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Steve'n'Seagulls: Farm Machine (Review)

Artist:

Steve'n'Seagulls

Steve'n'Seagulls: Farm Machine
Album:

Farm Machine

Medium: CD
Stil:

Country Metal

Label: Spinefarm
Spieldauer: 48:15
Erschienen: 08.05.2015
Website: [Link]

STEVE'N'SEAGULLS sind möglicherweise die erste Band, der ein Rasentraktor zum Plattenvertrag verholfen hat. Mit selbigem fuhr ein gewisser Wild Till Hiltunen zur außergewöhnlichen Performance von AC/DCs „Thunderstruck“ im heimischen Garten und landete damit einen Youtube-Hit. Tatsächlich ist das Nachspielen von Rock- und Metal-Klassikern in Bluegrass-Besetzung keine bahnbrechende Neuerfindung, zumal der Erfolg des Filmchens auch dem kauzigen Auftreten der fünf landwirtschaftsversessenen Finnen zuzuschreiben ist. So muss sich „Farm Machine“ auch gleich mit der renommierten, ähnlich durchgeknallten Konkurrenz von HAYSEED DIXIE und IRON HORSE messen.

STEVE'N'SEAGULLS nehmen die Herausforderung zumindest teilweise an. Nach einem Intro, mit dem man fabelhaft jeden in der US-amerikanischen Provinz spielenden Hollywood-Film einleiten könnte, startet das Quintett unerwartet mit LED ZEPPELINS „Black Dog“, der sich in dieser Version auf das Battlefield of Evermore verlaufen hat. Schon mit dem zwischengeschobenen Refrain in Dur zeigt sich der Grundcharakter der Platte: Es wird interessant, wenn STEVE'N'SEAGULLS unverkopft und mit Humor ans Werk gehen. Ihr Country- und Bluegrasseintopf mag von Herzen kommen und ist ordentlich umgesetzt, muss aber wohl allein schon aus Sozialisierungsgründen gegen die amerikanische Konkurrenz verlieren. Da fehlen die dicken, mehrstimmigen Gesangslinien, die tragende Gitarre und der Südstaatenakzent.

In diese schwächere Kategorie fallen einige Songs wie das erwähnte „Thunderstruck“, GUNS'N'ROSES' „Paradise City“, „Holy Diver“ und „You Shook Me All Night Long“. Beim ersten Hör oft noch ganz nett, aber dann leider schnell langweilig. Viel besser ist dagegen der Ansatz, sich auf die akustische Musik des Heimatkontinents zu berufen, und da gibt es ja eine ganze Menge Stile, an die man sich anlehnen und damit Neuland beschreiten kann: Finnischer Humppa, Irish Folk oder Südosteuropäisches. Damit treffen STEVE'N'SEAGULLS auf ihrem Debüt immer wieder in Schwarze. IRON MAIDENs „The Trooper“ klingt mit Banjo und Mandoline, als hätte Steve Harris das Main Riff in einer griechischen Kneipe komponiert. Das sollte im Gegensatz zu einigen anderen Nummern des Albums auch eingefleischte Fans der Band nicht in Atemnot, sondern zum Schmunzeln bringen.

Weitere Punkte fahren die Finnen mit einigen eher ungewöhnlichen Covern ein: „Over The Hills And Far Away“ wird zur tanzbaren Jig, RAMMSTEINs „Ich will“ mit Sirtaki- und Chor-Mittelteil in einen COPPELIUS ähnlichen Akustik-Rocker verwandelt und „Seek And Destroy“ hoppelt als Skiffle wie ein leerer Anhänger auf einem gefrorenen Acker. Den Deckel macht PANTERAs „Cemetery Gates“ in einer völlig irrwitzigen Variante mit Akkordeon im Cabaret Noir-Stil. Was das nun wieder mit Landwirtschaft zu tun hat, muss mir mal einer erklären …

FAZIT: STEVE'N'SEAGULLS machen für ein aus der Bierlaune entstandenes Projekt einen erstaunlich guten Job. Bluegrass Metal-Fans finden hier keine neue Gottheit, der Rest darf sich an den kurzweiligen, unamerikanischen Kabinettstückchen freuen und auf eine Stilverfeinerung im Laufe der Zeit warten.

Joe A. (Info) (Review 3524x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 10 von 15 Punkten [?]
10 Punkte
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Tracklist:
  • Grand Opening
  • Black Dog
  • Thunderstruck
  • The Trooper
  • Ich will
  • Paradise City
  • Nothing Else Matters
  • Over The Hills And Far Away
  • Seek And Destroy
  • Holy Diver
  • Run To The Hills
  • You Shook Me All Night Long
  • Cemetery Gates

Besetzung:

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