Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Steve Perry: Traces – Alternate Versions & Sketches (Review)

Artist:

Steve Perry

Steve Perry: Traces – Alternate Versions & Sketches
Album:

Traces – Alternate Versions & Sketches

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Americana-Folk, Singer/Songwriter

Label: Fantasy/Concord/Universal Music
Spieldauer: 32:08
Erschienen: 04.12.2020
Website: [Link]

„Jetzt will ich einfach nur die Musik machen, die mir wirklich am Herzen liegt, mir etwas bedeutet. Ich hoffe, dass sie dann anderen Menschen wirklich etwas bedeuten wird.“ (Steve Perry)

Vor zwei Jahren erschien es wie ein kleines Wunder, als der JOURNEY-Sänger STEVE PERRY nach einer Vielzahl von Schicksalsschlägen und genau einem Vierteljahrhundert mit seinem Album „Traces“ wieder auf die musikalische Bühne zurückkehrte und stimmlich zwar etwas rauer und fragiler, doch zugleich so klang, als wäre er niemals fortgewesen.

Zwei Jahre später meldet sich Perry nun mit einer „Traces“-Version zurück, die er mit „Alternate Versions & Sketches“ untertitelt und die acht der damals zehn Songs in neu überarbeiteter, deutlich 'entelektrifizierter' Fassung, gänzlich ohne die breiten Funk- und Soul-Einlagen, enthält. Durch das Betonen des Akustischen rückt zugleich Perrys Stimme noch deutlicher in den Vordergrund der Aufnahmen. Bewusst wird dieses Mal der Fokus auf die vokale „Traces“-Ausstrahlung gerichtet. Und dass die Stimme des JOURNEY-Sängers nicht nur einen hohen Wiedererkennungswert, sondern auch erhebliches Charisma besitzt, sollte jedem Musikfreund wohlbekannt sein.

Einen genaueren Blick sollte man unbedingt auch auf das Cover werfen, welches auf den ersten Blick dem elektrifizierten „Traces“-Album, bis auf die finstereren Rottöne, gleich erscheint. Dem ist nicht so! Denn mit großer Liebe für die feinen, kleinen Details – genauso wie in der Musik auf „Traces – Alternate Versions & Sketches“ – wurden hier aussagekräftige Veränderungen vorgenommen. Der weiblich-erotische Aspekt (beispielsweise die wunderschönen nackten Frauen auf der Rückseite) fehlt gänzlich. Dafür zieht sich genau an derselben Stelle ein gigantischer Blitz von oben nach unten durch das Bild. Statt der E-Gitarre auf der Vorderseite entdecken wir nun an gleicher Stelle eine akustische Gitarre, statt einer halbnackten Dame in Kerzenstellung einen Klavier-Flügel und die sich um eine Weinflasche windende Klapperschlange ist verschwunden, wohingegen zwei Vintage-Konzertboxen und jede Menge Technik samt Tonband-Machine rechts und links des Bildes in bester Stereo-Manier platziert sind. Genau die erleben wir dann auch auf der Platte.

Warum aber die „abgespeckten“ Versionen zu „We Fly“ und „In The Rain“ fehlen, ist ein Rätsel, denn beide Songs dienten auf „Traces“ noch als bewegend-trauriger Abschluss der jeweiligen LP-Seite.

Dafür bewegt einen wieder „Most Of All“ besonders, der Song, den Perry gemeinsam mit Randy Goodrum schrieb – und in dem Perry umfänglich das bestätigt, was er bereits zu der Ur-Traces-Scheibe zum Ausduck brachte, als er feststellte: „Singen, das ist eigentlich immer eine unvorhersehbare Sache. Schließlich besteht dein Instrument gerade nicht darin, einen Finger auf eine Seite zu legen, den Finger auf Tasten zu drücken oder Schlagzeugstöcke zu halten. Dein Instrument bist nun mal… du selbst!“

Textlich bleibt natürlich alles beim Alten. Hier wird nichts abgespeckt – und die Themen drehen sich um Liebe, Trauer, Inspiration, Verzweiflung und Erneuerung. Und worden diese auf der Ur-Version manchmal noch von den fetten Sounds überlagert, so kommen sie nun zu hundert Prozent zur Geltung. Nichts mehr mit fett-großartiger Produktion, sondern fein abgespeckt und auf den Kern, sprich vorrangig die Stimme, reduziert, entfalten die acht Songs ihre zerbrechliche Schönheit, selbst wenn sie von einer Band und Streichern begleitet werden. In einigen der Songs sticht außerdem auffällig das großartige akustische Gitarrenspiel von WADDY WACHTEL hervor.

FAZIT: Wer das 2018er-„Traces“-Album von STEVE PERRY bereits besitzt und wem dieses gefällt, der wird bestimmt auch seinen Gefallen an dieser „Alternate Versions & Sketches“-Variante finden, gerade weil sie nicht wie ein billiger Abklatsch des vor zwei Jahren erschienenen Albums, sondern nach einer deutlich akustischeren, mehr auf Perrys Stimme orientierten Ausgabe klingt. Aber auch alle Freunde von gutem Americana-Folk-Singer/Songwriter-Stoff werden große Freude mit dem verträumt-anmutigen „Traces – Alternate Versions & Sketches“ haben.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1832x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Seite A (15:51):
  • Most Of All – Radio Mix (4:22)
  • No Erasin' – Acoustic (4:03)
  • I Need You – Acoustic (2:58)
  • Nio More Cryin' – Acoustic (4:28)
  • Seite B (16:17):
  • Most Of All – Stripped (4:32)
  • We're Still Here – Acoustic (3:55)
  • You Belong To Me – Stripped (4:06)
  • Sun Shines Gray – Acoustic (3:44)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Sieben mal sieben sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!