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Stone The Crows: Teenage Licks (Review)

Artist:

Stone The Crows

Stone The Crows: Teenage Licks
Album:

Teenage Licks

Medium: Remaster/CD
Stil:

Progressiver Soul- und Blues-Rock

Label: Repertoire Records
Spieldauer: 39:09
Erschienen: 11.06.2021
Website: [Link]

Ob es dem singenden Bassisten JIM DEWAR, der maßgeblich den Sound auf den ersten beiden STONE THE CROWS-Alben prägte, wohl stank, dass er – als wirklich auch guter Sänger ausgebotet – auf dem zweiten Album nur noch hintergründig seine Stimme erheben durfte?
Es ist zu vermuten, denn auch wenn MAGGIE BELL stimmlich sehr einer JANIS JOPLIN ähnelte, die im gleichen Jahr 1970 starb, in dem die ersten beiden STONE THE CROWS-Alben der schottischen Blues-Soul-Psyche-Rocker erschienen waren, und man gerade mit dem zweiten Album wohl einen gewissen Profit daraus ziehen wollte (und auch zog), so war es schlicht und ergreifend ungerecht, diesem gleichfalls charismatischen Sänger auf „Ode To John Law“ gänzlich das Mikro zu entziehen.

JIM DEWAR blieb diesbezüglich dem ursprünglichen Sound seiner nunmehr Ex-Band treu und wechselte zur Band des PROCOL HARUM-Gitarristen ROBIN TROWER, der solistisch viel mehr dem härteren und psychedelischen Blues huldigte.

Parallel zu Dewar schmiss auch der Keyboarder JOHN McGINNIS das Handtuch, sodass die Krähen tatsächlich ziemlich gesteinigt daherkamen und vor ihrem dritten Album arg dezimiert wurden, aber schnell mit STEVE THOMPSON am Bass und RONNY LEAHY hinter den Tasten Ersatz fanden und bewusst nur noch auf Bells Gesang setzten.

Ein wenig erinnert der Einstieg mit „Big Jim Salter“ an DEEP PURPLEs „Woman From Tokio“, auch wenn es bei denen noch gut ein Jahr dauern sollte, bis sie mit diesem Song große Erfolge feiern sollten.

Das folgende „Faces“ hingegen trägt ein gehöriges TEMPTATIONS-Soul-Feeling in sich, welches wie das kleine Schwesterchen von „Papa Was A Rolling Stone“ klingt und „I May Be Right May Be Wrong“ swingt sogar, während „Aileen Mochree“ als schottisches Traditional daherkommt. Ein fetter Einstieg und überraschende Neuausrichtung allemal, was aber zugleich darauf verweist, dass sich die Klangwelten hinter STONE THE CROWS recht deutlich veränderten und alles Jammende und Psychedelische sowie leider auch eine zweite männliche Stimme der Vergangenheit angehören.
Obwohl diesbezüglich das starke „One Five Eight“, mit knapp sechseinhalb Minuten schon der längste Song des Albums, die rühmliche Ausnahme ist und in sich die Psyche-Stärken der ersten beiden Alben vereint.

Als Cover-Version musste dieses Mal BOB DYLAN mit „Don't Think Twice“, ein seltsam zahnlos wirkender, langsamer Blues, der Mr. Dylan in dieser Version nicht wirklich zu Ehren gereichte, herhalten. Doch trotz (oder gerade wegen) einer deutlich mainstreamigeren Orientierung und mehr Melodieverliebtheit sowie der Hinwendung zu ruhigeren, souligeren Stücken wurde das 1971er-Album „Teenage Licks“ zum erfolgreichsten Album von STONE THE CROWS.

Highlight, aber definitiv kein 'Hit', des Albums ist dann der letzte Song „Seven Lakes“, der aus der gesamten Album-Struktur ausbricht und auf akustisches Piano und Gitarre setzt, die sich von einer anfänglichen Ballade bis hin zu filigranen Jazz-Strukturen entfaltet und leider viel zu schnell schon nach drei Minuten endet. Hier kommen deutliche Erinnerungen an JADE WARRIOR auf, eine der großartigsten und viel zu unbekannten Folk-Prog-Bands überhaupt.

Wie wohl wäre unter normalen Bedingungen das musikalische Geschick von STONE THE CROWS weitergegangen?
Vielleicht genau in diese Richtung – schön wär's.
Doch dann folgte die Katastrophe...

FAZIT: Der dritte STONE THE CROWS-Streich von Repertoire Records als EROC-Remaster im schönen Digipak samt umfangreichem Booklet ist diesmal das erfolgreichste der insgesamt vier Alben der schottischen Blues-Rocker, welche sich nunmehr auch souligen Klängen öffnen. „Teenage Licks“ erschien 1971 und hatte ausschlaggebenden Anteil mit daran, dass Sängerin MAGGIE BELL kurze Zeit später im Leser-Poll des Melodie Maker den Spitzenplatz als beste weibliche Sängerin eroberte.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1209x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Big Jim Salter
  • Faces
  • Mr. Wizard
  • Don't Think Twice
  • Keep On Rollin'
  • Ailen Mochree
  • One Five Eight
  • I May Be Right May Be Wrong
  • Seven Lakes

Besetzung:

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