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Arthur Buck: Arthur Buck (Review)

Artist:

Arthur Buck

Arthur Buck: Arthur Buck
Album:

Arthur Buck

Medium: CD
Stil:

Indie Rock

Label: New West/Pia-Rough Trade
Spieldauer: 44:23
Erschienen: 15.06.2018
Website: [Link]

Wer glaubt, mit ARTHUR BUCK würde ein neuer Musiker auf der so breit gefächerten Bildfläche der Musikindustrie erscheinen, der wird ganz gemein in die Irre geführt. Denn hinter ARTHUR BUCK verbergen sich zwei gestandene, sehr erfolgreiche – im Grunde längst legendäre Musiker – die einfach ihre Nachnamen zu einem Familiennamen verschmolzen: Josep ARTHUR, der amerikanische Folk-Singer-Songwriter, der ursprünglich von PETER GABRIEL entdeckt und unter Vertrag genommen wurde, und R.E.M.-Gitarrist und Gründungsmitglied Peter BUCK!

Dass bei solch einer interessanten Konstellation auch interessante Musik herauskommt, scheint vorbestimmt.
Nur klingt diese nun mehr nach R.E.M. oder mehr nach Weltmusik?
Sie klingt nach beidem und so einigem (nicht wirklich Gutem) mehr, aber leider auch nach viel weniger.

Während der Start ins Album mit „I Am The Moment“ noch vortrefflich gelingt, weil Buck seine Gitarre noch immer im R.E.M.-Modus zu spielen versteht und die Stimme von Arthur über jeden Verdacht erhaben ist, keimt jede Menge Hoffnung beim Hören auf, die leider im Verlaufe des Albums immer mehr verfliegt, was auch daran liegt, dass sich beide Musiker ausschließlich auf ihr eigenes Musikhandwerk verlassen und das Album in recht kurzer Zeit komplett im Alleingang einspielen und produzieren.
So fällt bereits bei dem zweiten Titel „Are You Electrified?“, der anfangs sogar angenehm an EELS erinnert, dann aber zu einer Happy-Pop-Nummer mutiert, schmerzhaft das Fehlen eines „echten“ Schlagzeugs auf. Stattdessen versucht Joseph Arthur diesen Mangel mit einem Haufen technischer Spielereien auszugleichen, was auf Dauer gehörig missrät.
Warum nur wird genau dieses unsägliche System größtenteils zum Programm des gesamten Albums?

„Summertime“ erscheint als eine offensichtliche DAVID BOWIE-Referenz, die leider schon nach einer guten Minute zu Ende ist und von dem komplett belanglosen „American Century“ abgelöst wird – das sich wieder in den größtenteils programmierten Rhythmen erschöpft. Langsam beginnt man sich nun zu fragen, warum PETER BUCK, der anfangs mit seiner Gitarre noch so hoffnungsvolle R.E.M.-Momente auf „Arthur Buck“ beisteuerte, immer mehr in den Hintergrund rückt. Hatte er keine Lust mehr oder bemerkte er hier schon, dass das Album nicht wirklich seinen Befindlichkeiten nach einer Band und viel stärker handgemachter Musik entgegenkommt?

„Forever Falling“ erhebt sich zum Glück wieder zu einer Ballade, bei der aber gleich das programmiert Schlagzeug nervt, wogegen Buck endlich wieder seine akustische Gitarre auspackt.
Ähnlich zerrissen wie auch dieser Song wirkt das gesamte Album, bei dem ganz offensichtlich Joseph Arthur in erster Linie – auch als Produzent – die musikalischen Fäden in der Hand hält.
Mehr Peter Buck und deutlich weniger Joseph Arthur hätten „Arthur Buck“ verdammt gut getan, so bleiben am Ende nur wenige Songs auf dem 2018er-Album hängen, die wirklich zu beeindrucken wissen, so wie auch das finale „Can‘t Make It Without You“, weil hier endlich mal wieder die akustische Buck-Gitarre über dem elektronischen Arthur-Geschwurbel liegt und einem Arthurs todtrauriger Gesang verdammt nahe geht.
Mehr Zeit lassen und mehr Songs von dieser Qualität – dann wären ARTHUR BUCK vielleicht sogar eine Entdeckung, so bleiben sie nur eine Enttäuschung.

FAZIT: „Arthur Buck“, das sind auf ihrem gleichnamigen Album R.E.M.-PETER BUCK und JOSEPH ARTHUR, die gänzlich im Alleingang ihre 2018er-Debüt einspielen und produzieren. Dabei verlieren sie leider zu stark die Songs aus den Augen, verfremden sie mit elektronischen Spielereien und programmiertem Drum-Computer, statt sich ihrer besten Zeiten bei R.E.M. oder in der Worldmusic zu besinnen. So wird ein Titel dieses Indie-Rock-Albums zum traurigen Programm: „Are You Electrified?“ Leider ja!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1953x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
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Tracklist:
  • I Am The Moment
  • Are You Electrified?
  • The Wanderer
  • Forever Waiting
  • If You Wake Up In Time
  • Summertime
  • American Century
  • Forever Falling
  • Before Your Love Is Gone
  • Wide Awake In November
  • Can‘t Make It Without You

Besetzung:

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