Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

John Lennon: Imagine – 2 LP Edition (Review)

Artist:

John Lennon

John Lennon: Imagine – 2 LP Edition
Album:

Imagine – 2 LP Edition

Medium: Do-LP
Stil:

Absoluter Kult

Label: Universal
Spieldauer: 83:06
Erschienen: 05.10.2018
Website: [Link]

„Stell dir vor“, es gibt keine Länder mehr, in denen das Leben grausam ist und für die man töten muss. Auch Religionen existieren nicht und es leben tatsächlich alle Menschen in Frieden miteinander.

„Stell dir vor“, du hast einen geisteskranken, fanatischen Fan, der sich erst eine LP von dir signieren lässt und dich dann Stunden später umbringt!

Das Eine wird wohl der ewige Traum von JOHN LENNON und allen Friedensaktivisten auf dieser Welt bleiben:
„Und magst du auch sagen, ich wäre ein Träumer, aber ich bin garantiert nicht der einzige, und ich hoffe, auch du gehörst eines Tages dazu, dann wird die Welt irgendwann einmal wie dieser Traum.“

Das Andere wurde am 8. Dezember 1980 bittere Realität!
Mark David Chapman, der ehemals fanatische BEATLES-Fan und total verpeilte Religion-Fanatiker, dessen Obsession für die BEATLES nach Lennons Feststellung: „Wir Beatles sind jetzt populärer als Jesus!“ in abgrundtiefen Hass auf den „Schwindler Lennon“ umschlug, erschoss Lennon, nachdem ihm dieser sogar noch die „Double Fantasy“-LP signiert hatte. Zum Glück aber wird seit 17 Jahren jedes Entlassungsgesuch (Das letzte, zugleich insgesamt zehnte vom August 2018!) von der New Yorker Bewährungskommission mit einer klaren Begründung abgelehnt:
„Trotz Ihrer positiven Bemühungen während der Haft würde Ihre Freilassung zu diesem Zeitpunkt die Achtung vor dem Gesetz stark untergraben und dazu führen, den tragischen Verlust von Menschenleben, den Sie als Folge der abscheulichen, grundlosen, gewalttätigen, kalten und berechnenden Tat verursacht haben, zu verharmlosen.“

Hätte doch dieser mordlüsterne Gotteskrieger Chapman nur einmal bei „Imagine“ genauer hingehört: „... and no religion too / imagine all the people / living life in peace ...“

Damit tötete Chapman „in Gottes Namen“ nicht nur JOHN LENNON, sondern auch einen unvergleichlichen Träumer und einen Traum, den Millionen von Menschen mit ihm träumten!

Anno 2018 ist es also wieder an der Zeit – wohl einerseits, um erneut etwas mehr Geld zu scheffeln und andererseits die Fans von JOHN LENNON mit diesen völlig „neuen“ Aufnahmen von „Imagine“, egal ob als ultimativen Mix oder dicke fette Luxus-Box oder auf limitiertem durchsichtigen Vinyl oder nicht limitiertem schwarzen Vinyl, mit oder ohne Buch, mit oder ohne DVD/BluRay und weiß der Teufel was noch alles, glücklich zu machen.

Die gute YOKO ONO LENNON ist Geschäftsfrau durch und durch – sie betreibt einerseits permanente Leichenfledderei auf Kosten ihres namhaften Gatten, durch den (und nur durch den) auch sie einen Namen hat, der von vielen seiner Fans nicht wirklich gerne ausgesprochen wird. Das liegt nicht nur daran, dass ihr Einfluss auf Lennon zu Lebzeiten doch recht (um es gelinde auszudrücken) fragwürdig war, sondern dass sie sich auch immer wieder aktiv mit in die Musik ihres ihr obsessiv verfallenen Ehegatten mit einmischen musste, obwohl sie keinerlei Begabung diesbezüglich besaß, sondern Lennon eher zu einem Installationsprojekt ihrer abstrusen Kunstvorstellungen machte, wovon sie auf der Bonus-LP dieser Doppel-LP-Edition mit „Oh Yoko!“, in miserabler Qualität 1969 auf den Bahamas aufgenommen, ein anschauliches Beispiel gibt, wenn sie Lennon gesanglich begleitet.
Eine wahrhaft historisch-wertvolle, aber künstlerisch-desaströse Aufnahme, die vielleicht eine im Background trällernde Installationskünstlerin, aber keine nur halbwegs gute Sängerin präsentiert.

Die anderen Aufnahmen auf der Bonus-LP aber, die in der gleichen Reihenfolge wie auf der Original-LP angeordnet sind und mindestens eine Version von jedem Song enthalten, sind nicht nur klanglich sehr gut restauriert worden, sondern auch aus Sicht aller Lennon-Freunde echte Leckerbissen, an denen es nichts auszusetzen gibt.
Auch dass es von „Imagine“ darauf gleich zwei weitere Versionen gibt – einmal eine Demo- und dann die Take-1-Version, bei der Lennon die Stimme versagt – ist vorbildlich und für jeden Sammler echtes Vinyl-Gold wert, genauso wie beispielsweise „Take 9“, von dem es erst die 29. Aufnahme dann auf‘s Album gebracht hat, von „Jealous Guy“, bei dem Joey Molland und Tom Evans von BADFINGER die akustischen Gitarren spielen!
Jedes einzelne Stück, bis auf das bereits erwähnte letzte, machen diese Edition jedenfalls für alle Vinyl-Sammler ungemein wertvoll.

Noch dazu gibt es bei der Doppel-LP-Variante ein riesiges Poster (ausgeklappt auf der Größe von drei Gatefold-LP-Cover) mit JOHN LENNON (Tatsächlich ganz ohne Yoko!) an seinem weißen Flügel sowie zwei Schwarz-Weiß-Fotografien mit Lennon samt fressender Sau und Lennon samt Yoko Ono (als Götter in Form einer Foto-Collage dargestellt) – wobei die Parallelen doch wirklich sehr interessant und von Frau Ono Lennon bestimmt nicht beabsichtigt sind – und zwei bedruckte LP-Innenhüllen, auf denen man alle Texte, mehrere Fotos und ausführliche Informationen zu allen Bonus-Titeln findet.

Muss man eigentlich sonst noch viel über das legendäre „Imagine“-Album, das im Mai 1971 in Lennons eigenem Studio in Tittenhurst aufgenommen wurde, schreiben, über welches schon so viel geschrieben und gesagt worden ist?
Eigentlich nicht, außer dass die zweite Solo-LP von Lennon trotz Ono-Einfluss noch die ganz starke Musiker-Seite von Lennon präsentiert und mit „Imagine“ und „Jealous Guy“ zwei seiner schönsten Balladen – die eine mit politischer, die andere, inspiriert durch den Indien-Besuch der BEATLES im Jahr 1968, mit reiner Liebes-Botschaft eines reuigen, eifersüchtigen Sünders – überhaupt enthält. Auch die unerbittlich boshafte Abrechnung mit PAUL McCARTNEY, mit dem sich Lennon voller Feindschaft wegen YOKO ONO überworfen hatte, ist mit „How Do You Sleep?“ auf dem Album enthalten.
Noch dazu ist bei gleich fünf Songs, inklusive dem McCartney-Bashing, sein Ex-Kollege GEORGE HARRISON mit aktiv und um die Teilnahme des MOODY BLUES-Keyboarders MIKE PINDER rankt sich die spaßige Anekdote, dass er auf „I Don‘t Wanna Be A Soldier, Mama“ eigentlich einen Mellotron-Part einspielen sollte, das Mellotron in Lennons Studio aber dummerweise nicht funktionierte. Dafür bekam er dann ein Tamburin in die Hand gedrückt und konnte so mit in der Besetzungsliste des Albums erscheinen.

Damit der Sound des Albums bereits 1971 auf höchstem Niveau sein konnte, reiste Lennon extra in die USA in die New Yorker Record Plant East Studios, wo mit Produzenten PHIL SPECTOR im Juni/Juli 1971 „Imagine“ endgültig fertiggestellt wurde. Aber auch diese aktuelle 2018er-Wiederveröffentlichung wurde ausgiebig klanglich restauriert – inklusive aller beigefügten Boni – und lässt auch unter modernsten Hörgewohnheiten keinerlei Wünsche mehr offen.

FAZIT: Kult-Alarm! JOHN LENNONs „Imagine“ erfährt in den unterschiedlichsten Formaten eine regelrechte Wiederveröffentlichungsflut, die sich trotz aller vermuteter Geldschneiderei als echt lohnenswert für jeden Lennon- und Beatles-Liebhaber erweisen. Die große Frage (auch des Geldbeutels) ist am Ende nur, für welche Ausgabe man sich entscheidet.

PS: Unter den folgenden Ausgaben muss man sich letztendlich für eine (Oder alle?) entscheiden:
Limitierte Super Deluxe Box mit insgesamt 140 Titeln auf 4 CD‘s und 2 BluRays plus Surround-Sound-Mixe und einem Quadrasonic-Album-Mix und vielen weiteren Extras;
Deluxe Doppel-CD;
eine remasterte CD;
die hier besprochene Doppel-LP auf 180g-Vinyl mit vielen Extras;
eine limitierte Doppel-LP auf durchsichtigem 180g-Vinyl und
digitale Collection mit allen Songs der vier CD‘s.

Thoralf Koß (Info) (Review 603x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • = LP „Imagine“ (The Ultimate Mixes) =
  • Seite A (19:18):
  • Imagine (2:59)
  • Crippled Inside (3:43)
  • Jealous Guy (4:10)
  • It‘s So Hard (2:22)
  • I Don‘t Wanna Be A Soldier, Mama, I Don‘t Wanna Die (6:01)
  • Seite B (19:05):
  • Gimme Some Truth (3:11)
  • Oh My Love (2:40)
  • How Do You Sleep? (5:29)
  • How? (3:37)
  • Oh Yoko! (4:08)
  • = LP „Imagine“ (The Out-Takes) =
  • Seite C (23:28):
  • Imagine (Demo)
  • Imagine (Take 1)
  • Crippled Inside (Take 3)
  • Criplled Inside (Take 6 – Alt Guitar Solo)
  • Jealous Guy (Take 9)
  • It‘s So Hard (Take 6)
  • I Don‘t Wanna Be A Soldier Mama, I Don‘t Wanna Die (Take 11)
  • Seite D (21:15):
  • Gimme Some Truth (Take 4)
  • Oh My Love (Take 6)
  • How Do You Sleep? (Takes 1 & 2)
  • How? (Take 31)
  • Oh Yoko! (Bahamas 1969)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wieviele Monate hat das Jahr?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!