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Ubikar: Ubikar (Review)
Artist: | Ubikar |
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Album: | Ubikar |
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Medium: | CD/Download | |
Stil: | Post Rock / Electro / Dub / Breakbeat / Wave |
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Label: | Broken Silence | |
Spieldauer: | 41:04 | |
Erschienen: | 26.10.2018 | |
Website: | [Link] |
"Veld" ist zwar das Debütalbum von UBIKAR, markiert jedoch bereits den Abschluss einer Trilogie, die mit zwei vorangegangenen EPs begann. Das Trio legt bereits eine erfreuliche Eigenständigkeit an den Tag, was gleichwohl daran liegen könnte, dass es sich an nicht alltäglichen Vorbildern orientiert - allen voran Trans Am, deren hypnotischer, halb elektronischer Artrock bis heute ein Thema für Spezialisten geblieben ist, weil die Gruppe ihrer Zeit voraus war.
Die Lyoner Formation geht auf vergleichbare Weise vor, indem sie kaum den Hörer unterscheiden lässt, wo die Rock-Instrumentierung aufhört und synthetische Klangerzeuger hinzutreten. Umso erfreulicher, dass sie dieses Prinzip auf zumeist eingängige Kompositionen münzen, falls es sich nicht um kurze Vignetten wie aus Filmsoundtracks handelt (bestes Beispiel: 'Still').
'What We See' beginnt indes mit grillenden Zirpen, wiederholtem Sample der Worte eines Kindes und anschwellendem Rauschen, bevor ein schwerer Computerbeat ein Synth-Bass-Riff und eine entrückte Gitarrenmelodie begleiten. Das erinnert an typischen Post Rock und unterscheidet sich klanglich dennoch davon. Der düstere Grundton des gesamten Albums ist hiermit gesetzt und wird wiederholt aufgegriffen, etwa im dub-steppigen 'Fight Those Armies'
'Control' wird im Anschluss ein wenig durch die beschwörende Stimme von Gastsänger Sylvain Ferlay aufgehellt, wozu die Band etwas leichtfüßiger aufspielt, Zwischendurch rockt der Track mit treibendem Puls. Kurz darauf treten die beiden Rapper von Legion of Doom aus England in 'Shake Out' auf, einem ähnlich strukturierten Song, weshalb man diesen Modus stellvertretend für den Stil von UKIBAR generell ansehen kann; am Ende wird er noch einmal rein instrumental in 'Not Enough Space' demonstriert.
Beim nervösen und phasenweise sehr harten 'High Step' handelt es sich um den stärksten Instrumentaltrack der Platte. Die fiebrige Atmosphäre, die "Veld" insgesamt auszeichnet, wird hier greifbar. In 'Phaze In', dem längsten Stück, ensteht aus Loops und flirrenden Tönen ein monotones, lichtes Klangbild, in dem sich die Trostlosigkeit einer grauen französischen Metropole (der Heimatstadt der Gruppe?) widerzuspiegeln scheint.
Für 'From', den letzte Track mit Vocals greifen UBIKAR auf die Stimmen von Warrior Queen und Killa P zurück, wobei wie zu erwarten ein sprödes Stück Hip Hop entsteht, das von seinem gemischtgeschlechtlichen Sprechgesang lebt.
FAZIT: "Veld" wirkt mitsamt seinen performten Texten und Sprachsamples, der konsequenten Verschmelzung von Gitarrenrock mit progressivem Electro wie ein stringenter Score zu einem imaginären Streifen über urbane oder allgemein postmoderne Entfremdung, läuft aber auch einfach dank der spannenden Musik an sich, die UBIKAR machen, gut rein.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- What We See
- Control
- Fight Those Armies
- Shake Out
- Still
- High Step
- Phaze In
- From
- Not Enough Space
- Ubikar (2018) - 12/15 Punkten
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