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Oh Lonesome Me: Things That Could Destroy Me (In The End) (Review)

Artist:

Oh Lonesome Me

Oh Lonesome Me: Things That Could Destroy Me (In The End)
Album:

Things That Could Destroy Me (In The End)

Medium: CD
Stil:

Akustischer Pop und Singer/Songwriter-Folk samt Gebläse

Label: Beste! Unterhaltung
Spieldauer: 46:04
Erschienen: 09.10.2015
Website: [Link]

Unter dem fb-Profil von OH LONESOME ME kann man in der Rubrik „Kurze Beschreibung“ folgendes lesen:
„Zwei Frauen, zwei Stimmen, zwei Instrumente und Geschichten, die das Leben spielen.“
Diese Beschreibung trifft ausgezeichnet auf die erste EP des Musikerinnen-Duos aus Berlin zu, aber für ihre niegel-nagel-neue Kaktus-CD, zugleich ihr erstes langes Studio-Album, sind noch ein paar wichtige Ergänzungen unvermeidbar. Denn zu diesen wundervollen Stimmen und Geschichten sowie Gitarre und Klavier gesellen sich auf „Things That Could Destroy Me (In The End)“ neuerdings auch Bass, Schlagzeug, Glockenspiel, Trompete und Posaune. Diese „Dinge“ jedenfalls sind nicht zerstörerisch für das Album der beiden singenden Wunderkinder - anderes bei diesen Stimmen zu behaupten, wäre untertrieben - sondern eine Bereicherung ohnegleichen.

Die Musik in diesem so schlicht mit einem gemalten Kaktus bebilderten Digi-Pack setzt sich keinerlei Zwängen, welche sich aus einer spärlichen Instrumentierung ergeben, mehr aus, sondern geht in die Vollen. So bedient sie völlig verschiedene musikalische Genre, wie Americana, Singer/Songwriter, Pop, Folk, Chanson, Funk, Bar-Jazz, Soul sowie Akustisch-Balladeskes und verbreitet dabei eine ungeheuer intensive Atmosphäre, ähnlich wie man sie bei solch wunderbaren TOM WAITS-Balladen wie „Waltzing Mathilda“ oder „Grapefruit Moon“ empfindet.

„Requiem“ mit seinen ausgiebigen Bläsersätzen hat auch noch etwas von CHICAGO, als die sich mehr und mehr der ruhigeren, poppigeren Musik zuwandten. Dazu gibt‘s zusätzlich einen Bolero-Schlagzeugrhythmus, der dem traurigen Lied eine ungewöhnliche Spannung verleiht. Solche heilige Messe lässt man sich gern gefallen - nur hört man genauer auf den Text (Leider fehlen die Texte im Digi-Pack!), dann hinterlässt er in Verbindung mit dem traurigen Song zugleich Betroffenheit. Denn dieser Totengesang ist für den sterbenden Frieden.

Der diesem Sterbegesang folgende deutsch gesungene Song hat textlich ebenfalls etwas von einem Requiem, in diesem Falle aber auf die Liebe bezogen, was bereits aus dem Titelnamen „Wann kommt es wieder auf die Liebe an?“ hervorgeht. Deutschsprachige Melancholie erwartet uns auch etwas später auf dem zweiten und zugleich letzten „Deutsch“-Lied „Luxus“, eine Piano- & Glockenspiel-Ballade, welche einem gerade auch dadurch, dass sie auf deutsch gesungen wird, so richtig zu Herzen geht. Kein „Luxus“ in der Art, wie ihn GRÖNEMEYER auf seiner gleichnamigen LP besingt, ist hier gemeint, sondern: „Diese Welt war unsere / Und die goldenen Stunden / Sind wie für uns gemacht / Wir sind genau da / Wo wir hingehören / Unser Luxus / Das sind doch wir.“ Nicht nur der Text erzeugt hierbei eine Gänsehaut, auch Gesang und Musik unterstützen genau dieses Gefühl. Eigentlich ein Song, der im Radio hoch- und runterlaufen sowie sich locker zwischen all den Tawils, Oerdings und Bouranis behaupten könnte.

Auf die unangenehme Feststellung von „You Only Like Me When You‘re Drunk“ folgt dann eine Musik, die uns an beste TOM WAITS- und CALEXICO-Zeiten gemahnt, während Trompete und Posaune zu trunkener Hochform auflaufen. Und wir torkeln zwischen den Lautsprechern mit!

Eine fast weinende Trompete entlässt uns ganz am Ende aus dem Album, so als wollte sie uns sagen: „Schade, dass die Musik schon vorbei ist.“
Ja, es ist zum Heulen schön, dieses Album!
Darum gleich noch mal von vorn.

FAZIT: Im Vergleich zur vorangegangenen EP aus dem Jahr 2014 legen OH LONESOME ME mit „Things That Could Destroy Me (In The End)“ ein Album vor, das so gesehen die EP-Saat zur vollen CD-Blüte brachte. Wirklich köstliche, schmackhafte Musik-Trauben, die der Hörer trotz des etwas pessimistisch anmutenden CD-Titels, bei dem im letzten fast gleichnamigen Song auch noch das hoffnungsvolle „Could“ verschwindet, hier serviert bekommt. Fragt sich nur, was soll der stachlige Kaktus auf dem Cover bedeuten?

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 3023x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • A Year No Longer
  • Why
  • Requiem
  • Wann kommt es wieder auf die Liebe an?
  • You Only Like Me When You Drunk
  • What Tomorrow Brings
  • Like Old Lovers Do
  • Luxus
  • Can‘t Stand It
  • But For All
  • Things That Destroy Me In The End

Besetzung:

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