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Ada Morghe: Lost (Review)

Artist:

Ada Morghe

Ada Morghe: Lost
Album:

Lost

Medium: CD/LP
Stil:

Soul, Ballade, Singer/Songwriter, Funk, Rock, Jazz, Weltmusik, Rock, Klassik, Kraut, Psyche, Art Pop, Cineastisches

Label: Lalabeam Records
Spieldauer: 41:38
Erschienen: 24.02.2023
Website: [Link]

Es ist schon eine ungewöhnliche Tatsache, wenn ein Album, das sich federleicht hauptsächlich im Jazz, Soul und Art-Pop bewegt, auch noch als Konzept-Album konzipiert daherkommt. Sowas überlässt man gewöhnlicherweise ja speziell den Prog-Rockern oder Metal-Heads.
Noch ungewöhnlicher wird es, wenn die daran beteiligten Musiker ohne nachhaltiges Konzept (keine Noten, Texte, Kompositionen) ins Studio gehen – und zwar das Real-World-Studio von PETER GABRIEL – und am Ende dieses Studioaufenthalts mit „Lost“ ein schwer beeindruckendes Album hinterlassen, das sich um die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer und Luft) dreht. Im Mittelpunkt steht hierbei die Sängerin und Pianistin ADA MORGHE, welche außerhalb der Musik als Schauspielerin, Autorin und Sprecherin Alexandra Helmig bekannt ist. Wenn also aus der Sprecherin die Sängerin wird, dann ist das im Falle von „Lost“ eine vokale Reise durch die seelenvollen Schönheit des Jazz voller Pop-Appeal, der in seinen Texten mal luftig, mal feurig, mal wässrig und mal erdverbunden ist. Immer aber nimmt es einen gefangen und verwirklicht von Anfang bis Ende den in „The Story“ so oft wiederholten Wunsch: „Let Me Feel“.

Wenn nach dem „Prologue“ das Album mit besagter „The Story“ durchstartet und das Konzept sich zu entfalten beginnt, wird anhand der gut dreieinhalb Minuten sofort klar, welch kunterbunte, Sixties-verliebte Musikreise uns erwartet, denn hier zählt Abwechslung pur und die verschiedensten Stile vereinen sich zu einer hypnotischen Mixtur: Soul, Ballade, Singer/Songwriter, Funk, Rock, Jazz, Weltmusik, Rock, Klassik, Kraut, Psyche, Art Pop, Cineastisches. Man kann im Grunde schon darauf wetten, dass der Studio-Besitzer, in dem dieses Album produziert wurde, sicher begeistert sein wird – und immerhin ist das kein Geringerer als PETER GABRIEL.

Allerdings liegt oft sehr viel Hall hinter der warmen Stimme der Sängerin, was als eine Art Markenzeichen hinter ihrem Gesang verstanden werden kann, denn so wird ADA MORGHE auf ihrem Naturelemente-Album oftmals zum „Smooth Operator“, den bekanntlich eine SADE besingt und klingt zugleich so, während sie zudem oft im erzählerischen Song-Universum einer MARIANNE FAITHFULL abtaucht und dabei immer wieder den schönsten Jazz-Piano-Pop der mit Grammys überhäuften NORAH JONES verdächtig nahe kommt. Locker könnte hier behauptet werden, dass, wenn die RAVI SHANKAR-Tochter NORAH JONES allein für ihr Debüt-Album „Come Away With Me“ fünf Grammys abstauben konnte, ADA MORGHE mit „Lost“ mindestens einen verdient hätte.

Wahrscheinlich bleibt das leider nur Wunschdenken, doch die musikalischen Tatsachen hinter „Lost“ sprechen eindeutig für sich. Denn auch die Texte, welche zudem auf sehr poetische und zugleich einem Drehbuch ähnliche Weise das Konzept vollenden und sogar einen überzeugenden Rahmen enthalten, der zu dem Schluss führt, dass wir alle eins sind („Nothing stands without another / All is different / We are one.“), lassen kaum Wünsche offen.
Zudem zieht die textende Musikerin hierbei noch einen absoluten Joker aus ihrem Songwriter-Ärmel, indem sie jedem der von ihr vertonten Elemente ein spezielles Instrument zuteilt: Erde = Bass / Wasser = Keyboards / Feuer = Schlagzeug + Percussion / Luft = Gitarre. „Lost“ entfaltet so fast hypnotisch seine Natürlichkeit und führt uns in ein Musik-Paradies, während die zarte, tiefe, magische, verführerische 'Eva'-Stimme alles miteinander vereint. Nur dass es hier keine hinterhältigen Schlangen oder notgeile Adams gibt, wegen der wir mit Verbannung rechnen müssten. „Lost“ ist so gesehen die Entdeckung des längst verlorenen Paradieses.

Sogar ein TILL BRÖNNER lässt es sich hierbei nicht nehmen, sein Flügelhornspiel auf dem mit 6 Minuten längsten Stück des Albums „At This Place“ zu verewigen, nachdem zuvor die Harfenistin RUTH WALL „In Space“ mit ihrem an eine LOREENA McKENNITT erinnernden Harfenspiel veredelte.
Am Ende steht zudem unausweichlich fest, dass Alexandra Helmig nicht nur wunderbar sprechen, sondern als ADA MORGHE ebenso wundervoll singen kann – und sie zudem beides gemeinsam mit ihrer professionellen Band auf faszinierende Weise miteinander kombiniert wie bei der Gänsehaut-Ballade „Here Now“, welche mit der Botschaft, die das ganze Album durchdringt, aufwartet: Egal woher du kommst oder wohin du gehst, es ist egal, denn ich begleite dich auf deinem Weg. Noch nie klangen Erde, Wasser, Feuer und Luft schöner als auf „Lost“!

FAZIT: Soul, Ballade, Singer/Songwriter, Funk, Rock, Jazz, Weltmusik, Rock, Klassik, Kraut, Psyche, Art Pop, Cineastisches – Kann man das alles in einem Album von gerade mal 40 Minuten unterbringen? Man kann. Und wie! „Lost“ von ADA MORGHE, die vielen sicher als Schauspielerin, Autorin und Sprecherin Alexandra Helmig bekannt ist, besticht neben dieser bunten, in PETER GABRIELs Real-World-Studios aufgenommenen Musikmischung sogar noch durch ein überzeugendes Konzept, welches sich um die vier Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft) dreht, wobei neben den poetischen Texten jedem Element ein spezielles Instrument zugeteilt wird. Wenn NORAH JONES mit „Come Away With Me“ gleich 5 Grammys abräumte, dann hätte „Lost“ mindestens drei verdient…

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 2043x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
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Tracklist:
  • Prologue
  • The Story
  • Begins
  • Water
  • Flows
  • Time Is Ours
  • This Is Me
  • Lost
  • In Space (feat. Ruth Wall)
  • Here Now
  • Everything Is Everything
  • Fire Calls
  • At This Place (feat. Till Brönner)
  • We Are One

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Lost (2023) - 14/15 Punkten
Interviews:
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