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Ayreon: Transitus (Review)

Artist:

Ayreon

Ayreon: Transitus
Album:

Transitus

Medium: CD/LP/CD+DVD/LP+CD/Download/CD+Blu-ray
Stil:

Progressive Rock / Metal

Label: Mascot / Rough Trade
Spieldauer: 120:51
Erschienen: 25.09.2020
Website: [Link]

Nach drei Jahren Vorbereitung und quasi dem Motto „Ein bisschen mehr geht immer” gibt's mal wieder ein Doppelalbum von AYREON auf die Ohren. „Transitus” erzählt die Geschichte des fiktiven Paares Abby und Daniel, dessen Liebe unter keinem guten Stern steht; anders als früher, als sich Lucassen wissenschaftlichen und futuristischen Themen widmete, stellt er sein jüngstes Werk ganz ins Zeichen von Horror im Geiste der stilprägenden Schauerliteratur, die sich gegen Ende der Romantik im Rahmen des Schaffens von insbesondere Edgar Allan Poe entwickelte. Das Ganze wurde noch mit einem Schuss Southern Gothic abgeschmeckt.

Namedropping gefällig? Kamelot-Sänger Tommy Karevik und Cammie Gilbert (Oceans of Slumber), die das im Zentrum stehende Pärchen verkörpern, darüber hinaus alte Bekannte wie Toehider-Genie Michael Mills (Toehider), Amanda Somerville, Marcela Bovio (MaYan) oder Simone Simons (Epica), aber auch Dee Snider (Twisted Sister), die Gitarren-Virtuosen Joe Satriani und Marty Friedman, Groove-Meister Johanne James (Threshold) am Schlagzeug, die israelische Chanteuse Noa Gruman (Scardust), Dianne van Giersbergen (ex-Xandria) und Metalcore-Emanze Caroline Westendorp (The Charm the Fury). Zudem hat der Visionär den englischen Schauspieler Tom Baker als zynischen Erzähler herangezogen, der in den 1970ern in der BBC-Kultserie „Dr. Who” den "vierten Doktor" verkörperte.

Fehlt noch das bemerkenswerteste Format des Doppeldeckers, ein Earbook mit vier CDs und einer DVD, das neben vielen weiteren Specials einen 5.1-Mix des Albums beinhaltet. Ein begleitender Comic stammt von dem chilenischen Zeichner Felix Vega.

Nun zur Musik an sich: Cammie Gilbert deklassiert schlichtweg alle (!) anderen Damen im Cast zu Statistinnen. Das wird umso nachdrücklicher klar, als "Transitus" stark von Dialogen geprägt ist , also gibt es nur wenige Songs, die auch für sich genommen im vollen Umfang zünden. 'Get Out! Now!' inklusive der rauen Vocals eines großartig aufgelegten Dee Snider, das treibende 'Condemned Without A Trial' und das ultra-dramatische 'The Great Beyond' kommen sehr nahe heran, während die Leistung der Amerikanerin bis zuletzt der Hauptanziehungspunkt des Albums bleibt.

'Talk of the Town' gestaltet sich mittelalterlich mit Spinett und Flöte - obwohl der Refrain stark an 'Dawn of A Million Souls' aus der "Universal Migrator"-Phase erinnert -, wobei man allerdings auch an Ian Parrys 'Courtyard Minstrel Boy' von "The Final Experiment" denken muss; sowieso vermittelt das aktuelle Werk viel vom Sound und von der Atmosphäre der ersten zwei, drei AYREON-Alben.

'Listen to My Story' deckt die Disziplin "klassischer Heavy Prog" mit fettem Orgel-Unterbau ab, wohingegen der sechsteilige, zehnminütige Einstieg 'Fatum Horrificum', der weitgehend instrumental und orchestral gehalten ist, mit opulenten Chor-Arrangements sowie unheilvollem Charakter gleich vorneweg die komplexeste Nummer im Aufgebot bleibt. In ihrem letzten Drittel wird es dann gewohnt rockig bis metallisch; die Suite stellt die beiden Schlüsselfiguren vor, die sich auch hinsichtlich des mit Bläsersätzen verzierten 'This Human Equation', einer offensichtlichen Anspielung auf den gleichnamigen Langspieler, nahtlos in Lucassens Gesamtwerk eingliedern.

Hörspiel-Elemente, Retrospektiven im Handlungsrahmen, theatralische Passagen, die das narrative Gerüst anschieben ('Daniel's Descent into Transitus') und parallele Geschehnisse machen "Transitus" zu AYREONS bis auf weiteres ultimativem Musical, das vorerst nicht auf die Bühne gebracht wird.

FAZIT: "Transitus" bietet die besten (ergreifenden, technisch eindrucksvollen, …) Darbietungen von Hauptfiguren in Arjen Lucassens Diskografie, gestaltet sich aber ansonsten relativ sperrig, doch wer sich mithilfe des begleitenden Graphic Novel eingehender mit der Platte beschäftigt, legt unverhofft das stärkste AYREON-Werk seit mindestens zehn Jahren frei.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 1112x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Fatum Horrificum
  • Graveyard
  • 1884
  • Daniel and Abby
  • Fatum
  • Why?!
  • Guilty
  • Daniel's Descent into Transitus
  • Listen to My Story
  • Two Worlds Now One
  • Talk of the Town
  • Old Friend
  • Dumb Piece of Rock
  • Get Out! Now!
  • Seven Days Seven Nights
  • Condemned Without A Trial
  • Daniel's Funeral
  • Hopelessly Slipping Away
  • This Human Equation
  • Henry's Plot
  • Message from Beyond
  • Daniel's Vision
  • She is Innocent
  • Lavinia's Confession
  • Inferno
  • Your Story Is Over!
  • The Great Beyond
  • Abby In Transitus

Besetzung:

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  • keine Interviews
Kommentare
Thorsten
gepostet am: 28.09.2020

Ed Warby spielt auf diesem Album nicht Schlagzeug. Es ist Juan van Emmerloot. ;)
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