Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Anus Butterfly: Heftig Wolf (Review)

Artist:

Anus Butterfly

Anus Butterfly: Heftig Wolf
Album:

Heftig Wolf

Medium: Download/Vinyl-EP
Stil:

Punk, Hardcore, Garage, Alternative

Label: Eigenvertrieb
Spieldauer: 22:27
Erschienen: 22.10.2021
Website: [Link]

„Cremt eure Löcher ein. Rockt. (Das kann man diskutieren:-)“ (Pressetext)

Okay, wenn man sich als Duo den Namen ANUS BUTTERFLY (Wer ist eigentlich Arsch und wer Schmetterling?) bzw. brutal übersetzt Schmetterlingsarschloch nennt, dann muss man einen an der Klatsche haben oder ähnlich abgefahren sein wie JIM MORRISON von den DOORS in seinem wildesten Drogenrausch.
Huch, ein komischer Vergleich, oder?
Nö, nicht wirklich, denn „Heftig Wolf“ von ANUS BUTTERFLY aus ehemals Gotha und nunmehr Berlin hört man diesen Einfluss an – aber auch extrem abgefahrene DANZIG kämen einem in den Sinn. Nur klingt das bei ANUS BUTTERFLY alles oftmals noch recht pedantisch sowie amateurhaft und ist zudem nicht sonderlich gut produziert, sodass der Sound sich eher nach einer Garagen- oder Keller-Demo als nach einer Studioproduktion anhört.

Heftig Wolf“ ist aber auch keine komplette LP geworden, sondern eine Vinyl-EP, die in 45er-Geschwindigkeit auf dem Plattenteller abgespielt werden muss. Zudem wird trotz des deutschsprachigen Titels englisch gesungen. Also insgesamt gibt’s hier eine fette Retro-Breitseite. Trotzdem ist der Klang gerade bei den lauteren Krachern nicht gelungen – oft zu dumpf und schwammig. Wirklich gute Stereo-Effekte sucht man vergebens. In dem Falle haut's mit dem 'arschigen' Bandnamen wirklich hin – und Schmetterlinge im Bauch oder den Ohren werden einem so auch nicht beschert, selbst wenn die beiden Jungs sich am Schlagzeug und der Gitarre gehörig austoben, wobei der Gitarrist dazu ausgiebig seine raue Stimme erklingen lässt, die zwischen leichter Morrison-Ähnlichkeit und echt nervend tatsächlich alles zu bieten hat. Sie selber nennen das 'liebevoll': „Typen (… stramme Burschen) aus den Thüringer Landen, die seit mehr als einer Dekade die Hauptstadt ihr Zuhause nennen, vermöbeln ihre Instrumente (Gitarre + Schlagzeug) als Ausdruck ihrer Freundschaft.“

Zum Highlight der EP mausert sich – speziell des Morrison-Flairs wegen – der die EP-A-Seite abschließende Song „Flowers“ und auch der Start der B-Seite schließt sich teuflisch tanzend dieser Stimmung an. Das gefällt, auch weil eben der Schreifaktor bei diesen Titeln deutlich zurückgefahren wurde. Die anderen vier Stücke dagegen erfüllen genau das, was die Jungs selber als „ein Ventil, alles von Innen nach Außen zu ballern“ und „manchmal sauwütend und zerstörerisch aggressiv“ beschreiben. Da sind dem Kritiker jedenfalls ihre zwei Songs der Kategorie „Fein und einfühlsam“ viel lieber, weil eben hier der Sound auch deutlich besser rüberkommt.

FAZIT: Wenn zwei 'stramme Burschen' mit Gitarre, Schlagzeug und Stimmbändern so richtig draufhauen, sich noch dazu einen Arsch voll drum kümmern, was man von ihrem Namen ANUS BUTTERFLY halten soll und trotz einem deutschen Debüt-EP-Album-Titel namens „Heftig Wolf“ dann doch nur englisch singen und schreien, wobei beim Singen tatsächlich manchmal Erinnerungen an eine echte Legende – Jim Morrison von den DOORS – geweckt werden und noch dazu die EP-Produktion klangtechnisch einen nicht vom Stuhl reißt, schon gar nicht von dem auf dem Cover, dann kann man den beiden Jungs nur zustimmen, wenn sie selber feststellen: „erfrischend schlecht, aber auch verdammt gut – nichts für zart besaitete Seelen“. Wenn sie jetzt noch das 'erfrischend Schlechte' ins ausschließlich 'verdammt Gute' umwandeln könnten, dann wird das noch was, auch ohne eingecremte Löcher…

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 640x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 7 von 15 Punkten [?]
7 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Seite A (12:12):
  • Autsch mein Bein
  • Mean Machine
  • Flowers
  • Seite B (10:15):
  • Easy Devil Dance
  • Heftig Wolf
  • Paradise Motherfucker

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vierunddreißig minus zweiundzwanzig sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!