Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Galahad: The Last Great Adventurer (Review)

Artist:

Galahad

Galahad: The Last Great Adventurer
Album:

The Last Great Adventurer

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock

Label: Avalon Records/Just For Kicks
Spieldauer: 55:25
Erschienen: 24.10.2022
Website: [Link]

Die Hintergründe zu dem aktuellen – sich massiv um den Tod und Verluste drehenden – Album sind nicht wirklich von optimistischen Vibes umrahmt. Dabei ist es eine großartige Sache, dass sich die (anfangs sehr) neoprogressiven Briten GALAHAD mit einem überraschend rockigeren und elektronischeren Prog-Album zurückmelden, das neben den symphonischen Zutaten sogar ein paar jazzige Momente (ganz herrlich zelebriert in dem Album seinen Titel gebenden Longtrack) einbaut, trotzdem das PENDRAGON- und IQ-Feeling nie verschweigt und in der Gitarren-Arbeit gerne auf Mr. Gilmour und MARILLION zurückgreift. Da können wir dann endlich gerne das 'Neo' vor dem Prog streichen und eher ein 'Retro' und 'Sympho' davorsetzen. Eine wirklich feine, wortwörtlich progressive Entwicklung, welche die Mannen um Stu Nicholson und Dean Baker hier hinlegen.

Begonnen noch kurz vorm Pandemie-Zeitalter sollte „The Last Great Adventurer“ wohl schon 2020 erscheinen – doch die Zeiten änderten sich so wie auch die Musik hinter diesem Album, das dann erst 2022 zu Ende gestellt wurde. Wohl gerade darum sind so viele unterschiedliche Einflüsse darin hörbar, auch wenn Nicholson selber feststellt: „Es gab keine anderen wirklichen Band-Einflüsse, als wir ursprünglich die Songs schrieben, aus denen dieses Album besteht. Wir (d.h. Dean und ich) sind einfach unserem Instinkt gefolgt und die Songs haben sich allmählich zu dem entwickelt, was auf dem Album zu hören ist, nachdem der Rest der Band ihren Beitrag geleistet hat.“

Der letzte große Abenteurer sind jedenfalls nicht die GALAHADianer, sondern der auf dem Album als Bergsteiger abgebildete Nicholson-Vater, der zu dem Zeitpunkt gerade den Großglockner erobert. Doch es waren nicht die erfolgreichen Bergbesteigungen, welche diese Platte ausmachen, sondern eher die bedrückenden Todesfälle. Nicholsons Mutter starb 2020 an Krebs und auch der GALAHAD-Bassist Neil Pepper segnete völlig überraschend das Zeitliche.

Das hinterlässt Narben und es hinterlässt Musik – solch traurige, die zwar extrem rockig anfängt, aber dann immer mehr in 'depressive' Klänge flieht, wie auf „The Last Great Adventurer“. Eine Hommage an alte Tage und damit verbundene Verluste in der Gegenwart. Und dass zudem die das Album ausbremsende Pandemie nicht gerade als Stimmungsaufheller wirkte, ist natürlich nicht nur logisch, sondern im Grunde das teuflische kleine Detail, welches dem gesamten Album seine finstere Atmosphäre verleiht.

Aber auch die auf der CD als Bonus Tracks aufgeführten letzten beiden Songs sollen nicht etwa ein CD-Kaufanreiz seien, sondern basieren auf der Idee, dass von diesem Album noch eine Vinyl-Version entstehen soll, die mit sieben Songs einfach klangtechnisch überladen wäre, weswegen dann im Rahmen des Vinyls auf „Normality Of Distance“ und „Another Life Nøt Lived“ verzichtet wird, was aus Sicht des Kritikers gerade bei dem todtraurigen, zutiefst bewegenden „Another Life Nøt Lived“ unfassbar ist, da es wohl die beste und traurigste GALAHAD-Ballade ever ist: „When the centre of your world has been taken away so mercilessly“.

Das insgesamt elfte Studio-Album der britischen Progger überzeugt nicht nur durch guten Prog, sondern auch eine liebevollen Aufmachung im Digipak samt einem großartige gestalteten und mit allen Texten versehenen 20-seitigem (!!!) Booklet.

FAZIT: Mit dem traurigen Konzeptwerk „The Last Great Adventurer“ verfolgte die Brit-Progger GALAHAD die Absicht, ein Werk zu schaffen, das sich als eine cineastische Reise im Kopf des Hörers entwickeln kann, wobei dieser imaginäre Soundtrack sich zu einem progressiven Trip aus musikalischen Retro-Landschaften, aber auch Jazz-Tupfern sowie ungewohnt viele Electronics und sogar richtig harte Momente zusammensetzt. Thematisch dreht es sich um Verluste und das Loslassen geliebter Menschen – ein Thema, das durch einige tragische Ereignisse innerhalb des GALAHAD-Umfelds seine realen Hintergründe hat und so sicher auch die tiefe Emotionalität der Musik nachvollziehbar werden lässt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2684x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Alive
  • Omega Lights
  • *Part One: Alpha (Instrumental)
  • **Part Two: Omega
  • Blood, Skin And Bone
  • Enclosure
  • The Last Great Adventurer
  • Bonus Tracks:
  • Normality Of Distance
  • Another Life Nøt Lived

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Wobei handelt es sich um keine Farbe: rot, gelb, blau, sauer

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!