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Courtney Marie Andrews: Valentine (Review)
| Artist: | Courtney Marie Andrews |
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| Album: | Valentine |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Singer/Songwriter, Cosmic American Music, Folk-Pop |
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| Label: | Loose Future | |
| Spieldauer: | 36:01 | |
| Erschienen: | 16.01.2026 | |
| Website: | [Link] |
Auf die Frage, was für sie denn die wohl größte Herausforderung bei der Produktion ihres nunmehr zehnten Studioalbums „Valentine“ gewesen sein mochte, antwortet die inzwischen in Nashville lebende amerikanische Songwriterin COURTNEY MARIE ANDREWS, dass das für sie eigentlich immer gleich sei: Nämlich darauf zu achten, sich möglichst nicht zu wiederholen oder gar zweimal dasselbe zu machen. Und so überrascht auch dieses Album mit einem neuen Konzept und einer neuen musikalischen Herangehensweise.
Ließ sich Andrews ihr letztes Album „Loose Future“ noch vom Songwriter-Kollegen SAM EVIAN auf den Leib produzieren und spielte dieses mit dessen Band ein, so tat sie sich dieses Mal mit ihrem aktuellen Partner JERRY BERNHARDT zusammen, mit dem sie das neue Material (nur unterstützt von dem Drummer CHRIS BAER) in L.A. in einem Studio namens „Valentine“ aufnahm und co-produzierte.
Obwohl beide alle Instrumente außer der Drums selbst einspielten, ist „Valentine“ das musikalisch vielschichtigste und reichhaltigste Album der Songwriterin geworden, was damit zusammenhängt, dass im Valentine-Studio eine Reihe von Vintage-Instrumenten zur Verfügung standen – darunter auch Flöten und Synthesizer – die von dem Duo mit teils experimentellen Akzenten in die Arrangements eingewoben wurden und dass es COURTNEY MARIE ANDREWS’ erklärtes Ziel war, eine „epische“ Produktion anzustreben, bei der die angesprochene Vielschichtigkeit und der experimentelle Charakter im Zentrum standen.
Ein weiteres von ihr angestrebtes Ziel ist es seit jeher, zwar durchaus klassische Songs zu schreiben, diese aber mit einem gewissen, unerwarteten 'Etwas' anzureichern (auch um sich selbst überraschen zu können). Das schlägt sich insbesondere im Mittelteil von „Valentine“ nieder, wenn etwa der reflektierende Titel „Little Picture Of A Butterfly“ vom Folksong in eine psychedelische Meditation umschlägt oder das nachfolgende „Outsider“ (mit dem sie wie auch in dem Track „Best Friend“ ihre schwierige Jugendzeit thematisiert) sich als ätherisches Dreampop-Wiegenlied mit tröstlicher Note präsentiert.
Übrigens heißt das Album nicht „Valentine“, weil das Studio diesen Namen trägt, sondern weil COURTNEY MARIE ANDREWS die Ambivalenz und die romantische Konnotation des Begriffes dazu nutzte, das Thema des Albums einzugrenzen. So geht es der Songwriterin darum, das Phänomen der Limerenz – der obsessiven Ausprägung einer idealisierten, aber gegebenenfalls nicht erwiderten Liebesbeziehung – zu ergründen. Dabei schlägt sie den Bogen von der Feststellung („Pendulum Swing“ und „Keeper“) über die Akzeptanz („Cons & Clowns“, „Magic Touch“) und die Gründe für dieses Verhalten („Outsider“, „Best Friend“) hin zur Erkenntnis, dass sie – die Protagonistin - auch ohne Limerenz leben kann. Das führt zu der abschließenden, im Stile einer Power-Ballade angelegten Ermächtigungshymne „Hangman“, in der sie deutlich macht, dass sie so nicht mehr leben möchte und außerdem nicht mehr zu leben braucht.
Zwar lebt auch dieses zehnte Album wieder von der inhärenten Melancholia COURTNEY MARIE ANDREWS, die ihre Präsentation des Materials stets so authentisch und anrührend gestaltet. Aber für ihre Verhältnisse bietet „Valentine“ ,dank etlicher hymnischer Momente, ausgefeilter Melodiebögen und nicht zuletzt der oft überraschenden, psychedelisch angehauchten Arrangements, viele erhebende, poppige Momente. Geplant war das alles nicht, denn ursprünglich hatte COURTNEY MARIE ANDREWS ein düsteres Album im Stile LEE HAZELWOODs im Sinn, doch die Sonne Kaliforniens hatte wohl einen andersartig prägenden Einfluss. Wahrscheinlich lächelt daher COURTNEY MARIE ANDREWS in den aktuellen Promo-Videos gar zuweilen (was in ihrem Künstler-Leben ansonsten kaum zu beobachten ist).
FAZIT: Das Album „Valentine“ präsentiert sich im Wesentlichen als eine erhebende Old-School-Pop-Scheibe mit Westcoast Flair – selbst wenn das ursprünglich nicht COURTNEY MARIE ANDREWS Absicht war. Auf „Valentine“ fallen der Musikerin allerdings einige der schönsten Harmonien und Melodien ihrer bisherigen Laufbahn ein – und die originellen, ungewöhnlichen Arrangements, die sie und JERRY BERNHARDT sich ausgedacht haben, führen das Duo in Richtung eines innovativen Cosmic-American-Music-Ansatzes. Doch aufgepasst: Das nächste Album von COURTNEY MARIE ANDREWS wird sicher wieder anders werden, denn ihr geht es ja grundsätzlich darum, sich nicht zu wiederholen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Pendulum Swing
- Keeper
- Cons & Clowns
- Magic Touch
- Little Picture Of A Butterfly
- Outsider
- Everyone Wants To Feel Like You Do
- Only The Best
- Best Friend
- Hangman
- Bass - Jerry Bernhardt, Courtney Marie Andrews
- Gesang - Courtney Marie Andrews
- Gitarre - Jerry Bernhardt, Courtney Marie Andrews
- Keys - Jerry Bernhardt, Courtney Marie Andrews
- Schlagzeug - Chris Baer
- Sonstige - Courtney Marie Andrews (Querflöte)
- May Your Kindness Remain (2018) - 11/15 Punkten
- Old Flowers (2020) - 12/15 Punkten
- Loose Future (2022) - 11/15 Punkten
- Valentine (2026) - 13/15 Punkten
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