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Mick Rogers: Sharabang (Review)

Artist:

Mick Rogers

Mick Rogers: Sharabang
Album:

Sharabang

Medium: CD
Stil:

Classic Rock

Label: Just One Music/Soulfood
Spieldauer: 45:28
Erschienen: 15.03.2013
Website: [Link]

MICK ROGERS war Gründungsmitglied von MANFRED MANNS EARTHBAND, pausierte seltsamerweise während der erfolgreichsten Phase der Band Mitte der Siebziger (zugunsten recht erfolgloser Solo-Aktivitäten - wie der Band AVIATOR -, und als Gastmusiker an der Seite diverser Künstler) und stieg 1983 wieder ein. Seitdem ist er wieder fester Gitarrist der Gruppe um Keyboarder MANFRED MANN. Warum er nicht ebenso den Lead-Vokalisten gibt und nur gelegentlich die Frontrolle übernimmt, ist ein weiteres kleines Mysterium. Dass er’s kann, und dies weit besser als der letzte Sänger der EARTHschen Formation, beweist er auf „Sharabang“ mit jeder gesungenen Note.

Sharabang“ bedeutet umgangssprachlich „Omnibus“ und Rogers möchte – laut Presse-Info – seine Hörer auf eine Reise entlang des „Rokck’n-Roll-Highways“ mitnehmen. Ersetzt „Rock’n Roll“ durch „Classic Rock“ dann passt’s halbwegs. „Sharabang“ ist ein Mix aus Coverversionen und eigenen Kompositionen – CD und Booklet schweigen sich über die Urheberschaft der jeweiligen Songs gepflegt aus -, die sich zwischen Straßentauglichkeit und Achsenbruch bewegen. Der „Listen To The Music“-Start (DOOBIE BROTHERS) ist musikalisch passend und, in seiner, dem Original gegenüber drängenderen Version, gelungen. Ob man den MARVIN-GAYE-SMOKEY-ROBINSON & THE MIRACLES-GLADYS KNIGHT-Gassenhauer “I Heard It Through the Grapevine” in einer klassischen Rockversion braucht, sei dahingestellt, besser als befürchtet klingt das allemal und ist immerhin ein Ausbruch aus dem relativ eng gesteckten Kosmos. Der mit dem – für sich gar nicht mal üblen – Cover von STEVE MILLERs „The Joker“ überstrapaziert wird. Warum wird immer dasselbe abgenudelte Zeug hervorgekramt?

„Right For Change“ ist Soft-Rock der eher bräsigen Sorte; „End Of The Line“ ein simpler, aber goutierbarer Stampfer, der dem Original der TRAVELING WILBURYS keine Schande macht. Weit gelungener ist die Eigenschöpfung „Cutting To Pieces“ bei der ROGERS den harten Rocker raushängen lässt, der mit RAMMSTEIN flirtet. Das kann er ziemlich gut.
Danach wird es leider ruhiger und belangloser. Ganz in der PHIL-COLLINS-Schmonzetten-Liga landen ROGERS und seine fähigen Mitmusiker nicht, sind aber mit „We Threw It All Away“ ziemlich dicht dran. Das „RICH GIRL“ ist mit seinen etwas heftigeren Ausbrüchen wohler geraten.

Zum Schluss gibt es noch eine wehmütige Piano-Ballade und den obligatorischen Rausschmeißer der lauteren und sehr kurzen Art. Und gut gewesen ist…

FAZIT: Um beim gewählten Titelbild zu bleiben: MICK ROGERSSharabang“ wählt den breit ausgebauten Highway, der vielbefahren, oft repariert, doch selten erneuert wird. Er baut keinen Unfall, schrammt aber zuweilen im Sekundenschlaf an der Leitplanke entlang. Gut („Cutting Me To Pieces“), bzw. diskussionswert (“I Heard It Through The Grapevine“) wird es, wenn der Omnibus die allzu gradlinige Straße für wenige Minuten verlässt. Wie Busreisen halt so sind, nicht besonders bequem und zügig vorankommend, immer etwas holprig. Ans Ziel kommt man mit einem versierten Fahrer wie MICK ROGERS und seinen Reisebegleitern allemal.

Jochen König (Info) (Review 3201x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 8 von 15 Punkten [?]
8 Punkte
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Tracklist:
  • Listen To The Music
  • I Heard It Through The Grapevine
  • Right For Change
  • End Of The Line
  • Cutting Me To Pieces
  • We Threw It All Away
  • Righ Girl
  • The Joker
  • Rock'n Roll Days
  • Get On The Bus

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
Klaus Kaschel
gepostet am: 19.05.2013

Hübsch geschrieben, auch wenn König Jochen etwas gekünstelt Vergleiche mit Autobus - Autobahn - Unfall strapaziert.
Jochen [musikreviews.de]
gepostet am: 19.05.2013

Lieber Klaus, danke. Die Ominbus- und Highway/Autobahn-Verweise liefern Rogers, bzw. seine Presseverantowrtlichen selbst; gut, mit dem möglichen Unfall und seiner (knappen) Vermeidung habe ich mich dran gehangen. Bot sich einfach an ;-)
Joe Music
gepostet am: 11.06.2013

User-Wertung:
11 Punkte

Das mit dem Bus und dem Highway ist schon o.K. Es ist eine zeitgemässe Scheibe eines eigentlich alten Rockers. Ich hoffe ihn demnächst mit der Earthband nochmal zu sehen.
Erklärungen für seinen zwischenzeitlichgen Ausstieg und die Nichtübernahme der Leadvocals gibt es schon: Sein altes Gitarrenspiel war deutlich schlechter als später, da waren seine Nachfolger Dave Flett und Steve Waller (letzteren habe ich selbst live erlebt) deutlich besser. Und auch der junge Chris Thompson war in einer anderen Liga. Das war nach dem Wiedereinstieg 1986 (nicht 1983, da habe ich die MMEB selbst mit Steve Waller erlebt, siehe auch Budapest Live) anders. Auf der Criminal Tango (1986) hat er zusammen mit CT gesungen, die Gitarre war noch relativ einfahc gestrickt, insbesondere auf der Masque (1987) mit Maggie Ryder als Sängerin). Aber live wurde es immer besser, insbesondere nach dem Plains Music Ausflug 1991. Beispiel sind dann 1996 Studio Album und ein Auftritt 1999 in Ludwigshafen; da war ich damals absolut baff über den Gesang (neben Noel Mc Calla) und die Super-Gitarrenarbeit.
Die Scheibe hier ist ein Spass- und Wohlfühlausflug und ganz bewusst mal nicht MMEB.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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