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Karcius: Live In France, 18.08.2018 (Review)

Artist:

Karcius

Karcius: Live In France, 18.08.2018
Album:

Live In France, 18.08.2018

Medium: Blu-ray
Stil:

Progressive Rock, Fusion

Label: Eigenvertrieb / Just For Kicks
Spieldauer: 139:06
Erschienen: 18.08.2019
Website: [Link]

Willkommen bei einer in unseren Breiten weiterhin viel zu unterbewerteten Progressive-Rock-Band aus Kanada, die mit ihrem letzten Konzept-Album „The Fold“ bereits ein kleines Meisterstück hinlegten, als sie sich dem schweren Thema Demenz widmeten und eins der finstersten Prog-Alben, dem eine intensive Ausstrahlung innewohnte, des Jahres 2018 präsentierten, welches eine ähnliche Faszination wie die DISCIPLINE-Alben in sich trug.

KARCIUS müssten jedenfalls ein hell leuchtender Stern am finsteren Prog-Himmel sein, doch irgendwie dümpelt diese bewegende Musik noch immer im Untergrund rum. Unfassbar!

Nun aber besteht eine weitere Möglichkeit, auf KARCIUS massiv aufmerksam zu werden, denn diese Blu-Ray offenbart uns gleich zweierlei faszinierende Aufnahmen.
Einerseits der absolut professionelle Konzertmitschnitt vom 1. August 2018 vom Crescendo Festival im französischen Saint-Palais-Sur-Mer und andererseits den digitalen 5.1 und Stereo-Mix ihres „The Fold“-Albums. So kann man das ohnehin schon großartige Album in einer ganz neuen Hörvariante erleben. Und keine Angst, nicht nur ein Mr. Wilson beherrscht 5.1-Mixe wie nunmehr Simon L‘Espérance und Thomas Brodeur, die sich für die Mixe verantwortlich zeichnen, beweisen.

Bei dem diesmal natürlich in Bild und Ton (digital 5.1 und Stereo) festgehaltenen Konzertmitschnitt kommt ebenfalls das komplette „The Fold“-Album zur Aufführung mit zusätzlichen Stücken aus ihren vorherigen Alben – als da wären „Sol“, „Incident“ sowie „Purple King“ vom 2008er-Album „Episodes“ und „Water“, „Hypnotic“ sowie „Hardwired“ vom 2012er-Album „The First Day“. Der 5.1-Sound ist noch dazu umwerfend abgemischt und auf alle Lautsprecher richtig gut verteilt. Nicht etwa nach dem Motto: „Vorne die Musik – hinten der Beifall“, wie man es immer wieder bei 5.1-Konzertabmischungen erlebt und sich jedes Mal fragt, was das soll. Spätestens seit PINK FLOYD weiß man doch, dass quadrophonischer Klang mehr als so eine billige Aufteilung von Band- und Publikum-Sounds ist. Und da KARCIUS ganz offensichtlich nicht nur aus musikalischer, sondern auch klangtechnischer Sicht sich an PINK FLOYD oder PORCUPINE TREE orientieren, ist es in diesem Falle klar, dass das Konzerterlebnis auch zu einem echten Klangspektakel vor der heimischen Dolby-Digital-Anlage wird. Wer darüber nicht verfügt, der wähle einfach den Stereo-Sound und bekommt auch in dieser Beziehung einen großartigen Stereo-Klang geboten.

Bei dem gut anderthalbstündigen Konzert überzeugt nicht nur die Instrumental-Fraktion, die ja spätestens seit ihren ersten drei Alben, die noch progressive Jazz-Rock-Instrumental-Scheiben waren, begeisterten, sondern auch ihr Bassist als Leadsänger und der Keyboarder, der die zweite, deutlich höhere Kopf-Stimme singt. Eine perfekte Abmischung macht‘s möglich, sodass man sich jegliches Gemecker am Gesang, den man ja noch viel zu oft im Prog als unangenehme, nur mittelmäßige Beigabe erleben muss, sparen kann.

Eigentlich passt bei diesem Konzert alles – außer dass KARCIUS beim Crescendo-Festival, das zu diesem Zeitpunkt sein 20-jähriges Jubiläum feiert, ihren Auftritt noch bei Tageslicht beginnen müssen. Beim ersten Stück aus ihrem „Episodes“-Album, das jazz-rockige Instrumental „Incident“ – nachdem bereits die drei ersten Songs aus „The Fold“ zur Aufführung kamen – ist es dann aber endlich dunkel. Die Nacht und die Dunkelheit passen einfach viel besser als Tageszeit zu der Musik des Prog-Quartetts aus Montreal.

Egal ob live oder auf ihren Studio-Alben lebt die Musik von KARCIUS aus der Fusion von Progressive-, Art-, Stoner-, Psyche- und Hard-Rock in Kombination mit symphonischen Metal und Jazz. Und genauso interessant diese Kombination klingt, wird sie auch von den Kanadiern beeindruckend und beim Konzert in Frankreich fast in gänzlicher Perfektion verwirklicht. Sogar akustische und symphonische Momente betreiben ein spannendes Laut-Leise-Wechselspiel, das besonders faszinierend im fast zehnminutigen, diesmal mit einigen MARILLION-Momenten versehenen „Goodbye“ als Konzerthöhepunkt zum Ausdruck kommt. Noch dazu wird die bedrückende Textdramaturgie hervorragend in Live-Klänge umgesetzt.

KARCIUS sind selbst als Live-Band eine echte Entdeckung!

FAZIT: Nicht nur auf ihren Studio-Alben verstehen KARCIUS zu begeistern – auch live! Mit „Live In France“ erwartet einen ein Konzert von KARCIUS vom 18. August 2018 beim Crescendo Festival der Extraklasse! Hervorragende Musik trifft auf ausgezeichneten Sound (Digital 5.1 und Stereo) und kristallklares Bild. Und als wäre das nicht schon genug, gibt‘s zusätzlich auf der Blu-Ray noch den gelungenen 5.1-Dolby-Mix ihres letzten Albums „The Fold“ gleich mit dazu.

PS zu "Live In France" als Doppel-CD!
Am 15. November 2019 erschien nunmehr sogar das Konzert auf einer Doppel-CD, welche natürlich genau die gleiche hervorragende Güteklasse wie das hier besprochene Album samt BluRay besitzt.
Doch es gibt auch eine Besonderheit auf der Audio-Variante, denn hier wurden zwei zusätzliche Bonustracks hinzugefügt, die ebenfalls sehr lohnenswert sind, nämlich der Extra-Studio-Titel "The Space Between" und eine akustische Version von "Water". Gut zehn Minuten machen die beiden Boni aus. Die beiden CD's stecken in einem aufklappbaren Digipak, enthalten aber keinerlei Booklet oder andere Beigaben!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 3051x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Live In France (93:24):
  • Absence Of Light
  • Something
  • Hardwired
  • Incident
  • Water
  • Hypnotic
  • Sol
  • Goodbye
  • Burning My Dreams
  • The Fold
  • Purple King
  • The Fold – Studio Album 5.1 Mix (45:42):
  • Absence Of Light
  • Something
  • Hardwired
  • Goodbye
  • Burning My Dreams
  • The Fold
  • Boni der Doppel-CD (10:35)
  • The Space Between (Studio Track)
  • Water (Acoustic Version)

Besetzung:

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