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Dr. Elephant´s Revolution: On Our Own (Review)

Artist:

Dr. Elephant´s Revolution

Dr. Elephant´s Revolution: On Our Own
Album:

On Our Own

Medium: CD/Download
Stil:

Kruder Alternative/Crossover Metal mit dem gewissen Etwas

Label: dein-studio records
Spieldauer: 68:27
Erschienen: 04.09.2020
Website: [Link]

Ja, das ist schräg. Ja, das ist gewöhnungsbedürftig. Ja, das ist kein Mainstream-Metal, aber gerade deshalb ist das dritte DR. ELEPHANT´S REVOLUTION Album „On Our Own“ ein Frontalangriff auf das Establishment und deutlich zwingender als alles, was im Jahr 2020 unter der Flagge „Alternative Metal“ angetreten ist. Der Titel der Scheibe „On Our Own“ ist dabei durchaus Programm, denn neben Käpt´n Maggie de Vault (Gesang, Gitarren) und dem Ersten Offizier Fred Hubert (Schlagzeug), gibt es auf dem abgetakelten Seelenverkäufer keine weiteren Crewmitglieder, die beiden Seebären gehen zunächst allein auf große Fahrt und versuchen, musikalisch Gefangene zu machen.

Daneben gibt es sporadische Auftritte einiger Leichtmatrosen, die gekonnt Cello, Bass und Backing Gesang besteuern, um so das Gesamtkunstwerk DR. ELEPHANT´S REVOLUTION zu komplettieren. Das Ergebnis ist ebenso fesselnd wie verstörend, letzteres allerdings nur, wenn man seine Erwartungen über das Dargebotene stellt und nicht den Versuch unternimmt, vorurteilsfrei die Kompositionen auf sich wirken zu lassen, denn neben einer Vielzahl unverhoffter Wendungen gibt die Reise über diverse Untiefen, entlang kantiger Riffs und von Klippen umrahmter, unbekannter Gewässer, den Blick auf neue Horizonte frei, die zunächst wie hinter einer Nebelwand verborgen sind, sich dann aber plötzlich in gleißendem Sonnenlicht manifestieren.

Gleich zu Beginn fesselt das Cello (als Nebelhorn eingesetzt) den Hörer im mystisch anmutenden „Styx“, das neben seiner Stoner Rock Attitüde den Aufbruch und das „in See stechen“ markiert, das trotzige Motto „we have no masters - we will never surrender“ inklusive, während der Zweimaster mit „Canary In A Coal Mine“ (nein, kein THE POLICE Cover) erstmals etwas mehr Fahrt aufnimmt, da die Crew hier Härte in Form eines zwar simplen, dadurch aber umso wirkungsvolleren Gitarrenriffs, ins Spiel bringt. Im weiteren Verlauf ist „Goose Stepping Steam Train“ zunächst als punkige Hochgeschwindigkeitsnummer konzipiert, deren Struktur gegen Ende durch Half Beat erfrischend aufgebrochen wird.

Richtig hohe Wellen schlägt „Wand“ als groovendes Monster, das auch noch vom Gesang in Züricher Dialekt auf ein ganz besonderes Level gehoben wird. Ein echter Hit – doch wenn man schon denkt, dass es nicht mehr besser werden kann, legen der Käpt´n und seine Crew nach: „The Nut“ ist eigentlich viel mehr THE CLASH oder auch CAPITANO als Metal, Falsettgesang und abgefahrenes Gitarrensolo geben dem Titel eine extrem pikante Würze. Ebenso aus dem Rahmen fällt „Man Over Board“ – mit an MICHAEL JACKSON´s „Billie Jean“ erinnerndem Drumintro. Die bohrende Frage nach der Sinnhaftigkeit des Daseins wird durch den harten Chorus, der die sanfte Strophe pulverisiert, schön unterstrichen.

Nach dem Spoken Words Intermezzo „Flying Amsterdam: New Horizons“, stampft der Kahn der Eidgenossen wiederum durch tosendes Gewässer. „On Our Own“ besticht durch grandiosen Spannungsaufbau und tolles Songwriting, das anschließende „La Petite Fleur Rouge“ geht wieder deutlich mehr in Richtung Avant Garde, ohne den roten Faden zu verlieren. Doch bevor es wieder zurück in den heimischen Hafen geht, halten DR. ELEPHANT´S REVOLUTION mit „Unicorns On Parade“, „Black Hound“ und dem hypnotischen „Mother?!“ weitere Herausforderungen für die Zuhörer bereit, denen man sich stellen sollte, um die Songs in ihrer Gesamtheit begreifen zu können, bevor „The Last Song: Condemned By The Gods“ als 8 minütiges Epos die Rückkehr in heimatliche Gewässer einläutet.

FAZIT: DR. ELEPHANT´S REVOLUTION werden mit ihrem Alternative Metal Meisterwerk „On Our Own“ sicher die Metall Gemeinde spalten. Auf fast 70 Minuten gibt es musikalisch einiges zu entdecken und wer sich nicht scheut, auf dem Seelenverkäufer mitzufahren, wird nach einem wahren Höllenritt um viele Eindrücke und die Erkenntnis reicher sein, dass es neben den ausgetretenen Pfaden des Metal-Mainstreams ein Terrain gibt, das mit Innovationen, Crossover und teilweise schierer Experimentierfreude glänzt und bei weitem noch nicht vollständig erschlossen ist.

Stefan Haarmann - Stellv. Chefredakteur (Info) (Review 1143x gelesen, veröffentlicht am )

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  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
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Tracklist:
  • Styx
  • Canary In A Coal Mine*
  • Goose Stepping Steam Train
  • Wand*
  • The Nut*
  • Shadow
  • Man Over Board*
  • Flying Amsterdam: New Horizons
  • On Our Own*
  • La Petite Fleur Rouge
  • Unicorns On Parade
  • Black Hound
  • Mother?!*
  • The Call Of The Void
  • The Last Song: Condemned By The Gods
  • *Anspieltipp

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
She
gepostet am: 03.01.2021

User-Wertung:
15 Punkte

Absolut hammer Album und live noch viel besser!
Eirik
gepostet am: 05.01.2021

User-Wertung:
12 Punkte

Hört sich echt toll an (die Sachen, die ich bei Youtube fand) - und die Videos !! Ich würde gerne etwas von denen kaufen, es sind aber keine CDs zu finden und digital geht's nur über Spotify, Apple Music u.ä. bei denen ich kein Konto habe und mir auch nicht vornahm das dieses Jahr zu ändern. Wirklich schade!
Holger
gepostet am: 05.01.2021

Hallo Eirik,
hast du mal die Band angeschrieben?
Manchmal geht da was auch abseits der Streaming-
Plattformen.
VG
Eirik
gepostet am: 07.01.2021

Jetzt ja, über https://derneu.dein-studio.com
War das einzige was ich finden konnte. Mal schauen...
Übrigens, an die Seitenmacher: Alle Links zu Euren Seiten funktionieren seit Tagen nicht mehr. Wenn ich allerdings über Google das Review suche, kann ich es aufrufen!
Stefan
gepostet am: 07.01.2021

@Erik:
Danke für den Hinweis. Das waren Serverprobleme, die nun behoben sein sollten.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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