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Alvenrad: Veluws IJzer (Review)

Artist:

Alvenrad

Alvenrad: Veluws IJzer
Album:

Veluws IJzer

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Skaldic Metal

Label: Luidheim
Spieldauer: 41:42
Erschienen: 23.09.2022
Website: [Link]

Make it or break it – die bekannte Formel für das dritte Langspielalbum und deren etwaige Vorhersagekraft brauchen die niederländischen Epic-Folk-Metaller ALVENRAD nicht zu fürchten: Auf "Veluws IJzer" (das Eisen der Veluwe) präsentiert sich im Grunde erstmalig eine echte, hörbar eingespielte Band, deren Musikalität während der Zwangspause der letzten Jahre beeindruckend gereift ist.

Der Album-Opener "De Stuwwal" greift im soliden Midtempo einige Borknagar-Trademarks auf, der Refrain hingegen erinnert an das (absolut hörenswerte) Stormsterk-Album des ALVENRAD-Gründungsduos Jasper Strik und Mark Kwint. "De Vliegden" taucht tiefer noch in schwarzmetallische Gefilde ein, und schnell wird deutlich, dass die beiden noch nie souveräner sangen. Vor allem der Chorgesang verleiht "Veluws IJzer" etwas Erhabenes, das in dieser Form leider eher selten im Folk Metal zu finden ist, doch nicht ohne Grund bezeichnen die Niederländer ihren Stil als "Skaldic Metal" – auch, um nicht mit eher fragwürdig "folkigen" Bands verwechselt zu werden. Das Eisen der Veluwe wird nämlich in der Tradition von Myrkgrav, Windir, Bathory oder eben der bereits erwähnten Borknagar geschmiedet. Die zweite Single-Auskopplung "Roodwild" verbindet deren Sound mit klassischem, epischem Metal. Dass dieser derweil wie aus einem Guss klingt, ist nicht zuletzt Schlagzeuger Nathanael Taekema und seinem songdienlichen Spiel zu verdanken, mit dem er für eine metallische Substanz sorgt, die dem Duo und seinen (aus Rock-Bands rekrutierten) Freunden in den ersten Jahren naturgemäß noch ein wenig abging.

Auch "De Marke" wurzelt im düsteren Metal, tönt jedoch ähnlich landschaftsmalerisch und sehnsuchtsvoll wie die jungen Empyrium, was nicht groß verwundern mag, denn so wie sich Markus Stock in den nächtlichen Szenarien seiner Rhön verlor, setzen auch die Niederländer ihrer heimischen Heidelandschaft ein schwärmerisch-nächtliches Denkmal. Das wird zu Beginn der B-Seite überdeutlich, wenn der Ruf "Veluwe" weithin erschallt. Der Titelsong nimmt so gemächlich wie unwiderstehlich Fahrt auf, die kurzen Flöten-Intermezzi über dem stoisch pumpenden Bass verleihen der ernsten Haltung etwas Spielerisches, bevor nach rund drei Minuten der Kniefall vor Falkenbach erfolgt – dank zahlreicher Gäste gerät dieser kaum weniger als grandios. Wollten ALVENRAD früher manchmal zu viel zu schnell bewerkstelligen, so nehmen sie sich in dieser abwechslungsreichen Hymne die nötige Zeit.
Sagenhaft gerät auch das folgende "Sagenrijk" mit erneuten Falkenbach-Anleihen, und einem starken Auftritt von Gastsängerin Tineke Roseboom, die auch mit ihrer Flüsterstimme märchenhafte Akzente setzt. Einzig "De Gefallen Veluwenaar" klingt zunächst etwas hastig dahingerotzt, beschließt dann aber ein traditionell inspiriertes und vor allem herrlich stimmungsvolles Album mit versöhnlichen Melodien.

Größtenteils im eigenen Heimstudio aufgenommen und von Markus "Skaldir" Skroch in seinen Kalthallen veredelt, besticht "Veluws IJzer" mit einem kräftigen wie warmen Klangbild. Die CD (welche der LP beiliegt) wartet mit zwei Bonus Tracks auf.
Die Gestaltung dieses kleinen Meisterwerks lag in den Händen von Jasper Strik, der für das Booklet bzw. das Beiblatt auf mythologische Illustrationen des einst in der Veluwe beheimateten Künstlers Gustaaf van de Wall Perné zurückgriff, dessen Bildwerke ALVENRAD seit ihrem Debüt "Habitat" (2014) aufgreifen. Dieses prächtige Zusammenspiel von Musik und Design steht "Veluws IJzer" bestens zu Gesicht und verstärkt den Eindruck eines "runden", in sich schlüssigen Albums.

FAZIT: Mit "Veluws IJzer" präsentieren sich ALVENRAD so stark wie nie zuvor, was zweifelsohne auf die nunmehr metallisch fundierte Band-Konstellation sowie die über einige Jahre gewachsene Erfahrung auch als Live-Band zurückzuführen ist.

Thor Joakimsson (Info) (Review 734x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • De Stuwwal
  • De Vliegden
  • Roodwild
  • De Marke
  • Veluws IJzer
  • Sagenrijk
  • De Gevallen Veluwenaar

Besetzung:

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