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Sendecki & Spiegel: simple game (Review)

Artist:

Sendecki & Spiegel

Sendecki & Spiegel: simple game
Album:

simple game

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Piano-Schlagzeug-Jazz

Label: Skip Records/Edel/Kontor New Media
Spieldauer: 45:48
Erschienen: 28.08.2026
Website: [Link]

Das Spiel ist einfach. Verdammt einfach: ein Klavier und ein Schlagzeug! Beide treten nicht gegen-, sondern miteinander an. Besonders wichtig aber sind diejenigen, die hinter diesen Schwarz-Weiß-Tasten- und fellbespannten Instrumenten Platz nehmen. Zwei absolute Profis: der Eine gilt als einer der besten europäischen Jazzpianisten seiner Generation, stammt aus Polen und musizierte mit solch legendären Größen wie Michal Urbaniak, Leszek Zadlo, Urszula Dudziak oder Tomasz Stanko und später dann Klaus Doldinger oder Billy Cobham – sein Name: VLADYSLAV SENDECKI; der Andere Schlagzeuger des TINGVALL TRIOs und für sein herrlich komplexes (Jazz-)Drumming bekannt – seine Name: JÜRGEN SPIEGEL.

Schon ihr Corona-Konzert zu Zeiten, als man in Deutschland zuerst eines Virus wegen die Kultur beerdigte, sorgte anno 2020 – kurz nachdem ihr 2019er-Debüt-Album „Two In The Mirror“ erschienen war, für völlig gerechtfertigtes Aufsehen, selbst wenn sie damit den Untergang der „kleinen Künstler“ nicht zu bremsen vermochten. Kein Wunder, denn der Jazz spielt sich in Deutschland leider (Im Gegensatz zu längst vergangenen Zeiten – man denke nur an KLAUS DOLDINGER'S PASSPORT!) nur noch in relativ kleinen Nischen ab.


SENDECKI & SPIEGEL kombinieren ihre ganzen jazzbeschwingten Fähigkeiten nicht das erste Mal, wobei sie allerdings schon zuvor neben eigenen Kompositionen auch auf sehr eigenständige Cover-Versionen setzten.
Bei ihrem 2022er-Album „Solace“ war das PETER GABRIELs „Don't Give Up“, nun also kommen LENNON & McCARTNEY, bzw. die BEATLES, mit „Come Together“ dran. Passt doch bestens, wenn ein Jazz-Duo ein Stück vom Beat(les)-Duo schlechthin covert, und dazu noch den druckvollen „Wir kommen zusammen“-Song wählt, um aus ihm ein hitgeladenes Jazz-Instrumental entstehen zu lassen.


Und so gemütlich, wie es sich die beiden Jazz-Musiker auf gepolsterten Sesseln im Grünen auf dem Plattencover machen, klingt „simple game“ absolut nicht. Hier gibt’s pures musikalisches Feuer(werk) um die Ohren – also: mehr Waldbrand als immergrüne Naturschönheit...

„round and round“, eine von insgesamt vier Sendecki-Kompositionen – nimmt gehörig Tempo auf und wird anscheinend Runde um Runde schneller, um dann zum traurig-verträumt-melancholischen Finale mit dem QUINCY JONES-Cover „everything must change“ überzugehen und damit insgesamt die ganze Vielfalt und musikalische Breite von „simple game“ zu umreißen.


Und dass es höchste Zeit für Veränderung ist, sollte wohl auch dem Letzten in einem Land, in welchem die Nase des Pattexhintern-Schönrede-Kanzlers schon längst eine unüberschaubare Lügen-Länge angenommen hat, klar geworden sein. Außer natürlich, man verlässt sich auf die öffentlichen Propaganda-Maschinerien, die einem selbst einen Dackelfurz als große Errungenschaft verkaufen – und jeden, der auf den Gestank hinweist, als bösen Antidemokraten mit nationalsozialistischem Hang verunglimpft. Ja, dem sei natürlich ganz besonders der Album-Opener „panoptikum“ empfohlen. Ein idealer Einstieg in dieses „simple game“, das offene Ohren und einen wachen Verstand erfordert, nicht aber naive Gleichgültigkeit, die sich ausschließlich an Radio-Konserven ergötzt.


FAZIT: SENDECKI & SPIEGEL gelingt es, an Klavier und Schlaginstrumenten eine gefühlvolle Intensität – bestimmt durch eingängige Harmonien – zu entfalten, die neben dem großartigen Sound auch kompositorisch jeden mitnimmt, der emotionale, aber keineswegs langweilige oder zu experimentelle, Instrumentalmusik erwartet, selbst wenn ihm der Jazz nicht unbedingt am Herzen liegt, er dafür aber gerne mal seine Klassik-Platten (und dabei sogar einen Richard Claydermann) aus dem Plattenschrank holt. „simple game“ ist einfach und trotzdem großartig – Jazz mit klassischen Ideen vereint, die sich auf der Höhe der musikalischen Zeit befinden und wobei Klavier und Schlagzeug vollkommen ausreichen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 47x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (24:06):
  • panoptikum (4:29)
  • return to me (5:14)
  • come together (4:20)
  • slow walk (6:23)
  • swedish rain (3:40)
  • Seite B (21:42):
  • simple game (6:09)
  • friendly garden (5:56)
  • round and round (4:18)
  • everything must change (5:19)

Besetzung:

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