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Arcane: Known - Learned (Review)

Artist:

Arcane

Arcane: Known - Learned
Album:

Known - Learned

Medium: CD
Stil:

Progressiver Metal und melancholischer Art-Rock

Label: Sensory Records / Alive
Spieldauer: 121:56
Erschienen: 13.02.2015
Website: [Link]

Nach dem überraschend komplexen „Chronicles Of The Waking Dream“, das so einige Erinnerungen an DREAM THEATERs „Metropolis“ weckte, wurde es die nächsten fünf Jahre verdammt ruhig um die australischen Prog-Metallisten ARCANE, die uns plötzlich und gänzlich unerwartet mit einem Doppel-Album überraschen, welches wie das ARCANEsche Yin & Yang erscheint - ein Album in Schwarz-Weiß oder Laut-Leise oder eben Known-Learned - das sich um die komplizierte Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter dreht, denen die laut-aggressiven Töne genauso vertraut sind wie die sanft-zerbrechlichen. Ein Album, dessen schwarze Seite sich metallisch durch die Klanglandschaften bewegt, während die weiße Seite es mit einem zartem Art-Rock-Schleier einhüllt.

Metallischer Bombast wird also auf „Known - Learned“ von epischem Schönklang umschmeichelt, wobei „Known“ die harte Seite der klingende Medaille - gespickt mit metallischen Riffs, Frickelorgien, Double Bass, treibender Schlagzeug-Rhythmik - ist, der aber immer wieder Ruhiges, Akustisches innewohnt, so als träfe instinktive Wut auf zurückhaltende Besorgnis.
„Learned“ wiederum lebt von atmosphärischem Art-Rock voller melancholischer Schönheit, der jedem weniger aufgeschlossenem Metal-Freak wahrscheinlich nach wenigen Minuten auf den Wecker gehen wird, da er keine einzige Minute lang seine langen Loden durch die Gegend werfen darf, sondern diese höchstens entspannt in zarte Wellenbewegungen versetzen kann.
Das Yin & Yang eben - auch für alle sich auf eine spezielle Musikrichtung festgebissenen Fans.

Und was ich beim letzten Album noch kritisch erwähnte - das Fehlen der Texte - ist bei „Known - Leraned“ längst kein Thema mehr. Endlich sind auch die Lyrics im Booklet des dicken Digi-Packs enthalten und damit der für mich bei ihrem letzten Album als arger Makel bemängelter Minuspunkt beseitigt.

Zwar ist nicht wirklich alles an diesem Album begeisternd, der größte Teil aber hält höchsten Prog-Ansprüchen stand. Ein paar übertriebene Melodie-Wiederholungen bei „Instinct“ nerven zwar, aber auch Komplex-Filigranes gibt es zu bewundern, wie in dem überragenden 23minutigen „Learned“.
Elektronisches Ambient-Gewaber auf „Womb“, das anfangs etwas nachdenklich macht, wird dann mit weltmusikalischen oder mindestens skandinavisch anmutenden Hochton-Gesangslinien zum wahren Begeisterungssturm.
Ruhige Piano-Linien treffen auf brachiale E-Gitarren, hämmernde Schlagzeug-Passagen auf akustische Gitarrenvirtuosität, hoher Gesang auf tiefe Tonlagen, während Bässe bedrohlich wummern oder rhythmisch stimmungsvoll für voluminösen Klang sorgen.
Am Ende wird dieser musikalische Ritt durch die traurigen und glücklichen Vater-Tochter-Momente zu einem vielfältigen Musikerlebnis, das überzeugend und angefüllt mit der ganzen Palette von Emotionen der Marken „Himmel hoch jauchzend“ bis „zu Tode betrübt“ gekonnt das gesamte Empathie-Spektrum abdeckt: „Don‘t forget who we are / Like deep ocean will mirror the stars... / She loved you / And I miss her too.“ All das kann man wundervoll auf „Known - Learned“ mitanhören!

FAZIT: So gesehen ist die erste CD „Known“ die DREAM THEATER- und die zweite CD „Learned“ die ANATHEMA-Seite des neusten Musik-Doppel-Deckers von ARCANE!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 4393x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • CD 1 (Known):
  • Promise (Part 2)
  • Unturning
  • Instinct
  • Womb (In Memoriam)
  • Selfsame
  • Holding Atropos
  • Keeping Stone: Sound On Fire
  • Learned
  • = 71:54 =
  • CD 2 (Learned):
  • Hunter, Heart & Home
  • Little Burden
  • Impatience And Slow Poison
  • Known
  • Nightingale‘s Weave
  • Eyes For The Change
  • Keeping Stone: Water Awake
  • Promise (Part 1)
  • = 50:02 =

Besetzung:

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