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Mick Fleetwood & Friends: Celebrate The Music Of PETER GREEN (Review)

Artist:

Mick Fleetwood & Friends

Mick Fleetwood & Friends: Celebrate The Music Of PETER GREEN
Album:

Celebrate The Music Of PETER GREEN

Medium: 4-LP-Set/BluRay+2CD
Stil:

Kult, Blues, Folk, Rock

Label: BMG
Spieldauer: Blu-Ray – 144:51 / CD's – 115:34
Erschienen: 30.04.2021
Website: [Link]

„Das Konzert stellte eine Feier zu Ehren jener frühen Blues-Tage dar, in der wir alle anfingen. Es ist wichtig, den tiefgreifenden Einfluss zu erkennen, den Peter und die frühen Fleetwood Mac auf die Musikwelt hatten. Peter war mein größter Mentor und es war mir eine Freude, mich vor seinem unglaublichen Talent zu verneigen. Es war mir eine Ehre, die Bühne mit einigen von vielen Künstlern zu teilen, die Peter über die Jahre inspiriert hat und die meine Bewunderung für diesen außerordentlichen Musiker teilen. 'Then play on...'“ (Mick Fleetwood, der die Musiker für dieses eine Konzert eigenhändig auswählte und zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen konnte, dass Peter Green vier Monate später versterben sollte.)

25. Februar 2020! Die Welt – zumindest die Musikwelt – war noch in Ordnung und in London fand im Palladium ein Konzert der absoluten Superlative statt. Natürlich restlos ausverkauft, denn hier erwartete das begeisterte Publikum eine einzigartige Aufführung zu Ehren des Gründers von FLEETWOOD MAC, der die ersten (Blues-)Jahre dieser Band federführend prägte und mit seinem unglaublichen Talent Fans wie auch Band- und Musikerkollegen faszinierte, bis er dann Mitte der 70er-Jahre im Sumpf aus Drogen und anderen Rauschmitteln nach und nach dem Wahnsinn verfiel und aus 'The Green God' und dem 'besten weißen Blues-Musiker' ein trauriges Häuflein Musikerelend wurde, welches zugleich die These bestätigte, wie nah doch Genie und Wahnsinn beieinanderliegen. PETER GREEN sein Name. Sein(e) Beruf(ung): Blues-Rock-Legende. Sein Status: Zwar bereits verstorben, aber als Musiker unsterblich.

Aber das Konzert bezeugt auch aus anderer, völlig unerwarteter Sicht, wie nah Glück und Unglück beieinanderliegen. Denn MICK FLEETWOOD, der große, altehrwürdige, Schlagzeug spielende Kopf hinter allem, gelang es tatsächlich mit seinen „Friends“ ein Who Is Who von Musikern zusammenzuholen, die Rang und Namen und Weltruhm besitzen und diesen Konzert-Abend allein schon durch ihre Anwesenheit und Mitwirkung zu einem einzigartigen Erlebnis werden ließen. Insgeheim schwebte bei diesem Konzert zugleich der Wunsch mit, dass auch PETER GREEN, wenigstens als stiller Zuschauer, mit dabei sein würde. Doch dieser Wunsch blieb unerfüllt – und nur ein paar Monate später erschütterte alle Blues-Musikfreunde, die beteiligten Musiker und natürlich FLEETWOOD MAC die Nachricht vom Tode Greens am 25. Juli 2020. So wurde (wohl nachträglich) dieser aus zwei CD's und einer Blu-Ray im Digi-Book bestehenden Veröffentlichung noch eine sehr schönes R.I.P.-Gedenkkärtchen beigefügt.
Der zweite Schock war dann der massive Ausbruch der Covid-Pandemie, welcher das komplette Kulturleben zum Erliegen brachte, weswegen diese unglaubliche Show, der noch einige weitere folgen sollten, tatsächlich die bisher einzige blieb. Welch Glück, dass dieses außergewöhnliche Musik-Ereignis nun in so hochwertiger Ton- und Bildqualität auf Blu-Ray, CD's und LP's bewundert werden kann, wo einem das 'echte' Live-Erlebnis leider auch weiterhin bis auf unbestimmte Zeit vorenthalten wird.

Dem Ruf von Mick Fleetwood, zu Ehren Peter Greens ein Tribute-Konzert zu veranstalten, kamen jedenfalls sehr viele Musiker nach, sodass am 25. Februar 2020 fast auch die komplette FLEETWOOD MAC-Besetzung auf der Bühne des ausverkauften Londoner Palladium stand. Nach und nach präsentierten sich dann die Gäste, angesagt und eingeführt durch Mick Fleetwood, für die jeweiligen für sie vorgesehenen Songs der von MICK FLEETWOOD angeführten 'Hausband', bestehend aus DAVE BRONZE, JOHNNY LANG, ANDY FAIRWEATHER LOW, RICKY PETERSON und RICK VITO. Besonders beeindruckend ist in jedem Fall der Auftritt des sich insgesamt ungewöhnlich zurückhaltend agierenden DAVID GILMOUR, der mit seiner Gitarre tatsächlich eine kurze Zeit lang im zweiten Teil von „Oh Well“ für eine echte PINK FLOYD-Atmosphäre sorgt und auch am erfolgreichsten Green-Klassiker „Albatross“, diesmal mit seiner Pedal Steel, beteiligt ist.

Doch eigentlich müsste man auch alle anderen Gäste hervorheben, denn jeder verleiht der zeitlosen Green-Fleetwood-Mac-Musik seine ganz eigene Note, ob das nun JOHN MAYALL, PETE TOWNSHEND, NEIL FINN, NOEL GALLAGHER, STEVEN TYLER, JEREMY SPENCER, ZAK STARKEY als zweiter Drummer und, und, und ist…
Und wenn wer glaubt, dass der OASIS-'Stänkerer' Noel Gallagher vielleicht irgendwie für Unruhe sorgen könnte, dann unterliegt derjenige einem fetten Irrtum. Denn gerade der Gallagher-Bruder sorgt mit seinem zurückhaltenden Akustik-Set für eine faustdicke, tief bewegende Überraschung.

Das komplette Konzert lang aber ist MICK FLEETWOOD nicht nur als offensichtlicher Strippenzieher hinter diesem konzertanten Großereignis erkennbar, sondern er hält diese Strippen auch während des Konzerts souverän in der Hand, was gerade dadurch beachtlich ist, da es ja das erste Konzert war, dessen Fortsetzung dann durch die Pandemie so brutal ausgebremst wurde. Sehr hilfreich ist dabei auch der Teleprompter, von dem der Schlagzeuger die akribisch vorbereiteten Texte ablesen kann und auch die Videoleinwand im Hintergrund, auf der parallel dazu historische Filmaufnahmen laufen.
So erzählt Mick Fleetwood beispielsweise die Geschichte von der Entstehung der Band, wobei viele Bilder auf der Leinwand seinen Rückblick illustrieren und zugleich leitet er damit den akustischen Teil unter Federführung von NOEL GALLAGHER ein.

Sogar die Videoeinspielung eines uralten FLEETWOOD MAC-Originalauftritts ist zu sehen und hören, bevor PETE TOWNSHEND für „Station Man“ auf die Bühne gerufen wird, der dann, bevor er richtig loslegt, darüber spricht, welch enorme Bedeutung Green für seine eigene Entwicklung hatte. Übrigens klingt „Station Man“ dann deutlich mehr nach einer Blues-Rock-Nummer von THE WHO als nach Peter Green.

Alle beteiligten Musiker feuern sich vor und hinter der Bühne regelrecht an, um ihre Höchstleistungen aus sich und den anderen herauszukitzeln, was auch durchgängig gelingt, wie es nun für alle Zeiten auf der Blu-Ray festgehalten ist, wobei auch ein guter Einfall war, mitunter während des Konzerts und kurzer Wechsel- oder Umbauphasen hinter der Bühne zu filmen, wo die jeweiligen Musiker auf ihren Auftritt warteten.

Die ausgezeichnete HD-Bild- und dolby-digitale Ton-Qualität sowie dass mitunter mehrere Bilder aus unterschiedlichen Kameraperspektive nebeneinander gestellt werden, vervollkommnet diese ungemein wertvolle Konzert-Film-Veröffentlichung.
Chapeau! Besser kann man's wirklich nicht machen!

FAZIT: Das ist Blues-Rock, der so unglaublich geil ist, dass es einem beim Hören schon fast unheimlich wird, auch weil alle Musiker so perfekt aufeinander abgestimmt sind und man den Eindruck gewinnt, dass sich der Geist eines PETER GREEN vielfach in ihnen fortgepflanzt hätte. Alle beteiligten Musiker verbeugen sich mit ihrer Musik vor dem Schaffen von Peter Green, dem sie Tribut zollen, betreiben aber keinerlei Beweihräucherung ihrer eigenen Person, was dieses Konzert im Endeffekt sogar besonders sympathisch macht. MICK FLEETWOOD & FRIENDSCelebrate The Music Of PETER GREEN“ ist eine Konzertaufnahme der Superlative auf Blu-Ray plus Doppel-CD plus Digi-Book, was nicht nur an den beteiligten weltberühmten Musikern, sondern auch an der perfekten Bild- und Ton-Qualität sowie an der Live-Leidenschaft und Liebe zum Blues liegt, die sofort auf den Betrachter überspringt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1983x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Blu-Ray – Concert Film (147:00):
  • = Act I =
  • Rolling Man
  • Homework
  • Doctor Brown
  • All Your Love
  • Rattlesnake Shake
  • Stop Messin' Round
  • Looking For Somebody
  • Sandy Mary
  • Love That Burns
  • The World Keep On Turning
  • Like Crying
  • No Place To Go
  • Station Man
  • = Act II =
  • Man Of The World
  • Oh Well (Pt. 1)
  • Oh Well (Pt. 2)
  • Need Your Love So Bad
  • Black Magic Woman
  • The Sky Is Crying
  • I Can't Hold Out
  • The Green Manalishi (With The Two Prong Crown)
  • Albatross
  • Shake Your Money Maker
  • CD 1 – Act I (59:57):
  • Rolling Man
  • Homework
  • Doctor Brown
  • All Your Love
  • Rattlesnake Shake
  • Stop Messin' Round
  • Looking For Somebody
  • Sandy Mary
  • Love That Burns
  • The World Keep On Turning
  • Like Crying
  • No Place To Go
  • Station Man
  • CD 2 – Act II (55:37):
  • Man Of The World
  • Oh Well (Pt. 1)
  • Oh Well (Pt. 2)
  • Need Your Love So Bad
  • Black Magic Woman
  • The Sky Is Crying
  • I Can't Hold Out
  • The Green Manalishi (With The Two Prong Crown)
  • Albatross
  • Shake Your Money Maker

Besetzung:

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