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The Haunted: Exit Wounds (Review)

Artist:

The Haunted

The Haunted: Exit Wounds
Album:

Exit Wounds

Medium: CD
Stil:

Thrash Metal

Label: Century Media Records
Spieldauer: 44:15
Erschienen: 22.08.2014
Website: [Link]

Ein tiefschwarzer Kopf, gebettet auf schniekem Zwirn in bester Hitman-Manier, mit nahezu konturlosen Gesichtszügen und umso hervorstechenderem schelmischen Lächeln - das Cover von "Exit Wounds" ziert nicht zufällig eine aufgefrischte Version des mittlerweile zehn Jahre zurückliegenden "rEVOLVEr" der dazumal schwedischen Knüppeltruppe von THE HAUNTED.

Das ohnehin selten stillstehende Besetzungskarussell des Quintetts hat sich im Anschluss an das polarisierende "Unseen" weiter gedreht. Die gravierendste Änderung ist dabei der (erneute) Ausstieg von Peter Dolving, der durch Marco Aro ersetzt wurde, welcher bereits um die Jahrtausendwende an "The Haunted Made Me Do It" und dem darauffolgenden "One Kill Wonder" mitwirkte. Zur Einstimmung veröffentlichte man bereits vor einigen Wochen die EP "Eye Of The Storm", welche mit drei der 14 auf "Exit Wounds" vertretenen Songs die nicht nur personelle sonder auch instrumental "neue" Marschrichtung vorgab: back to the roots.

Als müsse man das Offensichtliche dennoch zusätzlich betonen, beginnt das eröffnende Instrumental "317" mit einer Art Herzschlag-Sample. THE HAUNTED sind keineswegs tot, auch wenn man mit Herrn Dolving sicher einen Ausnahmekünstler und, wie auf dem Cover metaphorisch angedeutet, das Gesicht der Band verlor. Doch genug der Symbolik und Interpretationen, mit "Cutting Teeth" wird im Anschluss ein fettes akustisches Ausrufezeichen gesetzt. Donnernde Double Bass, mit SLAYER-Zitaten nicht geizende Thrash-Metal-Gitarren und etwas eintönige aber durchaus wirkungsvolle Vocals preschen nach vorne weg, dass es eine wahre Freude ist. Was folgt ist ein Sammelsurium an Eigen- und Fremdzitaten, verpackt in professionellem Soundgewand und mit geballter Routine vorgetragen. Womit auch schon die mögliche Kritik an "Exit Wounds" impliziert wäre, einem Album, das objektiv kaum Angriffsfläche liefert. Ob Frontschreihals Marco Aro dies selbst erkannt hat, wenn er in "Psychonaut" inbrünstig proklamiert "We're so alike and it makes me sick", bleibt - wie so vieles - Spekulation.

Sieht man davon ab, bleibt unterm Strich eine absolut unterhaltsame Dreiviertelstunde moderner Thrash-Metal-Interpretation, die - wie es schon immer eine Stärke der Band war - geschickt mächtige Grooves ("Eye Of The Storm"), teils stumpfe Raserei ("This War") und einprägsame Melodieführung ("Ghost In The Machine") in Einklang bringt und obendrein eine ganze Reihe mächtiger Riffs aus dem Ärmel schüttelt. Besonders hervorzuheben ist dabei das überragende "Trend Killer", das mit leichtem Industrial-Flair-Intro und zunächst ohne Gitarren auskommend aus dem ansonsten sehr homogenen Gesamtbild hervorsticht, sich fortan aber erbarmungslos in den Gehörgängen verbeißt und all die genannten Stärken in sich vereint. Ein Fünkchen Mut scheint also doch noch vorhanden zu sein.

FAZIT: Der alte Anzug sitzt noch wie damals, als er zugunsten eines maßgefertigten neuen Modells abgestreift wurde und fortan in einer dunklen Ecke zu verstauben drohte. Das fast schon siegessichere Grinsen ist folglich keineswegs unbegründet, denn THE HAUNTED sind sich ihrer Stärken bewusst und setzen diese auf "Exit Wounds" geschickt in Szene. Ob dies jedoch für mehr ausreicht, als Fans der ersten Stunde zu begeistern, wird sich zeigen. [Album bei Amazon kaufen]

Markus L. (Info) (Review 2049x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • 317
  • Cutting Teeth
  • My Salvation
  • Psychonaut
  • Eye Of The Storm
  • Trend Killer
  • Time (Will Not Heal)
  • All I Have
  • Temptation
  • My Enemy
  • Kill The Light
  • This War
  • Infiltrator
  • Ghost In The Machine

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
Kommentare
Mirko
gepostet am: 25.08.2014

User-Wertung:
10 Punkte

Deinen letzten Satz muss ich mit "Nein" beantworten. Die Musik ist klasse, aber da kann ich im Vergleich auch die alten Platten hören. Was mir persönlich heutzutage nicht mehr reicht. Ich will meine Sammlung verbessern, nicht einfach nur erweitern.
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
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