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Isildurs Bane & Peter Hammill: In Amazonia (Review)

Artist:

Isildurs Bane & Peter Hammill

Isildurs Bane & Peter Hammill: In Amazonia
Album:

In Amazonia

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Symphonischer Progressive Rock

Label: Ataraxia/Just For Kicks
Spieldauer: 40:16
Erschienen: 10.05.2019
Website: [Link]

Erst gehen die progressiven Schweden um ISILDURS BANE mit STEVE HOGARTH und jetzt sogar mit PETER HAMMILL fremd! Und beide Male liefern sie in der jeweiligen Kombination absolut Großartiges ab, das sich noch dazu aus musikalischer – wie auch gestalterischer (Man vergleiche nur mal das farbenfrohe Cover mit der h-Beteiligung und das finstere mit Hammills Vokalkunst!) – Sicht mächtig voneinander unterscheidet.

Die Musik hinter ISILDURS BANE beherrscht die hohe Schule, sich der Atmosphäre der Ur-Bands ihrer Gastsänger anzupassen und diese zugleich mit einer Vielzahl weltmusikalischer und symphonischer, aber auch elektronischer Klangvielfalt der typischen IB-Marke anzureichern.

Waren also auf „Colours Not Found In Nature“ MARILLION nicht wirklich weit, so werden an „In Amazonia“ auch alle Freunde von VAN DER GRAAF GENERATOR ihre Freude empfinden, was selbstverständlich schon an der charismatischen Stimme und den verkopften Texten, welche uns auf „In Amazonia“ erwarten (Wobei es nicht nett ist, dass die Texte im Booklet des CD-Digipaks fehlen!), eines PETER HAMMILL liegt. Dass dann aber ISILDUR BANE wieder ihre eigenes, Skandinavien-Prog-Credo mit einbringen, lässt kaum noch Wünsche anspruchsvoller Prog-Freunde offen, auch wenn dieses Mal die dunklen, symphonischen Töne, ganz in der Stimmung gehalten, die uns auch das Cover vermittelt, deutlich überwiegen. Man sollte auf jeden Fall genauestens hinhören, um all die Feinheiten und filigranen Fingerfertigkeiten zu entdecken, ebenso wie die beiden Echsen auf dem Cover und im optisch perspektivisch vertauschten Booklet.

Da Hammill nie wirklich der Typ für die musikalische Sonnenseite, sondern vielmehr für den dunklen Abgrund aller Musikseelen war, lassen sich ISILDURS BANE nicht lumpen und flechten ein stimmungsvolles Netz aus experimentellen Klängen und bedrohlichen Sounds um seinen Gesang, sodass sie locker damit den Großteil aller Hammill-Solo-Alben wie ein Nachtfalter im Flug überflügeln. Es flattert mal, dann schwebt es, dann saust es dem Licht entgegen, dann setzt es zum Angriff an, dieses Album. „In Amazonia“ verfängt sich aber nie in Nichtigkeiten oder Schönklang. Es provoziert zum Zuhören, fesselt und bedrückt manchmal.

Symphonischer Bombast, in dem Synthies auf Bläser, Streicher und weltmusikalisches Instrumentarium treffen, damit Hammills Stimme genau den Hintergrund erhält, hinter dem er singend seine Geschichten aus Amazonien erzählen kann. Das ist die hohe progressive Kunst, ohne sich in Progressive-Rock-Schubladen zwängen zu lassen.
In Amazonia“ ist der Albtraum eines Traumtänzers, der zuckend nach einem Rhythmus sucht, der ihm ein Schema vorgibt. Er wird es nicht finden, denn irgendwo landet er am Ende im Busch der Geister, den ihm vor geraumer Zeit bereits BRIAN ENO und DAVID BYRNE in ihrem Meisterwerk „My Life In The Bush Of Ghosts“ bereiteten.
Nun also haben auch ISILDURS BANE & PETER HAMMILL den Ruf der Geister vernommen und fügen ihm ein weiteres Meisterwerk hinzu.

Irgendwie würde es mich jetzt gar nicht mehr wundern, wenn das nächste Album ISILDURS BANE & (dann vielleicht) PETER GABRIEL „I‘ve Found No Lamb In Amazonia“ heißen würde...
Warten wir‘s ab!

FAZIT: Nach h + ISILDURS BANE nun also PETER HAMMILL + ISILDURS BANE. Und langsam wird einem klar, überall, wo ISILDURS BANE draufsteht, ist progressive Musik-Faszination drin. So großartig jedenfalls, wie das, was die Schweden aus ihm herausgekitzelt haben, hätte man einen Hammill nicht mehr erwartet. Besser als die letzten VDGG-Werke.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1310x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Before You Know It
  • Under The Current
  • Aguirre
  • This Is Where?
  • The Day Is Done
  • The Bird Has Flown

Besetzung:

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