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Cromwell: Black Chapter Red (Review)

Artist:

Cromwell

Cromwell: Black Chapter Red
Album:

Black Chapter Red

Medium: CD
Stil:

Neo Progressive Rock

Label: Progressive Promotion Records
Spieldauer: 56:05
Erschienen: 27.05.2016
Website: [Link]

Wenn man Alben wie CROMWELLs „Black Chapter Red“ hört, wird einem geradezu eingebläut, dass der sogenannte (Neo)-Progressive Rock alles andere als progressiv im progressiven Sinne von progressiv ist. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Musik bewegt sich in einem naheliegenden Verweiskanon, den bereits das Presseinfo gutgelaunt vorwegnimmt. So wird konstatiert, dass die Musik der Wormser von den üblichen Kandidaten IQ, PALLAS, JADIS, ENCHANT oder SAGA beeinflusst ist. Hiermit könnte man die Rezension eigentlich beenden, denn damit ist den Interessenten klar, was sie von CROMWELL erwarten können. Und auch bekommen. Dass das Beiblatt zusätzlich Spuren von Richard Wagner und Ralph Vaughan Williams im Schaffen der Band verortet, ist dann allerdings ganz ulkig. Wir lauschen aber nicht zum Vergleich sechzehn Stunden dem „Ring der Nibelungen“.

Black Chapter Red“ ist ein Phänomen, erscheint das zweite Album CROMWELLs erst schlappe neunzehn Jahre nach dem Debüt. Und auch, wenn das oben bereits wonniglich erwähnte Info anderes behauptet, klingt es so, als lägen nur ein paar Monate zwischen „Burning Banners“ und „Black Chapter Red“. Naja, fast, denn produktionstechnisch spielt das Werk in einer anderen Liga und ist hörbar im Heute angekommen. Auch der Wechsel am Mikrofon zu Sänger Holger Weckbach ist eine positive Entwicklung (begleitend zur Besprechung noch einmal den Erstling in den Player geschoben. Sängerin Anke Täffner hat mich vorm Ende erlegt).

Jetzt muss wohl noch was zur Musik kommen? Steht eigentlich schon weiter oben. CROMWELL spielen melodischen, symphonischen Neo-Prog von gemäßigter Härte. Heißt, die Gitarren schmettern stoisch, aber wie zu erwarten mit Gefühl und nicht zu derbe, drauf los; Drums und Bass legen ein solides Fundament, dann schrauben sich Tastenklänge in die Höhe, und die Sologitarre stimmt ihr klagendes Lied an, in der akustischen Variante gerne ein wenig folkloristisch angehaucht („Roots“). Zu zivilisationskritischen, etwas unbeholfenen Texten, die in ihrer Schlichtheit dennoch mit Alltagstreffsicherheit punkten können. Man erkennt die Absicht und es gefällt, zumal Sänger Weckbach das Ganze glaubwürdig und tragfähig rüberbringt.

Das ist alles nett, gediegen, gefühlig, handwerklich solide umgesetzt, besitzt kleine, sympathische Streicheleinheiten und (Keyboard)fanfaren, die man als hundsgemeiner wie freundlicher Fan des gepflegten Neo-Progessiven Rocks, durchs Nostalgie-Spielzimmer tänzelnd, wohlig genießen kann. Vertrautes Terrain, kompetent in Tracks zwischen drei und acht Minuten durchmessen.

FAZIT: Eigentlich stimmt „Black Chapter Red“ ein wenig traurig. Neunzehn Jahre auf sechsundfünfzig Minuten komprimiert, und heraus kommt etwas, abgesehen vom Sound, das bereits Ende der Achtziger sattsam bekannt geklungen hätte. Vielleicht liegt in diesem Umstand aber auch die wahre Größe des Albums: Sich in einem Ruhepol zu befinden, der verspricht, dass das, was mal gut war auch immer wieder gut sein kann. Ist ja nicht die spanische Inquisition oder ein englischer Lordprotektor von zweifelhaftem Ruf, sondern nur gepflegte Musik, die man als Balsam, selbst inklusive der nicht gerade positiven Texte, ab und an gebrauchen kann. Was aber, wenn’s gar nicht gut war, damals? Dann ist Aufbruch angesagt. Und damit ganz andere Musik. Etwas Progressives vielleicht. Worin auch immer das bestehen mag.

Das Album kann man bei Bedarf direkt und recht günstig HIER beim Distributor erwerben.

Jochen König (Info) (Review 3585x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Starlit Sands
  • Black Confetti
  • Roots
  • The Lights
  • November Sky
  • Black Chapter Red
  • Kissing Dynamite
  • Deep Down
  • End Of Life

Besetzung:

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