Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Dave Kerzner: Heart Land Mines Vol 1 (Review)

Artist:

Dave Kerzner

Dave Kerzner: Heart Land Mines Vol 1
Album:

Heart Land Mines Vol 1

Medium: CD/Download
Stil:

Progressive Rock, Art Pop, Folk

Label: RecPlay Music/Just For Kicks
Spieldauer: 55:25
Erschienen: 08.12.2023
Website: [Link]

Man darf den guten DAVE KERZNER mit seiner sanften Ader für PINK FLOYD und die Gilmour- und/oder Waters-Solo-Werke sowie verträumte Neo-Prog-Ausflüge mögen oder meinetwegen auch hassen. Aber eins steht fest: Dieser amerikanische Gitarrist mit floydianischer Schräg- und Stimmlage bleibt sich und seiner Musik, dem verträumten Progressive Rock, der nicht nur PINK FLOYD, sondern durchaus auch THE BEATLES oder (dieses Mal bei seinem 'Roadtrip'-Album) sogar CHRIS REA im musikalischen Säckelchen trägt, auch nach fast 10 Jahren absolut treu. Und darum macht jeder, der bereits ein Album von ihm in seinem CD-Schrank stehen hat, auch nichts falsch, wenn er „Heart Land Mines Vol 1“ mit dazustellt.

Zudem erhält man mit „Heart Land Mines Vol 1“ erstmals auch Kerzners thematisch persönlichstes Werk mit dazu, denn dieses Album ist das erste in einer Reihe von autobiografisch ausgerichteten Konzeptalben dieses begabten Musikers, der gerne mit den erkennbaren Vorbildern in seiner eigenen Musik kokettiert und so gesehen getreu dem zweiten Song sich mitten in „The Eye Of The Storm“ begibt.

Auf „Heart Land Mines Vol 1“ dreht sich alles um Kerzners Lebensgeschichte, als er Mitte bis Ende der 1990er-Jahre nach einer schlimmen Trennung L.A. verließ und einfach mit einer Gitarre, einem Koffer und ohne Plan durch das Land fuhr. Dabei entstand viel Material, das bisher noch nicht zu hören war und wie man es bereits am Albumtitel erkennt, mit seinem 2023er-Werk den Anfang macht.
Also tatsächlich ein progressives Roadtrip-Album, das auch mit den Texten und Fotos aus der damaligen Zeit wie der Gegenwart, die Geschichte dieser Beziehungsflucht in einem 12-seitigen Booklet erzählt.

Vieles klingt hierbei nach den ruhigeren Alben eines DAVID GILMOUR, als der sich vorrangig zwar nicht auf die Beziehungsflucht, sondern genau umgekehrt musikalisch und persönlich mit seiner Lebenspartnerin auf die Insel zurückzog. Oder aber auch die ähnlich ausgerichteten ruhigeren ersten Solo-Werk-Momente von Gilmours Erzfeind ROGER WATERS, natürlich ganz besonders auch dessen 'Roadtrip'-Album „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“ (1984) kommen einem bei diesem Album immer wieder in den Sinn, wobei es Kerzner in „Worlds Apart“ wie gewohnt gelingt, auch stimmlich in diese Kerbe zu schlagen.

Jeder Song wird durch die unterschiedlichsten Soundcollagen, von Autotür-Klappen bis hin zu Naturgeräuschen oder telefonische Einwählschleifen, mit dem entsprechend folgenden verbunden, sodass das Album nicht zulässt, jeden Song für sich zu sehen, sondern diese von Kerzner in einem verbindenden 'Geräusch'-Konzept verflochten werden.

Die „To The Eye (Reprise)“ versetzt einen dann sogar in unüberhörbare „Welcome To The Machine“-Zeiten, in denen ja auch PINK FLOYD gerne mit unendlichen Klangcollagen um sich warfen und nicht nur ihre Fans damit zu begeistern wussten. Dieser Grundsatz diente offensichtlich auch Kerzner als Vorbild und dann setzt er gleich mit dem folgenden „Sirens Song“ auch noch ein paar vorsichtige Parallelen Richtung „The Great Gig In The Sky“ drauf.
Welch großartiger Abschluss.

FAZIT: Ein Album, das voller Harmonie und Ruhe im floydianischen Strom vor sich dahinfließt und daher wohl nicht unbedingt die Freunde der härteren Prog-Fraktion befriedigen wird. Alle aber, denen ruhig ausgerichtete floydianische Klangwelten mit NO-MAN-Attitüde und TIM BOWNESS-Flair zusagen, die werden garantiert erfreut über diese recht abwechslungsreiche musikalische Ausrichtung von DAVE KERZNER sein, der sogar zeigt, dass er bei „Dirty Girl“ auch mal THE BEATLES oder bei „Back To One“ einem CHRIS REA (Beide Songs tragen übrigens ein feines Blues-Gefühl in sich!) huldigen kann. Kerzner nimmt's diesmal auf „Heart Land Mines Vol 1“ eben extrem persönlich und klingt daher besser als je zuvor.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1089x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • True Story (Part One)
  • Eye Of The Storm
  • Dreaming In LA
  • Genevieve
  • Back To One
  • Pushed Me Out
  • When The Heart Sinks Like A Stone
  • Worlds Apart
  • Dirty Girl
  • Manic Calm
  • Too Far Gone
  • To The Eye (Reprise)
  • Sirens Song
  • True Story (Part Two)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Vervollständige: Wer anderen eine ___ gräbt, fällt selbst hinein.

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!