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End Time Channel: A World Of Uniformity (Review)

Artist:

End Time Channel

End Time Channel: A World Of Uniformity
Album:

A World Of Uniformity

Medium: CD
Stil:

Experimental Rock

Label: Selbstrelease
Spieldauer: 41:19
Erschienen: 01.03.2008
Website: [Link]

So wie die “Terminator”-Franchise - Stand Juni 2009 - sich gerade im Kino durch die Zukunft ballert, die drei geschlagene Filme lang lediglich angedeutet wurde, ist das SciFi-Musikprojekt END TIME CHANNEL nach zwei vorbereitenden Alben auch endlich dort angekommen, wo der Bauer den Most holt. Mit dem Interludium “A World Of Uniformity” betritt Udo Fischer die Dimension des Handelns und des Hier und Jetzt, die Zeiten des Munkelns und Träumens sind vorbei. Der Krieg ist los!

Man sollte also meinen, es finde eine Loslösung von allen persistenten Markenzeichen von END TIME CHANNEL statt. Der Drittling sei das brachialste Werk, wurde mir versichert, entstanden unter ungünstigen Studiobedingungen, die für einen rohen Sound sorgten.

Kein Zweifel, “A World Of Uniformity” IST das bis dato rohste Werk des Wiesbadeners. Archaisch mit Nummern betitelte Songs, schwerfällige Anlehnen an düsteren Industrial Metal, wie sie im walzenden “Two” zu vernehmen sind, da fällt der Gedankensprung zu Arnie und den Maschinenmenschen nicht sehr weit aus. Gesangslinien wie unter Hypnoseeinfluss, eine Rhythmik wie bei der Armee, untermalt mit Dissonanzen, die einen unterdrückten Freigeist aufbegehren lassen.

Es bleibt jedoch bei der Anlehnung. Wenn ein Klimax über mehrere Alben hinweg angekündigt wird, bürdet man sich Lasten auf und schürt Erwartungen. Beides vermag die Scheibe nicht widerstandslos zu tragen. Die kompositorische Sicherheit hat Fischer nicht verloren, der Übergang von “Starship neilA” aus bleibt aber zu flüssig, der Quantensprung ist nicht radikal genug.

Wirklich brutal gestaltet sich der Siebenteiler nämlich nicht. Einen losgebrochenen Krieg würde man hinter der Musik nicht vermuten. Das mag daran liegen, dass eine “Krieg der Sterne”-Atmosphäre ebenso erzeugt werden soll wie eine emotionslose Gleichförmigkeit à la “THX 1338".

Von einzelnen Blitzmomenten abgesehen beginnt das Treiben auch entsprechend zäh, bis in “Four” endlich das erste Highlight auszumachen ist, das sogleich von dem schillernd-verträumten “Five” auf einem Niveau gehalten wird. Dezente Einflüsse von TOOL und den NINE INCH NAILS lassen sich in einem Gemenge erahnen, das im Gesamten leicht an THE PAX CECILIA erinnert. Erstmals überhaupt lassen sich wirklich greifbare Parallelen ziehen, nachdem END TIME CHANNEL sich ihnen bislang immer entzog wie ein Chamäleon. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

FAZIT: Die Veränderung der Atmosphäre ist da, doch stark genug, um den Wechsel von der in “Valuna Twilight Café” und “Starship neilA” gezeichneten Vorbereitung in den eigentlichen Nukleus der Handlungsgegenwart vorzustoßen, ist sie nicht. Besonders das scheppernde Schlagzeugspiel und die Soundgimmicks gestalten den Übergang zu sanft, auch wenn “A World Of Uniformity” aus dem Kontext gerissen für eine Eigenproduktion immer noch erstaunlich gutes Songmaterial bietet. Innerhalb des Konzeptes ist der Klimax eher ein Furzkissen, das mit pfeifendem Geräusch seine Luft verliert. Ein solches jedoch aus hochwertigem Latex, auch wenn die Produktionsbedingungen in der Fabrik wohl nicht die günstigsten waren.

TIPP: Das vorliegende Album kann als Appetitanreger auf der Myspace-Seite (siehe Link oben) komplett kostenlos heruntergeladen werden! [Album bei Amazon kaufen]

Sascha Ganser (Info) (Review 2461x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • One
  • Two
  • Three
  • Four
  • Five
  • Six
  • Seven

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
Kommentare
Udo Fischer
gepostet am: 16.06.2009

Auch hierzu ein paar kleine Anmerkungen:

"Es bleibt jedoch bei der Anlehnung. Wenn ein Klimax über mehrere Alben hinweg angekündigt wird, bürdet man sich Lasten auf und schürt Erwartungen. Beides vermag die Scheibe nicht widerstandslos zu tragen." - Dazu muss man allerdings noch einmal ausdrücklich erwähnen, dass die Scheibe auch nicht die Klimax der Story ist (!!!), sondern die Klimax als erzählerisches Element vorerst ausgelassen und auf einen vielleicht späteren Zeitpunkt verschoben ist. A World of Uniformity ist schließlich "nur" als Interlude- Sequenz angelegt und genau deswegen nicht einmal ein offizielles Kapitel und so auch definitiv nicht als "Nukleus der Handlungsgegenwart" ausgelegt!! ;) Ob und wann die Klimax kommt, das wird sich erst noch zeigen müssen....

"Wirklich brutal gestaltet sich der Siebenteiler nämlich nicht. Einen losgebrochenen Krieg würde man hinter der Musik nicht vermuten." - Sie ist genau deswegen auch angepriesen als "brutalste" Scheibe und nicht als "brutale" Scheibe. Es handelt sich hier zwar um den aufkommenden endzeitlichen Krieg, aber auch hier nur soweit nötig, um der Fantasie zur Story ein gutes Fundament zu liefern, der Rest bleibt dem Hörer überlassen :)
Sascha [Musikreviews.de]
gepostet am: 16.06.2009

Okay, das stimmt, das mag vielleicht nicht so ganz rübergekommen sein. Es ist natürlich nicht DER Höhepunkt, sondern der bisherige. Es ging mir auch eher darum auszuformulieren, dass mir die spannungsaufbauenden Elemente bislang besser gefallen haben als die spannungslösenden Elemente. Das mag sich aber zukünftig noch ändern, ich bin auf jeden Fall weiterhin sehr daran interessiert, mich mit dem zu befassen, was da noch kommen möge. ;)
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