Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Andrea Motis & WDR Bigband Cologne: Colors & Shadows (Review)

Artist:

Andrea Motis & WDR Bigband Cologne

Andrea Motis & WDR Bigband Cologne: Colors & Shadows
Album:

Colors & Shadows

Medium: CD
Stil:

Jazz, Latin, Swing, Bossa Nova

Label: Jazzline
Spieldauer: 64:01
Erschienen: 22.11.2021
Website: [Link]

In ihrer Heimat Spanien gilt sie bereits als ein Superstar des Jazz, der mit seiner Trompete und Stimme dazu in der Lage sein sollte, die ganze Welt zu erobern. ANDREA MOTIS, die bereits im zarten Alter von sieben Jahren, angetrieben durch ihren Vater, der ebenfalls Jazz-Musiker ist, ausgiebig Musikunterricht nahm und heute gerade mal 27 Jahre alt ist, hat nicht nur eine Erscheinung voller Sexappeal, wenn man sich ihr Bild auf dem Cover genauer betrachtet, sondern überträgt dieses Sexappeal auch offensichtlich auf ihre Musik, die einen jetzt schon an die großartige Bossa-Nova-Jazz-Diva ASTRUD GILBERTO denken lässt, welche ihre größten Erfolge gemeinsam mit STAN GETZ feierte. Und wie viel Beachtung diese junge spanische Musikerin, die sich im Latin-Jazz und Swing pudelwohl fühlt, bereits von Seiten der Musikergilde erhält, beweisen ihre gemeinsamen Aktivitäten mit den ganz großen der Szene, wie QUINCY JONES oder SCOTT HAMILTON und ihrem langjährigen Mentor JOAN CHAMORRO.

Auf ihrem bereits dritten Jazz-Album „Colors & Shadows“, das von vorne bis hinten swingt und gleich so beginnt, als wollte man dem großen FRANK SINATRA ein Stelldichein geben, vereinen sich das jugendliche Temperament der Trompeterin und Sängerin mit den klassischen Jazz-Standards, die besonders die Kölner WDR BIGBAND zum Ausdruck bringt.
Schon nach wenigen Stücken kommen einem Gedanken an einen anderen ganz großen jungen Jazz-Pop-Giganten, der bereits völlig überraschend den Eurovision Song Contest gewann, in den Sinn: den portugiesischen Sänger SALVADOR SOBRAL. Zudem singt auch ANDREA MOTIS neben Spanisch und Englisch in portugiesischer Sprache. Welch wunderbares Paar würden die beiden nur abgeben!

Im Booklet schreibt der leitende Produzent der WDR Bigband, Arnd Richter, ein euphorisches Begleitwort zu der Faszination der jungen, hübschen Jazz-Musikerin, die er anfangs ihres Aussehens wegen eher als aufpolierende Marketing-Strategie für den angestaubten Jazz vermutete, dann aber sprachlos über ihre Fähigkeiten als Sängerin und Trompeterin war.

Doch es sind nicht nur die Motis-Stärken, die auf „Colors & Shadows“ zum Tragen kommen, sondern ganz speziell die der Bigband, die mit Bläsern – von Flöte über Bassklarinette bis hin zu Saxophonen, Trompeten, Hörnern und Posaunen – Schlagzeug, Gitarre, Piano und Kontrabass die 10 Stücke dieser aufregenden Musikstunde vom Swing bis zum Bossa Nova farbenfroh gestalten und jede Menge solistische Beiträge zu bieten haben. Ganz speziell „Brisa“ entwickelt sich hierbei samt Scat-Intro zum echten Jazz-Pop-Sommerhit, wohingegen das zehnminütige „Sense Pressa“ mehr eine ruhig-nachdenkliche, gar etwas bedrückende Atmosphäre verbreitet.

Mit dem traurigen „Save The Orangutan“, vom Titel her ein klares Bekenntnis für den Tier- und Artenschutz, sowie dem flotten, von der Trompete dominierten und das Album abschließenden „Motis Operandi“ (Welch fetziges Wortspiel!) gibt’s zudem gleich zwei längere Instrumental-Stücke, die pures Jazz-Flair verbreiten und sicher auch einen LOUIS ARMSTRONG glücklich gemacht hätten.

FAZIT: Mit „Colors & Shadows“ entfacht die junge Sängerin und Trompeterin ANDREA MOTIS gemeinsam mit der Kölner WDR BIGBAND ein swingendes, klingendes, in die Beine gehendes (Bossa-Nova-)Jazz-Feuerwerk, das ihre spanischen Wurzeln rundum erklingen lässt und in einem Atemzug mit ASTRUD GILBERTO, aber auch dem begnadeten ESC-Sieger SALVADOR SOBRAL genannt werden sollte. Die Vereinigung von äußerer und musikalischer Jazz-Schönheit trägt den spanischen Namen ANDREA MOTIS, der noch dazu in klangvoller Perfektion von der WDR BIGBAND umgesetzt wird.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 807x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • I Didn't Tell Them Why
  • Tabacaria
  • Señor Blues
  • Brisa
  • Sense Pressa
  • Iracema
  • Sombra de Lá
  • Save The Orangutan
  • If You Give Them More
  • Motis Operandi

Besetzung:

  • Gesang - Andrea Motis
  • Sonstige - Andrea Motis, Michael P. Mossmann (Trompeten), weitere Trompeter, Saxofonisten, Posaunisten, Bassisten, Schlagzeuger, Gitarristen und Pianisten sowie die Kölner WDR Bigband

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Sieben mal sieben sind?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!