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Bullfrog: High In Spirits (Review)

Artist:

Bullfrog

Bullfrog: High In Spirits
Album:

High In Spirits

Medium: CD
Stil:

Kraut Hard Rock

Label: SKY / Sireena Records
Spieldauer: 76:18
Erschienen: 25.09.2009
Website: [Link]

Sireena macht weiter mit der hochwohllöblichen Ausgrabung beinahe verschütt gegangener Semi-Klassiker der (ausgehenden) Kraut-Rock Ära.
Mit „High In Spirits“ ist das zweite Album der Formation BULLFROG (ehemals BULLDOG) jetzt an der Reihe. Eine weitere Band, die sich nie aus der zweiten, dritten Reihe hervor katapultieren konnte, obwohl insbesondere „High In Spirits“ einigen Erfolg in Portugal einheimsen konnte. Nun ist Portugal nicht gerade der Vorreiter für die Hervorbringung internationaler Maßstäbe und Trends; aber das eine deutsche Band unter südlicher Sonne geliebt, zumindest aber geschätzt wurde, spricht doch für ein heiteres Gemüt.

Genau dies besitzt die Musik BULLFROGs auch über weite Strecken. Trotz wuchtiger Orgel-Akkorde und eher schleppender Rhythmen wogen die Tracks nicht so bleischwer aus den Boxen wie die vergleichbare Musik JANEs oder FRUMPYs.
Was aber nicht immer lobend gemeint ist. Denn Songs wie das Boogie-verseuchte „Free Spirit“, oder der simpel rockende Abschluss „L.A. Police No. 55“ (nur echt mit komplettem Fußballerchor) sind nicht gerade Höhepunkte im Schaffen deutscher Rockmusiker. Zu simpel und behaglich kommen die kleinen Liedchen daher; DR. FEELGOOD eingehüllt in Omas Rheumadecke.

Doch es gibt natürlich positives zu berichten. Die „Reibeisenstimme“ Gerd Hochs, der wenig teutonisch und stimmig die Songs mit der nötigen rauen Atmosphäre versorgt. Die Kunst, selbst bei elegischen oder härteren (aber nicht gar zu harten) Tönen immer entspannt und lässig zu klingen, dabei ein paar wirklich großartige Hooks und einschmeichelnde Refrains („Be Yourself“ und „A Housepainter’s Song“) im Gepäck zu haben.
Es ist mal wieder diese (scheinbare) Unbedarftheit, die dieses Album trotz aller Schwächen so unwiderstehlich macht. Hier wird nicht auf Teufel komm raus los gerockt, nicht Komplexität geprobt und ausgelebt, keine tiefenpsychologischen Befindlichkeiten ausgelotet; stattdessen ein freundliches miteinander Musizieren, das Jahre zu spät eine fröhliche Hippie-Atmosphäre herauf beschwört, in der stundenlange Jams zu Marihuana, Milch und Alkohol möglich waren und eine Scheune auch schon mal wie ein First Class Hotel wahrgenommen wurde.

FAZIT: BULLFROG erreichen nicht ganz das Level der anderen Sireena-Veröffentlichungen wie SHAA KHAN oder OCTOPUS, sind aber immer noch gut für eine vergnügliche satte halbe Stunde. Die von der remasterten Neuauflage sogar auf über 73 Minuten ausgedehnt wird, da man, statt Bonustracks, der CD eine alternative Abmischung des kompletten Originalalbums gönnte. Es spricht für „High In Spirits“, dass man beide Varianten gut gelaunt hintereinander weg hören kann (Ohren auf Durchzug beim unsäglichen „Free Spirit“ und dem leicht albernen „L.A. Police No. 55“).
Ob man Conny Plank oder dem Hiltpoltsein-Mix den Vorzug gibt – wen kümmert’s? So groß sind die Unterschiede nicht. Ob Hinterbänkler, oder B-Movie: BULLFROG machen eine gute Figur und unterhalten (und nerven gelegentlich) mit einer Leichtigkeit, die vielen anderen deutschen Kollegen jener Tage abgeht.

Eigentlich genügt schon ein Blick auf das mystisch-bunte Cover des japanischen Künstlers Aoi Fujimoto, um zu wissen was einen erwartet. Ein betont naiver, großäugiger, graphischer Erguss im durchsichtigen Negligee. Heutzutage würde sich das niemand mehr trauen. Genau deshalb so liebenswert.

Jochen König (Info) (Review 3382x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 9 von 15 Punkten [?]
9 Punkte
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Tracklist:
  • High In Spirits
  • Be Yourself
  • Rollin´
  • Free Spirit
  • Housepainter´s Song
  • Live
  • L.A. Police No. 55
  • The Hiltpoltstein Mix:
  • High In Spirits
  • Be Yourself
  • Rollin´
  • Free Spirit
  • Housepainter´s Song
  • Live
  • L.A. Police No. 55

Besetzung:

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