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The Obsessed: Incarnate (Ultimate Record Store Day Edition) (Review)

Artist:

The Obsessed

The Obsessed: Incarnate (Ultimate Record Store Day Edition)
Album:

Incarnate (Ultimate Record Store Day Edition)

Medium: LP/Download
Stil:

Doom / Stoner Rock

Label: Blues Funeral / Soulfood
Spieldauer: 81:11
Erschienen: 23.10.2020
Website: [Link]

Die Klammer sagt es bereits: THE OBSESSED begehen heimlich, still und leise das 40. Jubiläum ihrer Gründung und legen dazu in Zusammenarbeit mit Blues Funeral, dem Liebhaber-Label von Magnetic Eyes Jadd Shickler, die "Incarnate"-Compilation in remasterter Form neu auf.

Es handelt sich gleichwohl nicht bloß um die zweite Veröffentlichung der Demos- Single-B-Seiten und Alternativfassungen (u.a. auch Outtakes der "Streetside/Mourning"-Sessions von 1993) bekannter Tracks der amerikanischen Doom-Metal- und Stoner-Rock-Pioniere, denn "Incarnate" wurde mehrmals von verschiedenen Labels nachgepresst - zumeist allerdings auf CD, und die aktuelle Vinyl-Version macht sowohl haptisch als auch optisch und klanglich eine Menge her.

Aber Achtung: Grundsätzlich ist die Qualität bestens, aber aufgrund der unterschiedlichen Herkunft der vertretenen Tracks geht das Hörerlebnis logischerweise mit Schwankungen der Klangqualität einher. Das fies lärmende 'Endless Circles' in einer Live-Fassung ist eigentlich das einzige "lowlight". Die Coverversionen je eines Lieds von Eric Burdon ('Inside Looking Out') und Lynyrd Skynyrd ('On the Hunt') sind zur Wertschätzung der Combo vergleichbar unbedeutend.

Ansonsten zeichnen sich die 21 Tracks (acht mehr als auf der ersten Pressung) natürlich durch Scott "Wino" Weinrichs Handschrift als Gitarrist, Sänger und Komponist aus. Das Titelstück der "Sodden Jackal"-Debüt-EP, die seine allererste professionelle Gesangsaufnahme markierte, ist nur eine von zahlreichen Perlen, die jeder musikhistorisch halbwegs Interessierte kennen sollte, nicht zu vergessen den OBSESSED-Standard 'Neatz Brigade' (hier als polternden Jam, der eines der heldenhaften Solos des Leaders als Intro feilbietet) und der schepppernde Hardcore des anderthalbminütigen 'Indestroy', der an die Anfang der 1980er noch sehr vagen Grenzen zwischen den verschiedenen Genres und Szenen erinnert; insbesondere im Raum Washington D.C. (Minor Threat, etc.) war trotz Anfeindungen zwischen Punks und Langhaarigen im kleinen Rahmen an und für sich alles eins …

Weitere Argumente für einen Kauf gefällig? Das enorm eindringliche 'Concrete Cancer' mit seinem einzig und allein diesem Frontmann zuzuordnenden Gitarrensound und einer entsprechend unvergleichlichen Melodieführung, sowie 'Spirit Caravan', eine wahrlich beseelte Vorwegnahme dessen, was Weinrich im Zuge eines Drogenentzugs Mitte der 1990er erlebte und mit der gleichnamigen, leider kurzlebigen Band rekapitulierte, nicht zu vergessen 'Decimation', dessen chromatisches Leitmotiv und geschlagene Rhythmus-Haken längst legendär sind.

FAZIT: "Incarnate" eine Kompilierung von THE-OBSESSED-Raritäten, erfährt 2020 ihre letzgültige (Wieder-)Veröffentlichung und setzt den personell chronisch instabilen Underdogs des Doom ein in allen Belangen liebevolles Denkmal.

Andreas Schiffmann (Info) (Review 510x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Yen Sleep
  • Concrete Cancer
  • Peckerwood Stomp
  • Inside Looking Out
  • Mental Kingdom
  • Sodden Jackal
  • Iron and Stone
  • Indestroy
  • Mourning
  • Spirit Caravan
  • Skybone
  • On the Hunt
  • No Blame
  • Neatz Brigade
  • Hiding Mask
  • Endless Circles (live)
  • Streetside
  • Climate of Despair
  • Decimation
  • Fears Machine
  • Field of Hours

Besetzung:

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