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Steve Thorne: Island Of The Imbeciles (Review)

Artist:

Steve Thorne

Steve Thorne: Island Of The Imbeciles
Album:

Island Of The Imbeciles

Medium: CD
Stil:

Art-Pop und Prog mit starken Texten

Label: Eigenveröffentlichung / Just For Kicks
Spieldauer: 50:23
Erschienen: 06.05.2016
Website: [Link]

An einem STEVE THORNE scheiden sich die Geister.
Oder noch besser: An ihm müssen sich die Geister scheiden!
Denn wer verbindet denn bitteschön progressive Rockmusik mit Singer/Songwriter-Allüren und Pop-Melodien, ohne auf der einen wie der anderen Seite gehörig eins auf die Nase zu bekommen?
STEVE THORNE natürlich! Denn dem ist das egal, auch wenn er nach diesem Album, laut eigener Aussage, (leider) der progressiven Musik den Rücken kehrt.
Und ist das ein Wunder, wenn im Prog die Texte immer nur eine untergeordnete Rolle spielen (sollen/müssen)?
Arroganz und Schachteldenken sind die Totengräber von allem, was einen Blick über den Tellerrand musikalischer Einheitssuppe wagt!

Mit „Island Of The Imbeciles“ treibt es der britische Multiinstrumentalist nun auch noch auf die Spitze. Melodic-Rock, Prog, Singer/Songwriter, Art-Pop, Balladeskes, Nachdenkliches und Offensichtliches verbinden sich auf diesem Album zu einer Einheit, die für viele wohl ähnlich schlecht funktioniert wie die Deutsch-deutsche-Einheit, auch wenn dabei eine Mauer aus Stein, aber die in den Köpfen nie so richtig fiel. Das lag wohl daran, dass der Eine dem Anderen (und natürlich umgekehrt) lieber fordernd erzählen als neugierig zuhören wollte.

Bei „Island Of The Imbeciles“ sollte man sehr gut zuhören und nach Möglichkeit dabei das sehr ansprechend gestaltete 16seitige Booklet in den Händen halten und die Texte mitlesen. Schon der Titel des Albums erhebt Anklage: „Insel der Schwachsinnigen“ - und wofür die verantwortlich sind, wird ganz schnell klar: Umweltzerstörung, Größenwahn von politischen und wirtschaftlichen Systemen, Verlustängste, religiöse Verdummung sind nur einige der Themen, die Thorne in seinen „Insel“-Texten aufgreift und denen er durch sehr viele hymnische Momente eine zusätzliche Tiefe verleiht. Vertrackte, schwer komplexe Rhythmen oder schräge Momente wird man vergeblich suchen, dafür aber die ausgezeichnete Stimme Thornes, die klar und deutlich die kritischen Texte vorträgt, sowie eine Vielzahl ruhiger Momente, die einen beim Hören berühren.

STEVE THORNE macht in etwa das, was ein PETER GABRIEL tat, als er GENESIS verließ: ein entspanntes, ruhiges, zeitkritisches Prog-Album mit starker Betonung auf die Texte und eingängige Melodien, ohne dabei je die progressiven Elemente aus den Augen zu verlieren. Und dabei sind seine musikalischen Begleiter mit TONY LEVIN, der ja nicht nur bei KING CRIMSON aktiv, sondern auch ständiger Live-Begleiter von PETER GABRIEL ist, sowie der ehemalige SPOCK‘S BEARD-Schlagzeuger und Sänger NICK D‘VIRGILIO eine ideale Wahl.

Im Ergebnis bleibt das FAZIT übrig, welches aus viele musikalischen Suppentöpfen brodelt und vielleicht nicht jedem schmeckt, außer man mag ein gutes, atmosphärisches Album, auf dem SPOCK‘S BEARD ihr ruhigen Titel zusammenstellen würden und sich dabei an Melodien und Texten orientieren, wie sie ein PETER GABRIEL während seiner frühen Solo-Karriere verfasste. Dazu noch eine Portion Pathos und eine Träne in dem Auge, welches gerade sieht, was auf unserer Welt alles vor sich geht! So ähnlich jedenfalls klingt „Island Of The Imbeciles“ von STEVE THORNE, der vielleicht doch noch einmal darüber nachdenken sollte, ob er nicht seine progressive Seite weiter am musikalischen Leben erhält. Schön wär‘s!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2785x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • In The Frame
  • Animal
  • Colours Of Torment
  • Don‘t Fear Tomorrow
  • Island Of The Imbeciles
  • Dear Mother Earth
  • Let Me Down
  • Ancestors
  • Ashes
  • They Are Flesh

Besetzung:

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