Hooklines. Es ist erstaunlich, wie wenig von der Fülle des dargebotenen Materials im Ohr bleibt. Besonders die Gesangslinien sind bewegungsarm wie Bruce Willis in „Unbreakable“. Am besten funktionieren SOUL SECRET, wenn sie wie in „Silence“ oder „My Lighthouse“ instrumental grooven und einem dank der oberfetten Produktion (im Gegensatz zu DREAM THEATER wird Claudio Casaburis Bassspiel nicht als störendes Nebengeräusch aufgefasst) die Haare föhnen.

Und auch im personellen Bereich verlieren SOUL SECRET deutlich: Antonio Vitozzi ist ein solider, aber kein genialer oder besonders schneller Gitarrist, Lino Di Pietrantonio singt sauber und fügt sich gut ins Gesamtbild ein, kann aber im Gegensatz zu Vorgänger Fabio Manda keine Akzente setzen. Einzig Keyboarder und Texter Luca Di Gennaro sorgt mit einigen ungewöhnlichen Sounds für ein wenig Profil. Der so geprägte Doppelpack „As I Close My Eyes“ und „Traces On The Seaside“ bleibt damit noch einigermaßen in Erinnerung. Ansonsten verzetteln sich SOUL SECRET leider zu oft in verschiedenen guten Ansätzen. Ist die mangelnde Entscheidungsfreudigkeit als Thema von „4“ etwa auch autobiographisch motiviert?

FAZIT: Um zum Vergleich vom Anfang zurückzukommen: „4“ ist tatsächlich wie ein Actionfilm aus der Traumfabrik: Es gibt fast schon lächerlich viel von allem, und gerade das wird vielen Leuten gefallen. Auch der Rezensent hatte besonders beim ersten Mal seinen Spaß an einer Scheibe, die genau so ist, wie fetter Prog Metal sein sollte. Der Selbsttest nach einigen Tagen Dauerrotation führt zu einiger Ernüchterung, da der Mehrwert fehlt. Aber Hand auf's Herz: Wie oft habt Ihr „Triple X“ angeschaut?

Joe A. (Info) (Review 2590x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • On The Ledge
  • Our Horizon
  • K
  • As I Close My Eyes
  • Traces On The Seaside
  • Turning The Back Page
  • Silence
  • In A Frame
  • My Lighthouse
  • Downfall
  • The White Stairs

Besetzung:

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