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Long Earth: Towards The Sky (Review)
| Artist: | Long Earth |
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| Album: | Towards The Sky |
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| Medium: | CD/Download | |
| Stil: | Progressive Rock |
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| Label: | Longearth Music/Just For Kicks | |
| Spieldauer: | 66:38 | |
| Erschienen: | 07.08.2026 | |
| Website: | [Link] |
„Im übertragenen Sinne bezieht sich 'Towards The Sky' auch auf uns Menschen, die wir unsere Grenzen – kulturelle, technologische, natürliche und politische – überwinden.“ (LONG EARTH im 12-seitigen Booklet zu ihrem aktuellen Album)
Die schottische Prog-Band LONG EARTH bricht mit „Towards The Sky“ ins All auf und vertieft ihren melodischen, sehr atmosphärischen Progressive Rock thematisch mit neun – sich zwischen 5 und 12 Minuten bewegenden – Songs zu Astronomie und Weltraumforschung.
Progressiv beliebte Themen, die sie, gerade auch durch ihre neue Sängerin aus Holland, sehr neo-progressiv und gefühlvoll umsetzen. Gerade der Gesang – bisher nur männlich – war bei LONG EARTH schon immer vakant.
Diese stimmliche Neubesetzung bei LONG EARTH, die aus dem ABEL GANZ-Umfeld entstammen, ist ein gewagter Schritt. Denn er hat zur Folge, dass die Band deutlich eingängiger und entspannter klingt. Mitunter dürfen Harmonien und Melodien genossen werden, die tatsächlich rundum radiotauglich sind. Oder eine so gefühlvolle Ballade wie „Breathless“, die ganz auf den angenehm hohen weiblichen Gesang setzt, der kaum Ecken und Kanten aufweist.
„Colours“ wird kurz darauf zu einem recht schmachtvollen Liebeslied mit progrockigem Hauch, während „Wanderlust“ auf die Herkunft der Sängerin anspielt und den Hörer von den Niederlanden nach Schottland entführt. Angenehme Songs, denen eben das gewisse Etwas fehlt, das durch sich überraschend verändernde Strukturen zum intensiveren Hinhören einlädt.
Im Laufe der 66 Album-Minuten erscheint ein weiteres Probleme hinter „Towards The Sky“. Mehr stimmliche Abwechslung, die mehr tiefere Töne zu bieten hat, wäre besser gewesen, da sich auch unter Berücksichtigung des Konzepts, hier mehr Abwechslung angeboten hätte. Ähnlich ergeht es einem auch bei „Seahorses“, ein Lied für Menschen, die anders sind, zur Ermutigung, unabhängig von den Erwartungen der Gesellschaft sich selber treu zu bleiben. Textlich passt das, musikalisch mit den eingängigen GENESIS-affinen Melodien der „Duke“-Ära, jedenfalls fehlt der Mut zum 'Anderssein'.
Vielleicht hätten LONG EARTH verstärkt auf instrumentale Passagen setzen sollen, statt den Gesang vordergründig in den Mittelpunkt zu rücken. So stark auch die Texte formuliert wurden, die allesamt im 12-seitigen Booklet, welches in dem Klapp-Digipak steckt, nachzulesen sind.
Auf Dauer fehlen auf „Towards The Sky“ tatsächlich ein paar männliche Stimmen, gerade wenn es im epischsten wie besten sowie finalen Song (mit knapp 12 Minuten der längste) um den mutigen italienischen Astrologen Galileo Galilei geht, den die katholische Kirche seinem ihrer Religion widersprechenden wissenschaftlichen Erkenntnissen wegen verdammte. Ein wirklich echt starker (ein wenig an MOSTLY AUTUMN erinnernder) Longtrack, von dem man sich ein paar mehr dieser Art auf dem astronomischen LONG EARTH-Album gewünscht hätte: „My spyglass aimed Towards The Sky / I pull you closer than anyone before / What I see I don't deny“ („Mein Fernrohr auf den Himmel gerichtet / Er ist mir näher als jemals zuvor / Und was ich sehe, werde ich nicht leugnen“).
Sogar der Albumtitel bezieht sich auf diesen Song. Ein gute und so gesehen himmlische Entscheidung.
FAZIT: Die schottischen Neo-Progger LONG EARTH sind dafür bekannt, ihren melodischen, eingängigen Progressive Rock recht harmonisch zu gestalten, aber auch dafür, dass sie beständig in ihrer Band den einen oder anderen Mitstreiter auswechseln. Auf „Towards The Sky“ ist der Wechsel am auffälligsten, denn erstmals steht eine Sängerin aus Holland hinter dem Mikro und verleiht dem bisher maskulinem Gesang eine komplett neue feminine Note, obwohl diese auf Dauer etwas zu eintönig ausfällt, gerade weil bei der Album-Thematik rund um die Astronomie mit sehr viel Gesang aufgewartet wird. Ein paar männliche Stimmen hätten den bisher neo-progressiv eingängigsten LONG EARTH – die übrigens aus dem ABEL GANZ-Umfeld abstammen (und mitunter recht ähnlich klingen) – zusätzlich gut getan. Wer weiß, was einen als nächstes bei dieser schottischen Band mit holländischer Sängerin erwartet. Das steht wohl wiedermal in den Sternen, womit sich der Kreis zu „Towards The Sky“ schließt und zugleich den Bogen zum nächsten Album schlägt.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seahorses
- Breathless
- Artificial Child
- Wanderlust
- Colours
- Monochrome
- First Casualty
- Moon and Mars
- The Astronomer
- Bass - David McLachlan
- Gesang - Maaike Siegerist
- Gitarre - Renaldo McKim
- Keys - Mike Baxter
- Schlagzeug - Kenny McCabe
- Sonstige - Kenny McCabe, Renaldo McKim, Maaike Siegerist (Harmoniegesang)
- The Source (2017) - 11/15 Punkten
- Once Around The Sun (2020) - 11/15 Punkten
- An Ordinary Life (2024) - 12/15 Punkten
- Towards The Sky (2026) - 10/15 Punkten
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