Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Pavlov's Dog: Has Anyone Here Seen Sigfried? (Review)

Artist:

Pavlov's Dog

Pavlov's Dog: Has Anyone Here Seen Sigfried?
Album:

Has Anyone Here Seen Sigfried?

Medium: CD
Stil:

Rock/Folk

Label: Rockville Music
Spieldauer: 72:54
Erschienen: 14.03.2014
Website: [Link]

Den Untertitel „The Lost Third PAVLOV'S DOG Album“ trägt das nach dem ehemals ausgestiegenen und vermissten Violinisten Sigfried Carver benannte Drittwerk der sagenumwobenen Amerikaner ja eigentlich schon länger nicht mehr zu Recht. Schließlich erschien bereits in den 80er-Jahren ein Bootleg des Albums namens „St. Louis Hounds“, dem eine Kassetten-Aufnahme als Grundlage diente, und dem weitere inoffizielle Veröffentlichungen unter anderen Titeln folgten. Auch offiziell ist das 1977 eingespielte Album vor ein paar Jahren bereits auf Rockville Music erschienen. Allerdings basierte auch diese Version noch auf den klanglich äußert mittelmäßigen Bändern und war nicht mehr als eine Notlösung, um die Scheibe irgendwie wieder verfügbar zu machen.

Im letzten Jahr sind nun also überraschenderweise die lange verloren geglaubten Masterbänder wieder aufgetaucht und wurden aufwendig restauriert. Das Ergebnis, das zusätzlich noch mit dem damals vorgesehenen Original-Artwork ausgestattet wurde, liegt nun vor und präsentiert sich in bester Soundqualität. Die enthaltenen neun Bonustrack, darunter sechs Livesongs, weichen übrigens von der ersten offiziellen Album-Veröffentlichung auf Rockville Music ab. Als zusätzlichen Anreiz enthält das Booklet im Digipak neben den Songtexten noch Linernotes von David Surkamp mit der Geschichte zum Album.

Musikalisch ist die Band auch auf ihrem Drittwerk unverkennbar, dafür sorgt natürlich alleine schon die Stimme von David Surkamp. Die große Faszination der Vorgänger kommt aber nicht richtig auf und man merkt schon, dass damals aufgrund diverser Umstände und Querelen die Luft bei der Band ziemlich raus war. Dennoch finden sich etwa mit dem Wave-artigen „Good Bye Trafalgar“, der ergreifenden Piano-Ballade „Only You“ oder dem beschwingten „Painted Ladies“ einige gelungene Songs, die der PAVLOV'S DOG-Fan gewiss nicht missen will. Insgesamt wurde das Hauptaugenmerk mit Songs wie dem fluffigen „Falling Love“, „I Love You Still“ oder „It's All For You“ (gesungen von Gitarrist Steve Scorfina, der den Song von seiner vorherigen Band REO SPEEDWAGON mitgebracht hatte) aber zu sehr auf sanftmütige Gefühle gelegt. Hier und da noch ein wenig mehr an Dramatik, wofür die Stimme Surkamps ja auch wie geschaffen ist, und die gewisse Progressivität aus Debützeiten hätte es gerne sein dürfen. Auch eine „Jenny“ kann der großartigen „Julia“ (der man im Bonusteil immerhin noch ein akustisches Kleid anzieht) nicht das Wasser reichen. Das tatsächlich mal bedrückende „Suicide“ und auch „Today“ sind dann aber noch weitere Glanzlichter, erscheinen aufgrund ihrer Kürze aber irgendwie unfertig. Gleiches gilt für „Stop Short“, eigentlich auch einer der wirklich guten Songs, der richtigerweise dann auch als Outtake gekennzeichnet wurde.

Die zusätzlichen Livesongs stammen aus den Jahren 2011 und 2012 und lassen wie schon auf dem Live-Album mehr als nur erahnen, was einen auf einem Konzert von David Surkamp & Co heutzutage erwartet. Und dass die aktuelle Version von PAVLOV'S DOG wieder in der Lage ist, packendes neues Material zu schreiben (und dabei u.a. auch seine Progressivität wiedergefunden hat), hat sie vor ein paar Jahren mit „Echo & Boo“ ebenfalls bewiesen.

FAZIT: An die ersten beiden Meilensteine kommt das 'Sigfried-Album' zwar nicht heran, aber endlich kann der Fan seine Lücke im Regal ohne das Gefühl des Halbgaren schließen und die Scheibe im guten Sound genießen. Für den Neueinsteiger bleibt das Debüt „Pampered Menial“ aber der unverzichtbar Einstieg in die Welt dieser einzigartigen Band.

Lars Schuckar (Info) (Review 5622x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Good Bye Trafalgar
  • Falling In Love
  • Only You
  • Painted Ladies
  • I Love You Still
  • Jenny
  • Today
  • Stop Short * (original outtake)
  • It's All For You
  • Suicide
  • While You Were Out
  • Falling In Love * (alternative mix)
  • Julia * (David Surkamp acoustic version 2007)
  • She Came Shining * (live 2012)
  • Fast Gun * (live 2011)
  • She Breaks Like A Morning Sky * (live 2011)
  • Paris * (live 2011)
  • Good Bye Trafalgar * (live 2012)
  • Only You * (live 2012)

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Welches Tier bellt?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!