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Robin Trower: Another Days Blues (2005) 2021-Vinyl-Remaster (Review)

Artist:

Robin Trower

Robin Trower: Another Days Blues (2005) 2021-Vinyl-Remaster
Album:

Another Days Blues (2005) 2021-Vinyl-Remaster

Medium: LP/Remaster
Stil:

Blues Rock und Balladen

Label: Repertoire Records
Spieldauer: 51:20
Erschienen: 30.04.2021
Website: [Link]

Bereits der Album-Titel vom Ex-PROCOL-HARUM-Gitarristen ROBIN TROWER verrät uns, wohin die Reise auf seinem im Jahr 2005 erschienenen und nun erstmals als 180g-Vinyl-Version-Abbey-Road-Remaster neu durch Repertoire Records aufgelegten Solo-Album geht. „Another Days Blues“ ist ein buntes Blues-Spektakel, zwischen rockigen und wunderbar sanften Klängen, welches sich ideal für die besonderen Tage, in denen man vielleicht selber den Blues hat, eignet.
Blues für die speziellen Gelegenheiten, egal ob diese gut oder weniger gut laufen und die man, wie auch immer, trotzdem irgendwie überstehen muss.

Da passt gleich die Eröffnungsnummer „Inside Out“ nur zu gut, egal, ob das nun „Von innen nach außen“ oder einfach „Verkehrt herum“ bedeutet. Hier geht’s jedenfalls noch etwas flotter zur Sache, bis wir im „Someday Blues“ so langsam durch die Finsternis schweben, als wäre größte Trauer angesagt. So wird dann auch der von DAVEY PATTISON, welcher als Hauptsänger agiert und so einige Ähnlichkeit zu seinem 2002 verstorbenen und lange Zeit von einer verdammt fiesen Krankheit gequälten Vorgänger JAMES DEWAR von STONE THE CROWS aufweist, gesungene Mega-Blues „I Feel So Bad“ zum Gesamtprogramm nicht nur für „Another Days Blues“, sondern irgendwie auch für Dewar.

Mit „Another Days Blues“ zieht der britische Gitarrist jedenfalls alle Register, besonders die traurigen. Warum er aber fast jeden Song mit einem billigen 'Fade out' beendet, ist bei einem musikalisch so versierten 1-A-Blueser allerdings die große Frage. Fiel ihm zum Ende hin nichts mehr ein? Übermannte ihn die in Töne gegossene Trauer so sehr, dass er nicht mehr weiterspielen konnte? Hatte er keine Lust mehr? Oder ließ er ein Uhr laufen, damit sich auch alle Songs zwischen 3 und 5 Minuten bewegten?
Seltsam ist dieser Umgang mit den eigenen Blues-Nummern auf jeden Fall. Und es passt auch nicht zu einem so großartigen Musiker wie ROBIN TROWER.

Dabei strotzen die 12 Songs vor purer Emotionalität. Ohne dabei übertriebene Hektik oder große Aufregung zu verbreiten. Entspannt bis hin zur Traurigkeit. Na ja, vielleicht wird ja zu den Ausblendungen gegriffen wie zu einem Taschentuch, mit dem man vorsichtig die Tränen wegwischt, die einem vom Gesicht kullern, wenn man den einen oder anderen Song auf „Another Days Blues“ hört.

Repertoire Records haben sich noch dazu gehörig ins Zeug gelegt und diesem beeindruckenden Album ein einen sound-technisch ausgezeichneten Vinyl-Schnitt in den Abbey Road Studios verpasst, sodass es erstmals in dieser Qualität auf Vinyl erhältlich ist. Auch auf den gewohnten LP-Einleger haben sie nicht verzichtet, auf dessen einer Seite ganzseitig das Cover-Bild ohne jegliche Schriftzüge und auf der anderen Seite ein umfangreicher Begleittext von Chris Welch plus genaue Angaben zu jedem Song zu finden sind.

Ebenfalls fantastisch ist bei diesem Mastering auch, wie viel Wert darauf gelegt wurde, dass neben dem Klang der Gitarre die herrlich nostalgischen Orgel-Parts von Nicky Brown deutlich herauszuhören sind, die vielen der Songs ihre ganz spezielle Atmosphäre verleihen, manchmal gar an BOOKER T. & THE MG's erinnern. Aber auch dass uns mit HAZEL FERNANDEZ mal eine weibliche Lead-Sängerin auf der zweiten LP-Seite beglückt, um uns mitzuteilen, dass sie auf der Suche nach der wahren Liebe ist, die sie mit so einer Blues-Röhre doch glattweg finden müsste, ist für ein Trower-Album schon ungewöhnlich.

Das Album endet mit dem schwer emotionalen, in diesem Falle von Trower selber gesungenen und nur mit Bass, Gitarre und Schlagzeug instrumentierten, Slow Blues „This Blue Love“, der auch beim Hören des Textes tatsächlich die schon zuvor angekündigten Tränen fließen lässt. Ja, das ist echt Blues-Musik für Leute mit Taschentuch in der Lederhose, die noch immer den Blues haben und sich nicht dafür schämen oder verstecken.

„This Blue Love“ ist ein großartiger Abschluss für ein richtig gutes Album, das verstärkt die ruhige Seite von ROBIN TROWER bedient und hervorhebt, aber dummerweise auch viel zu oft bei vielen Songs die 'Fade Out'-Taste bedient.

Komplettes Album

FAZIT: „Another Days Blues“ aus dem Jahr 2005 des PROCOL HARUM-Gitarristen ROBIN TROWER, der rundum den (größtenteils traurigen) Blues erklingen lässt, hat es längst verdient, auf schweres Vinyl mit einem Abbey Road Master gepresst zu werden. Repertoire Records hat sich ein Herz genommen und diese klangvolle Mission in die Tat umgesetzt. Blues, der hauptsächlich diesem Urgefühl von Trauer einen beeindruckenden, leider zu oft am Song-Ende ausgeblendeten, Klang verleiht. Hätte Trower auf jegliches 'Fade out' verzichtet, wäre dies aus rein emotionaler Sicht eins seiner absoluten Spitzen-Alben.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 397x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (24:16):
  • Inside Out (2:51)
  • Someday Blues (4:40)
  • Sweet Little Angel (4:52)
  • 21st Century Blues (4:42)
  • Next In Line (3:35)
  • Go My Way (3:36)
  • Seite B (27:04):
  • Extermination Blues (4:47)
  • Looking For A True Love (3:55)
  • Shining Through (5:11)
  • Crossroads (3:26)
  • Feel So Bad (4:10)
  • This Blue Love (5:35)

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