Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Nick & June: Beach Baby, Baby (Review)

Artist:

Nick & June

Nick & June: Beach Baby, Baby
Album:

Beach Baby, Baby

Medium: Download/EP-CD/farbig/Mini-LP
Stil:

Indie Folk, Dream Pop

Label: AdP Records
Spieldauer: 20:20
Erschienen: 05.05.2023
Website: [Link]

Eigentlich ist es sehr schade, dass diese schöne, auf farbigem Vinyl gepresste Mini-LP von NICK & JUNE schon nach 20 Minuten wieder vorbei ist. Denn „Beach Baby, Baby“ verbreitet genau die Atmosphäre, welche der liebevolle Strandtitel verspricht, der nicht nur an Babys, sondern besonders auch deren musikalischen Eltern THE MAMAS & THE PAPAS, während die mit den BEACH BOYS durch Amerika surfend ihre kalifornischen Träume auslebten, erinnert. Oder aus etwas modernerer Sicht: Ruhige, psychedelisch verträumte Summer-Surf-Sounds, bei denen man den Eindruck hat, eine LANA DEL RAY würde sich bei Sonnenuntergang an einen schönen Strand am Mittelmeer begeben, um dort den MAZZY STAR zu beobachten.
Hierbei sagt das herrliche Musik-Paar gleich im Intro jeglicher musikalischen Tristesse Adieu und schweben auf Synthie- und Orgel-Flächen davon in die guten alten Siebziger – und sogar noch ein Stück weiter bis in die frühen Sechziger, wenn sie mit der traumflirrenden Coverversion „Can't Help Falling In Love“ mit viel Hall dem guten ELVIS huldigen, während auf der zweiten Seite der Sternen-Mann schon auf sie wartet.

Die Stärke bei NICK & JUNE liegt neben der Hinwendung zu den Schönheiten der verspielten 60er/70er-Flower-Glam-Psyche-Pop-Jahre besonders auch im sich herrlich ergänzenden Gesang der beiden, der eine ganze Menge von der „Little Time“-Atmosphäre der in den Spätachtzigern gegründeten großartigen britischen Soft-Pop-Band THE BEAUTIFUL SOUTH in sich trägt.
Aber auch die vielen psychedelischen Momente, die so einige Songs zu wahren sich in unendliche Höhen erhebenden Hymnen werden lassen, begeistern.

Nach besagtem, ausschließlich aus Piano und männlichem Gesang bestehenden, Intro „Bonjour Tristesse“ erfreut einen darum gleich die mit weiblichem Gesang eröffnende Psyche-Hymne „Anything But Time“ mit herrlichen Dream-Pop und eben Gesang, der einen zärtlich entführt.

Herrlich abgemischt in Stereo-Effekten, die ebenfalls sofort Erinnerungen an die guten alten Psyche-60er-Jahre wecken, begeistern ebenso alle Retro-Romantiker.
Und genau in diesem Sinne setzt sich das gesamte Album fort, das neben der die LP-A-Seite abschließenden Presley-Cover-Version dann auch die B-Seite mit einer Cover-Version, diesmal des Meisters aller Klassen, DAVID BOWIE, abschließt. „Starman“ liebte man schon in seinem 1972er-Original, auch diese Version – ausschließlich mit weiblicher Stimme gesungen – wird man lieben, denn in ihr wohnt keinerlei Peinlichkeit, sondern die kreative Energie, Bowie eine andere Aura zu verleihen, ohne dabei musikalische Majestätsbeleidigung zu begehen.

Zuvor darf der garantiert schon nach der LP-A-Seite NICK & JUNE sehr zugeneigte Hörer mit „Lip Sync To Love Songs“ ein weiteres, wiederum von Junes Stimme lebendes Pop-Perlchen genießen, das sogar mit melancholischem Horn-Klang für eine feine Moll-Stimmung sorgt, während die Melodie herrlich freudvolle, sehr tanzbare Rhythmen verbreitet. Zwei (unterschiedliche) Stimmungen in einem Song – das hat was! Genauso wie alles, was sonst noch so auf „Beach Baby, Baby“ passiert.

FAZIT: Wenn NICK & JUNE einen auf „Beach Baby, Baby“ mit ihren Dream-Pop-Hymnen im Sixties- und Seventies-Flair (sogar das LP-Cover und die auf der Innenhülle abgedruckten Texte halten diese 60/70er-Jahre-Orientierung) verzaubern, gibt es kaum ein Halten mehr. Zumindest nicht für diejenigen, denen die Hippie-Ära gleichermaßen wie psychedelische Surf-Sounds und der „Starman“ eines DAVID BOWIE am Herzen liegen. Leider ist der Zauber auf der farbigen Vinyl-Mini-LP schon nach 20 Minuten wieder vorbei und man wacht in der bei weitem nicht so verträumten, sondern viel eher bitteren Realität der Gegenwart auf. Egal! Einfach das Strand-Baby wieder und wieder laufen lassen bis es – wenn überhaupt – höchstens in einem knisternden Fluss versinkt. Es lohnt sich.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 1044x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Seite A (9:57):
  • Bonjour Tristesse (Intro) (0:56)
  • Anything But Time (2:38)
  • Manic Pixie Dream Girl (3:37)
  • Can't Help Falling In Love (2:46)
  • Seite B (10:23):
  • Lip Sync To Love Songs (3:09)
  • Hug Grant & His Consequences (3:09)
  • Starman (4:05)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Schreibe das folgende Wort rückwärts: Regal

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!