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Acua: Flood My Eyes (Review)

Artist:

Acua

Acua: Flood My Eyes
Album:

Flood My Eyes

Medium: LP/Download
Stil:

Psychedelic- und Indie-Pop

Label: Papercup Records
Spieldauer: 40:52
Erschienen: 04.09.2026
Website: [Link]

Ob ACUA im Sinn hat, ihre Hörer mit ihrer Musik zum Weinen zu bringen, erklärt das Album nicht, aber bei einem Titel wie „Flood My Eyes“ sind derlei Überlegungen zumindest nicht gänzlich abwegig.
Dabei gibt es hier kaum einen Grund, in Trauer zu verfallen, denn der warm tönende Sound der Kölner bietet eingängige Melodien und warme Gesänge ebenso wie psychedelisch verschrobene Soundscapes, die einen gewissen außerweltlichen Vibe erzeugen.


Und dennoch grooven Stücke wie „Hotseat“ in knarziger Manier, wobei manch fiepender Ton aus dem Hintergrund heransummt und wie eine Art vertontes Weltraumrauschen wirkt. Insofern ist das Psychedelic-Etikett durchaus gerechtfertigt.
Etwas reduzierter kommt dagegen „Near Now“ daher. Der ein- oder andere Percussion-Ton klingt hölzern und mit ein wenig Fantasie lässt sich auch ein Musiker wie CARLOS SANTANA als mögliche Inspiration zu dem Stück heranziehen.


„All Sides Of Me“ nimmt diesen Faden auf und setzt auf prominente Gastmusiker. Allerdings fällt die Beteiligung der beiden WARPAINT-Mitglieder Jenny Lee Lindberg und Theresa Wayman alias TT weniger markant ins Gewicht als gedacht.
Klar, die weiblichen Stimmen sorgen für eine sanftere, vielleicht auch stärker introvertierte Note, aber davon abgesehen reiht sich die leichtfüßige Komposition passend in die übrigen Stück des Albums ein, ohne dessen Fluss zu unterbrechen.


Selbiges vermag auch das Instrumental „Koenji“ nicht zu tun. Aber der sanft-verträumte Ansatz, der mit einem Auge in Richtung Jazz schielt, bringt eine gewisse Sonnenschein-Qualität zurück in die Musik, von der man als Hörer zunächst gar nicht wusste, dass sie vermisst wurde, bis dieses Stück erklingt.
Diesen Faden nimmt „Nightwalks“ auf, besticht aber durch eine leichte Tendenz gen emotionale Düsternis, die den Titel wie den vertonten Gegenspieler zum vorangegangen Stück wirken lässt. „Into The Breaks“ klingt dagegen intimer, was vor allem am rein weiblichen Gesang liegt, ehe „Free Fall Synergy“ zum Abschluss ein wenig trippiger klingt.


Der Psychedelic-Anteil wird deutlich erhöht, wobei sich bei langsamem Tempo einzelne Instrumente und Sounds nacheinander in die Musik einfügen, was dem Stück einen konstanten Anstieg verleiht. Das markante, aber reduziert eingesetzte Schlagzeug baut den jeweiligen Spannungsbogen mit sanftem Druck auf, wobei die Musik stets unter Spannung zu stehen scheint, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Instrumente nacheinander verklingen und schließlich ganz verstummen.


Diese Inszenierung passt zwar gut ins Bild, lässt den Hörer zunächst aber auch ein wenig in der Luft hängen, nachdem der letzte Ton verklungen ist.
War es das jetzt? Ist der Song schon vorbei?
Ja, das war’s und obwohl das Gefühl, das in der Musik mitschwingt, zunächst nicht vollständig aufgelöst wird, bleibt doch der Eindruck, hier ein interessantes und gut gemachtes Stück psychedelisch angehauchter Indie-Popmusik serviert bekommen zu haben.


FAZIT: ACUAs „Flood My Eyes“ führt den Hörer eher nicht in das verheißene Tränental, denn die Musik klingt, trotz verschrobenem und auch introvertiertem Charakter nicht zwingend nach schmerzhafter Katharsis. Stattdessen finden sich reichlich positive Assoziationen in den vertonten Bildern, die das Album hervorbringt und auch wenn mancher Anflug von vertonter Tristesse nicht ausbleibt, finden die Stücke immer den Weg zu einer positiven, lichten Auflösung. Insofern wirkt „Flood My Eyes“ am Ende erbauender, als es der Titel anfangs suggeriert.

Dominik Maier (Info) (Review 39x gelesen, veröffentlicht am )

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10 Punkte
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Tracklist:
  • Side A:
  • Now And Nothing
  • Flood My Eyes
  • Hotseat
  • Fearing And Facing The World
  • Near Now
  • Side B:
  • All Sides Of Me (ft. Jenny Lee Lindberg, TT)
  • Open My Hands
  • Koenji
  • Nightwalks
  • Into The Breaks
  • Free Fall Synergy

Besetzung:

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