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Pound: •• (Review)

Artist:

Pound

Pound: ••
Album:

••

Medium: CD/Download
Stil:

Math Rock

Label: Silent Pendulum
Spieldauer: 31:43
Erschienen: 31.05.2019
Website: [Link]

Anwärter auf einen hypothetischen Preis für die kuriosesten Songtitel des Jahres sind POUND schon jetzt; das Duo aus der Alternative-Hochburg Seattle war aber schon auf seinem letztjährigen Debüt eine Marke für sich, und demnach braucht man sich nicht darüber zu wundern, dass der Inhalt von "••" hält, was die Benennungen der Songs bzw. des Albums versprechen.

Gitarrist Ryan Schutte und Drummer David Stickney loten die Grenzen ihrer Instrumente nicht im herkömmlichen Sinn quantitativ nach dem Motto "höher, schneller, weiter" aus, agieren aber zweifelsohne in gewissermaßen revolutionärem Bestreben. Wir sprechen hier schließlich vom Einsatz einer neunsaitigen Baritongitarre und zweier rechtwinklig zueinander aufgestellter Schlagzeugsets, also einer mehr oder minder beispiellosen Besetzung.

Die Titel spiegeln schlicht die metrischen Pattern der Kompositionen wider, also viel Spaß beim Mitverfolgen dessen, was sich die beiden Herren zusammenlärmen … und das tun sie tatsächlich. Wer POUND bereits kennt, dem ist bewusst, dass es sich bei ihrer Musik um Sounds für die Generation ADHS handelt. Ein in dieser oder jener Hinsicht markerschütterndes Ereignis (Dissonanzen, wüste Trommel-Pattern) reiht sich ans nächste, und das Bewundernswerte daran ist weniger die Tatsache, dass Schutte und Stickney etwa stimmige Songs komponiert hätten, sondern ihr scheinbares Elefantengedächtnis.

"••" besteht schließlich quasi nur aus Sequenzen einmaliger Musikevents, und sich diesen verqueren Wust zu merken, stellt eine Meisterleistung dar. Die beiden Amerikaner aus dem Pazifischen Nordwesten musizieren wonnig am Konsens vorbei und im Geist stilistisch vergleichbarer Acts wie Dysrhythmia oder Behold … The Arctopus, falls die Nennung dieses Namens noch bei jemandem Erinnerungen weckt. Die Platte ist ein Fest für Fans "krummer" Takte und bekam von Dave Otero (Cattle Decapitation, Cephalic Carnage) metallischen Feinschliff verliehen, weshalb wagemutige Menschen goldrichtig liegen, wenn sie sich in dieser Form mit POUND beschäftigen möchten.

FAZIT: POUNDs zweites Album sucht und findet die Komplexität in der Schlichtheit und umgekehrt, den sprichwörtliche Teufel im Detail zwischen Wirrnis und Ordnung, Zügellosigkeit und Disziplin, Groove und gehobener Rhythmusmathematik. "Not for the faint-hearted", wie der Brite so treffend sagt.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 415x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
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