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Don Michael Sampson: The Fall Of The Western Sun (Review)

Artist:

Don Michael Sampson

Don Michael Sampson: The Fall Of The Western Sun
Album:

The Fall Of The Western Sun

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter

Label: Appaloosa Records
Spieldauer: 43:01
Erschienen: 15.04.2022
Website: [Link]

„The Wall Of The Western Sun“ ist das ungefähr 15. Album des US-Barden DON MICHAEL SAMPSON. Scheinbar vollkommen unberührt vom Lauf der Zeiten (dem er auf seinem neuesten Werk mit dem Song „Rolling Time Train“ ein beeindruckend passendes metaphorisches Denkmal setzt) zieht er mindestens seit 1978 seine Bahnen und veröffentlicht ein feines klassisches amerikanisches Storyteller-Album nach dem anderen (sofern er sich nicht seiner anderen Passion – der Photographie – widmet).

Genau eruieren lässt sich das alles nicht, denn ein besonderes Faible mit den modernen digitalen und sozialen Medien und der damit verbundenen Selbstdarstellung hat der Mann nicht gerade. Dafür legt er umso mehr Wert auf handwerkliche Fähigkeiten und die Traditionen der Großen seines Genres. So versammelt Sampson stets eine beeindruckende Riege befreundeter Veteranen im Studio (darunter dieses Mal – wie schon öfter – ALLMAN BROTHERS- und GOVT MULE-Gitarrist WARREN HAYNES, Drummer DON HEFFINGTON oder Perkussionist PAULINHO DA COSTA) und geht jedes seiner Projekte mit dem Vorsatz an, ein klassisch amerikanisches Album erschaffen zu wollen. So auch dieses Mal. Im Laufe der Jahre wurde er dabei zunehmend politischer. Seine Lyrics formuliert der Mann dabei aber weniger mit sophistischer Feinsinnigkeit als vielmehr mit visueller Kraft als Drehbuch für noch nicht gedrehte Filme, die sich unweigerlich vor des Hörers Ohr materialisieren.

Tatsächlich geht es auf „Fall Of The Western Sun“ lediglich indirekt um den Untergang des Abendlandes, der z.B. in Songs wie „Everybody's Leaving This Old Town“ oder „Bad Water“ weniger klagend als eher stoisch zur Kenntnis genommen wird.
Vielmehr versteht Sampson seine in L.A. und dem heimatlichen Nashville eingespielte Songsammlung als versöhnliches Angebot im Sinne von Woody Guthries „This Land Is My Land, This Land Is Your Land“ (wobei „Land“ hier bitte durch „Song“ zu ersetzen wäre).

FAZIT: Als sich Mitte der 70er Jahre jenseits der Country-Hauptstadt Nashville die sogenannte Country-Outlaw-Bewegung etablierte, dachte auch DON MICHAEL SAMPSON über eigene Wege nach, sich den Mechanismen der damals dominierenden Produzenten-Diktatur zu entziehen, die in Nashville zu einer Kommerzialisierung der ursprünglichen Country-Werte geführt hatten. Leider hatte er mit seiner Musik aber nie so viel Erfolg wie die Vorreiter der Outlaw-Bewegung, wie WILLIE NELSON, WAYLON JENNING oder KRIS KRISTOFFERSON. Trotzdem fühlte sich Sampson dieser Bewegung offensichtlich so verbunden, dass er deren musikalische Werte bis heute konsequent verteidigt. Auch das neue Album „The Fall Of The Western Sun“ klingt nun wieder wie eine Outlaw-Produktion aus den 70ern, ist in seiner stilistischen Offenheit und produktionstechnischen Transparenz meilenweit von der kommerziellen Country-Pop-Schiene entfernt und stellt die songwriterischen, aber nicht die formalen, Aspekte des Genres ins Zentrum. Insbesondere die Idee, mit BECKY BURNS, CLYDENE JACKSON, JOYCE KIDWELL und JOYCE WILSON einen talentierten Damenchor im Call & Response-Verfahren zur Verstärkung der Refrain-Passagen einzubinden, darf dabei als musikalischer Kunstgriff allererster Couleur gewertet werden.

Ullrich Maurer (Info) (Review 862x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Rolling Time Train
  • Wedding Song
  • New Book
  • Crimson Spalrke Of High Wind Wheels
  • Wild Rose Of Florence
  • Bad Water
  • Stop Those Tears
  • Cast Off The Lines
  • Sweet Tennessee Nights

Besetzung:

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