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Various Artists: Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival (Review)

Artist:

Various Artists

Various Artists: Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival
Album:

Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival

Medium: CD
Stil:

Rock, Folk, Jazz, Blues

Label: MiG music
Spieldauer: CD1: 76:58/CD2: 79:57
Erschienen: 13.05.2022
Website: [Link]

Das Doppel-Album „Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival“ ist ein willkommener Anlass zu einem Ausflug in die Vergangenheit: Mit der Clique raus zu einem Baggersee in der Nähe, Grillgut dabei, manchmal auch nur Dosenravioli, die mitunter sogar als Ersatzfrühstück herhalten mussten. Kalt natürlich. War eine Waldhütte mit Strom im Spiel, gab es Musik von der mitgebrachten Anlage. Man kann an so einem Wochenende selbst die YES-Dreifach-Live-LP „Yessongs“ verdammt oft hören. Fehlte die Elektrizität hatte irgendeiner eine Gitarre dabei. Einer dieser Typen, die von minderbegabten Musikussen verachtet und beneidet wurden, denn sie hatten Schlag bei den Mädchen. Vor allem, wenn sie das Verführungsquartett par excellence anzupften: Cat Stevens, Leonard Cohen, Simon & Garfunkel und Neil Young (die „Heart Of Gold“/“Harvest“-Phase).

Doch zur Not taten es auch „Yesterday“ (hier von Manolo Lohner mit Flamenco-Flair dargeboten), Eleanor Rigby (Wizz Jones & Werner Lämmerhirt) oder Lady Madonna (Martin Herberg). Nicht so gut wären Jigs, Rags oder Bluegrass angekommen, Stilrichtungen, die natürlich auch Einlass zum „Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival“-Doppeldecker bekommen. Immerhin war kurzzeitig Scott Joplin wieder populär, dank seiner Beteiligung am höchst erfolgreichen „Der Clou“-Soundtrack („The Entertainer“, auf „Acoustic Guitar Scene“ präsentiert von Tom Cat aka Bernd Dill). Cineastisch ziehen wir den vom gleichen Trio (George Roy Hill, Robert Redford, Paul Newman) hergestellten „Butch Cassidy & The Sundance Kid“ („Zwei Banditen“) vor. Dessen zentraler Song „Raindrops Keep Falling On My Head“ fehlt seltsamerweise auf den erstmalig 1975 und 1979 erschienenen Kompilationen. Dabei war das auch ein Herzschmelzer wie er im Buche der pubertären Liebesabenteuer steht.

Doch kann man „Acoustic Guitar Scene & Acoustic Guitar Festival“ nicht auf Lagerfeuer-Romantik reduzieren. Die breit aufgestellte Besetzungsliste bewegt sich locker, gekonnt, filigran und klangfarbenreich durch Folk, Blues, Rock und Jazz. Natürlich wird Django Reinhardt hofiert (Juraj Galan & Manolo Lohnes „Django“) und gelegentlich mit flinken Flitzefingern über die Saiten gejagt („Angie“, Klaus Weiland, sehr agil und mit Verve). Der ein oder andere Langweiler ist auch an Bord, doch insgesamt sind beide Alben höchst gelungene und auch heute noch hörenswerte Zusammenstellungen.

Wiederbegegnugen gibt es unter anderem mit Hannes Wader-Kumpan Werner Lämmerhirt, der „Gitarrenlehrer der Nation“ Peter Bursch ist an Bord, Martin Kolbe, Manolo Lohnes, Davey Arthur & George Furey (THE FUREYS) und manch anderer, der irgendwo an den Gestaden der Zeit gestrandet ist. Um zum Anfang mit dem Lagerfeuer zurückzukehren: Es ist fraglich, ob jeder Gitarrero von seiner Angebeteten erhört wurde, bedauerlich und irgendwie bezeichnend ist hingegen, dass kein einziges der fast fünfzig Stücke von einer Frau eingespielt wurde. Heute würde solch ein Sampler hoffentlich eine diversere Beteiligung besitzen.

FAZIT: Umfangreiche akustische Gitarrenwerkschau aus den späten Siebzigern. Von leicht fade bis brillant eine Lagerfeuerreise durch Rock, Folk, Jazz und Artverwandtem. Die wertigen Beiträge überwiegen bei Weitem, weshalb die beiden Alben auch mehr als vierzig Jahre nach Erstveröffentlichung einiges an Spaß bereiten.

Jochen König (Info) (Review 637x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • CD1 ”Acoustic Guitar Scene“:
  • 1. Wizz Jones & Werner Lämmerhirt ”Transit Blues” 04:06
  • 2. Klaus Weiland “Das Loch In Der Banane“ 03:52
  • 3. Davey Arthur & George Furey “O'Carolan's Concerto” 01:53
  • 4. Peter Bursch “House Carpenter” 05:08
  • 5. Tom Paley “Wildwood Flower” 01:42
  • 6. Manolo Lohnes “Ayer - Yesterday” 04:00
  • 7. Tom Cat (Bernd Dill) “Tom's Rag” 01:48
  • 8. Peter Bursch “Na Sowas!“ 02:43
  • 9. Wizz Jones & Werner Lämmerhirt ”Eleanor Rigby“ 05:06
  • 10. Howard Schultens “Lasses Dobro” 01:51
  • 11. Davey Arthur & George Furey “Brain Barus March” 01:38
  • 12. Klaus Weiland “Improvisation 2“ 03:28
  • 13. Klaus Weiland “Angie“ 05:23
  • 14. Tom Cat (Bernd Dill) “The Entertainer” 03:44
  • 15. Davey Arthur & George Furey “Ask My Father” 01:13
  • 16. The Greyhounds “Tin Roof Blues” 02:49
  • 17. Konni Braun “Dallas Rag” 02:11
  • 18. Wizz Jones “Sermonette” 03:24
  • 19. The Greyhounds “Hobo's Choice” 03:17
  • 20. Tom Paley “Early Morning Blues” 01:11
  • 21. Davey Arthur “Within A Mile To Dublin” 01:44
  • 22. Peter Bursch & Willi Kissmer “Country Doodle” 01:43
  • 23. Klaus Weiland “Improvisation 1“ 03:40
  • 24. Manolo Lohnes “Romanze” 03:06
  • 25. Davey Arthur & George Furey “Swallow’s Tail Reel” 01:17
  • 26. Werner Lämmerhirt “Whispering“ 02:28
  • 27. Peter Bursch “Gh“ 03:33
  • CD2 ”Acoustic Guitar Festival“:
  • 1. Werner Lämmerhirt “Ovation“ 03:46
  • 2. Peter Bursch “Powder Rag“ 02:03
  • 3. Robi Schneider “Joel's Saxophon“ 02:42
  • 4. Juraj Galan “Sunny“ 02:33
  • 5. Martin Kolbe “Debakel im Tabernakel“ 02:53
  • 6. Martin Herberg ”Tantz“ 03:29
  • 7. Hot Club Da Sinti “Swing Valse“ 02:26
  • 8. Robi Schneider “Weisse Robbe“ 04:30
  • 9. Martin Herberg “Lady Madonna“ 04:19
  • 10. Orexis “Appendix“ 01:28
  • 11. Juraj Galan & Manolo Lohnes “Django“ 05:54
  • 12. Hot Club Da Sinti “Zigeunerimprovisation“ 04:11
  • 13. Martin Herberg & Manolo Lohnes “Variaciones Malaguenas“ 07:13
  • 14. José Rogério “Para Los Amigos“ 02:21
  • 15. El Duo Flamenco ”Temas Indianas” 04:06
  • 16. Georg Lawall “Asturias” 06:51
  • 17. El Duo Flamenco “In Las Cuevas” 04:14
  • 18. Jury Clormann “Vidala Religiosa” 03:41
  • 19. Manolo Lohnes “Soléa Del Ano 70” 06:16
  • 20. José Rogério “Menino Do Tamborim” 03:21
  • 21. Jury Clormann “El Pito Juan” 01:40

Besetzung:

Interviews:

  • keine Interviews
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