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Stadtgespräch: Fluid (Review)

Artist:

Stadtgespräch

Stadtgespräch: Fluid
Album:

Fluid

Medium: CD
Stil:

Jazz trifft auf klassische Streicher

Label: Eigenveröffentlichung
Spieldauer: 53:17
Erschienen: 26.01.2018
Website: [Link]

Jazz-Quartett trifft auf klassisch geschultes Streicher-Quartett und wird zum STADTGESPRÄCH!
So einfach könnte man die Musik hinter „Fluid“ bezeichnen, die im Grunde in solcher Kombination und mit diesem unüberhörbaren Hang zur Perfektion sehr schwer zu verwirklichen ist.

Aufgenommen in nur drei Tagen ist „Fluid“ tatsächlich ein voller schöner Harmonien und entspannten, aber auch klassischen Melodien und größtenteils den ruhigeren Klangwelten folgendes Album geworden, das sich zwischen den frühen Alben von MILES DAVIS genauso wohl fühlt wie in den Klassik-Sälen, bei denen Geigen, Celli und Viola ausgeklügelten Partituren folgen. Vordergründig zählt bei dem Kölner Ensemble die Komposition, nicht in erster Linie die Improvisation oder das Experiment. Jazz und Klassik im Einklang, noch dazu verbunden mit einem literarischen Hintergrund, natürlich auch in dieser Beziehung einem Klassiker: HEINRICH BÖLL.
Sein Text „Straßen wie diese“ ist im Grunde genommen das große Konzept hinter der Musik dieses STADTGESPRÄCH-Debüts: „Vielleicht wird nur in Straßen, wie diese eine ist, richtig gelebt; heftig ist die Blüte der Frauen, Blumen im Haar, und der Troubador hängt, wenn er zu Besuch kommt, seine Mandoline neben das Muttergottesbild, vor dem die rote Lampe brennt; heftig sind die Gefühle: Liebe und Hass, Mitleid und Härte, und man hat ein Gefühl für Unmenschlichkeit und das Lächerliche.“

Und genauso gefühlvoll ist natürlich dieses Album, das gleich mit dem ersten Stück „Unter Krahnenbäumen“ dem Böll-Text ein Denkmal setzt, auch weil sich die Kölner Hochschule für Musik und Tanz seit 1953 genau auf dieser Straße befindet, wo sich die Musiker von STADGESPRÄCH zusammenfanden, um „die klassisch-bürgerliche Welt des Streich-Quartetts und das großstädtische Universum des Jazz“ miteinander zu vereinen.

Das Ergebnis liegt nun als Fluid vor und kann sich sehen und hören und lesen lassen.

Egal, ob der leidenschaftliche Kammer-Klassik-Jazz sich mitten in das pralle „Nachtleben“ stürzt oder zart und entspannt die „Morgendämmerung“ genießt – die Stimmungen, die STADTGESPRÄCH verbreitet, werden durch diese reizvolle Kombination aus klassischen und jazzigen Elementen deutlich verstärkt, genauso wie die Gegensätze, wenn man zu der Feststellung gelangt „Reißen geht nur auseinander und nicht zusammen“ und dabei die völlig unsinnige Redewendung „Reiß dich zusammen!“ erst getragen-“gestrichen“ und dann stimmungsvoll geblasen aufs musikalische Korn nimmt, um am Ende des Albums mit „ETC.“ ein spannendes Wechselspiel der klassischen und Jazz-Musiker zur abschließenden „Fluid“-Einheit verschmelzen lässt, in deren Mittelteil endlich auch mal ausgiebiger improvisiert werden darf.

FAZIT: In diesem Falle bietet sich der Anfang auch ideal als Ende an: „Jazz-Quartett trifft auf klassisch geschultes Streicher-Quartett und wird zum STADTGESPRÄCH!“ In „Fluid“ fließen diese beiden musikalischen Stile wortwörtlich zusammen und bilden eine beeindruckende Einheit. Alles fließt...

Thoralf Koß (Info) (Review 681x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Unter Krahnenbäumen
  • Nachtleben
  • Samsara
  • Fluid
  • Morgendämmerung
  • Herbstblätter
  • Reißen geht nur auseinander und nicht zusammen
  • ETC.

Besetzung:

  • Bass - Malte Viebahn
  • Keys - Martin Klein
  • Schlagzeug - Lukas Schäfer
  • Sonstige - Pascal Hahn (Trompete, Flügelhorn), Johanna Hoppstock, Johanna Risse (Violinen), Pauline Buss (Viola), Katharina Pannes (Violoncello), Thimo Niesterok (Flügelhorn), Conni Trieder (Querflöte), Lasse Lemmer (Marimbaphon)

Alle Reviews dieser Band:

  • Fluid (2018) - 12/15 Punkten
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