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7'' Day - Februar 2013

08.02.2013

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Mit einem Tag Verspätung hier nun die Februar-Ausgabe unserer 7'' Day-Rubrik. Dieses Mal legen wir von traditionellem NWOBHM-Kram über charmanten Rumpelthrash, Rock mit Folk-Einsprengseln, wüsten Hardcore bis hin zu Black Metal in verschiedenen Ausprägungen eine abwechslungsreiche Mischung auf den Plattenteller.

Deep Machine "Whispers In The Black" CoverDEEP MACHINE "Whispers In The Black" (11:04)
7“ / High Roller Records
www.facebook.com/deepmachineuk


Früher oder kommen sie doch noch einmal wieder an die Oberfläche. Im Zeitalter der Retro-Bands, der zahllosen Wiederveröffentlichungen und Auch-Zweite-Reihe-Comebacks sind auch DEEP MACHINE nach rund 30 Jahren Funkstille wieder an Land gespült worden. Mit "Whispers In The Black" gibt die NWOBHM-Band der ersten Stunde ein durchaus ernstzunehmendes Statement ab. Ein neuer Song ("Whispers In The Black") und zwei Neueinspielungen ("Iron Cross" und "Killers") zeigen, dass die Briten ganz klar in der Frühphase der NWOBHM Zuhause sind. Und vor allen Dingen der Titeltrack beweist, dass das Quintett nichts verlernt hat. Der Mix aus melodiöser Bridge, melodiösen Lead Guitars und griffigen, packenden Riffs mit wuchtigem Drumming macht Laune auf mehr. IRON MAIDEN, TYGERS OF PAN TANG, SAXON, SATAN, ANGEL WITCH – jeweils in deren Frühphase, versteht sich –, das sind die Paten der Band, die sich in kurzer Zeit schon wieder ins Studio begeben will, um ein neues Album einzuspielen. Es könnte ungünstigere Zeitpunkte geben. (Lothar Hausfeld)
11 von 15 Punkten

Evil Army "I, Commander" CoverEVIL ARMY "I, Commander" (08:17)
7'' / Hells Headbangers
www.facebook.com/EvilArmyofficial

"Ich bin der Commander" propagieren EVIL ARMY aus Memphis, Tennessee auf ihrer ersten Veröffentlichungen seit ein paar Jahren - inzwischen ist Sänger und Gitarrist Rob Evil nämlich wieder aus dem Knast entlassen. Auf der Single, die über Hells Headbangers in schlammgrün und schwarz erscheint, gibt es dreimal reichlich simplen Rumpelthrash mit Anleihen aus dem Speed Metal zu hören. Man kann das Amateurhafte daran durchaus charmant finden, teilweise hat der Sound der Songs aber tatsächlich nur besseres Proberaum-Niveau. Der beste der drei Songs ist der Titeltrack, bei dem man sich in Uralt-SODOM-Manier über ein cooles Rif und ein Dudelsolo hin zu einem Midtempo-Bangpart mit besseren Solo thrasht. Vom Aufbau ähnlich, aber punkiger ertönt "Ashes Of The Nuclear Fire" in wirklich bescheidenem Sound, während das speedige "I Must Destroy You" wieder besser klingt. Der Gesang könnte ruhig noch aggressiver sein, aber Fans von RAZOR, alten EXODUS und dem klassischen 80er-Teutonen-Thrash sollten hieran trotzdem Spaß haben. (Andreas Schulz)
8 von 15 Punkten

Integrity "Black Heksen Rise" CoverINTEGRITY "Black Heksen Rise" (07:25)
7'' / Indie Recordings
www.facebook.com/INTEGRITY.HT

Bereits 2011 erschien "Black Heksen Rise" als Teil der Split mit ROT IN HELL, Indie Recordings spendiert jetzt den beiden INTEGRITY-Songs eine remasterte limitierte 500er Neuauflage. Und nach einigen schrägen Gitarrentönen, die auch das Outro der Single werden sollen, bricht ein übel depressiver rabenschwarzer Song mit melancholischer Melodie und derbe gebrülltem Gesang über den Hörer hinein. "Black Heksen Rise" punktet mit melodischem Refrain und eingestreutem wilden Gitarrensolo. Gewinner. "Waiting For The Sun To Burn Out My Eyes" beginnt sehr ruhig, um dann in ein Inferno auszubrechen, das auch die Übergöttter TRAGEDY hätten zustande bringen können. Heftiger Stoff einer Band, die seit den Achtzigern in immer wechselnder Besetzung am Start ist und bei denen HATEBREED-Frontmann Jasta mal als Roadie tätig war. Wer nun über die zuweilen etwas wirren religiösen Ansichten von Main-Man Dwid Hellion hinwegsehen kann, macht mit "Black Heksen Rise" einen guten Fang, grundehrliche emotionale Musik zwischen Metal und Hardcore. (Dr. O)
11 von 15 Punkten

Negator "The Great Atrocities" CoverNEGATOR "The Great Atrocities" (10:03)
7'' / Viva Hate
www.negator666.de

Als kleinen Vorgeschmack zum im April erscheinenden vierten Album haben die Hamburger bereits vorab zwei der Tracks eingetrümmert. Beide Songs werden – neu eingespielt – auch auf "Gates To The Pantheon" zu hören sein. Wer den Werdegang der Band verfolgt hat, wird wissen, dass hier ein Black Metal-Sturmgeschütz auf ihn wartet, denn die Jungs machen mit ihrem Panzer-Metal keine Gefangenen. Die beiden Tracks sind brachial, aber musikalisch für Bandverhältnisse sehr divers und abwechslungsreich gestaltet. Der Vorschlaghammer hat auf jeden Fall an Tiefe gewonnen und vor allem auf "The Urge For Battle" macht die Band deutlich, dass sie musikalisch noch einiges aufzuwarten hat – gelungene Weiterentwicklung. Die Veröffentlichung ist als Bundle mit Shirt exklusiv über EMP erhältlich und auf 200 Einheiten limitiert. Hier stimmen sowohl Aufmachung als auch Inhalt – also zugreifen. (Oliver Schreyer)
13 von 15 Punkten

Shining / Monumentum "Pale Colors / The River" CoverSHINING/MONUMNETUM "Pale Colors/The River" (08:35)
7'' / Avantgarde Music
www.shiningasylum.com/www.facebook.com/MonumentuMofficial

Eins gleich vorweg – wer noch die Möglichkeit hat, dieses auf 300 Stück limitierte Kleinod zu ergattern, der sollte zuschlagen, denn das Teil war unglaublich schnell vergriffen. SHINING liefern hier eine interessante Coverversion von BAY LAURELs "Pale Colors" ab. Der Track, der vom 2000er Album "Where Pain Comes To Die" stammt, hätte genauso gut auf die "Lots Of Girls Gonna Get Hurt"-EP gepasst und stammt wahrscheinlich aus genau dieser Session. Melancholischer Düster-Rock, der kaum an alte SHINING-Sachen erinnert. Kvarforth verzichtet auch hier auf harsche Vocals und auch die Gitarrenfraktion agiert eher im gemäßigten Tempo. Wer die Interpretationen der Band auf bereits benannter EP mochte, der wird auch an diesem Track Gefallen finden. Gelungen! Auf der zweiten Seite interpretieren MONUMENTUM mit "The River" von PJ HARVEY. Der Track hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel und stammt vom 1998er Album "Is This Desire?". Wer die eigenwillige Stimme von PJ kennt, kann sich vorstellen, dass eine Interpretation schwierig werden könnte – MONUMENTUM überzeugen mit ihrer Version auch nur zum Teil. Schaffen es SHINING mit viel Feingefühl Gänsehautatmosphäre zu erzeugen, plätschert diese Nummer eher am Hörer vorbei. Schade! (Oliver Schreyer)
10 von 15 Punkten

Shining "Förtvivlan Min Arvedel" CoverSHINING "Förtvivlan Min Arvedel" (11:14)
7'' / Svart Records
www.shiningasylum.com

Eigentlich ist die Veröffentlichung von "Förtvivlan Min Arvedel" auf Svart Records ein Re-Release – gab es das Teil doch bereits als CD-Beilage zum Sweden Rock Magazin. Neben dem genialen Opener des 2010er Albums "VII: Född Förlorare" gibt es zudem eine herrliche Coverversion des ALICE COOPER-Klassikers "Prince Of Darkness". Sicher nicht ganz ohne Hintergedanken von Kvarforth gewählt, überzeugt er mit einer düster charmanten Interpretation des Tracks, die sich hervorragend in die SHINING-Cover-Galerie einreiht und in keiner Sammlung fehlen sollte. Die Vinyl-Aufmachung der 7“ ist ziemlich edel und kann auf ganzer Linie begeistern. Das gute Stück ist auf 500 Einheiten limitiert. (Oliver Schreyer)
14 von 15 Punkten

Subterranean Masquerade "Home" CoverSUBTERRANEAN MASQUERADE "Home"
7'' / Eigenproduktion
www.submasq.net


Aus der Reihe "Was wurde eigentlich aus ...?" meldet sich heute das israelisch-amerikanische Projekt SUBTERRANEAN MASQUERADE zurück, dessen bisherige Diskografie trotz langer Ruhepause weiterhin hell leuchtet und gerne hervorgezogen wird, wenn es um originelle Grenzgänge am Rande von Metal und Rock geht. Im 15. Jahr ihrer Existenz legt Hauptakteur Tomer Pink im Eigenvertrieb und ausschließlich auf Vinyl ein erstes Lebenszeichen vor, das von vorne bis hinten begeistert. Der Metal ist nach wie vor hörbar, vor allem im düsteren Gestus der beiden Stücke (das THE- MISSION-Cover "Beyond The Pale" wurde sachte mit Doublebass angereichert), während Pink seine Herkunft mit subtil folkloristischen Parts geltend macht, vermutlich nicht zuletzt dank des Erfolges der Landsleute ORPHANED LAND. Das forsche Hauptmotiv von "Home" wird unisono von Streichern und Gitarren gespielt, aber die Orgel nimmt eine ähnlich wichtige Rolle im Gesamtbild ein wie Paul Khurs (NOVEMBERS DOOM) Stimme, die rauchig raunen und einstweilen immer noch grunzen kann, ohne den Song zu zerstören. Das toll arrangierte Stück überstrahlt die exklusive Einspielung der B-Seite (ein Album muss unbedingt folgen!) bei weitem, was nur einen weiteren Grund darstellt, sich diese auf 100 orange und 200 schwarze Single direkt bei Pink zu sichern, einem unheimlich netten Menschen und leidenschaftlichen Musiker. Das gute Stück atmet den grenzenlosen Geist des Umfeldes der Musiker, neben den erwähnten WINDS, OPETH und Dan Swanö in seiner ganzen Bandbreite - toll! (Andreas Schiffmann)

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Andreas Schulz (Info)