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Myrath: Desert Call (Review)

Artist:

Myrath

Myrath: Desert Call
Album:

Desert Call

Medium: CD
Stil:

Orientalischer Progressive/Power Metal

Label: Nightmare Records
Spieldauer: 72:45
Erschienen: 26.01.2010
Website: [Link]

Headbanging mit Bauchtanz. Bellybanging sozusagen. Für obenrum habe ich auf jeden Fall die entsprechenden Fusseln, und untenrum ist genug Fettmasse, die schön zu den heißen Rhythmen schwabbelt. Also, Pommesgabeln ausgestreckt, die Haarmühle angeworfen und die Hüfte sexy kreisen gelassen und zwischendurch mit dem Taschenrechner die Rhythmen ausrechnen. Den Soundtrack zu diesem absurd anmutenden Unterfangen liefern die Tunesier MYRATH, die mit „Desert Call“ ihr zweites Songsammelsurium präsentieren und im Vergleich zum ohnehin feinen 2006er Debüt „Hope“ eine beachtliche Entwicklung vollzogen haben.

Orientalische Musik und Metal? Da denken wohl die meisten recht schnell an NILE, MELECHESH, RUDRA oder ORPHANED LAND, doch MYRATH haben bestenfalls mit letzterer Band dezente Gemeinsamkeiten. Das Fivepiece ist zum einen deutlich prog- und powermetallischer unterwegs, andererseits kommen die eingewobenen orientalischen Elemente bei Zaher Zorgati und seinen Mitmusikern um einiges weniger pathetisch rüber – und das trotz sehr viel Bombast in der Produktion. Häufig muss man bei den Kompositionen an weniger klassisch orientierte SYMPHONY X denken, ebenso schwirrt so etwas wie „PSYCHOTIC WALTZ mit mehr Straightness und durch den Power Metal-Fleischwolf gedreht“ durch die meinen Gehirnwindungen. Hier und dort merkt man natürlich auch ganz klar, dass den fünfen Bands wie SAVATAGE, ICED EARTH oder SIEGES EVEN nicht all zu fremd sind.

Desert Call“ ist in Sachen Songwriting ein beeindruckend vielschichtiges, ideenreiches Stück Musik geworden, bei dem man sich nach fast dreiundsiebzig Minuten wundert, dass es das schon gewesen sein soll. Sämtliche Musiker ziehen auf ihren Instrumenten mächtig was vom Leder, doch niemals artet die Virtuosität in masturbatorische und narzisstische Exkurse aus. Vielmehr fokussieren die Nordafrikaner den Song an sich. Weitere dicke Pluspunkte sind die glockenklaren, kraftvollen, abwechslungsreichen Vocals Zorgatis sowie die glaubwürdigen, echten und zahlreichen, bestens mit dem Metalanteil harmonierenden orientalischen Einflüsse, die sich mitnichten auf das sechssaitige, elektronischgitarrige Auf-und-ab-dudeln der phrygischen Tonleiter beschränken. Auch wenn offensichtlich viele dieser Elemente eher Keyboard und Co. entspringen – Percussion, Al-Oud, Gimbri, Qanun, Rebec, Nay, Minjayrah und wie sie alle heißen - klingt die Chose echt und glaubwürdig.

FAZIT: Zusammen mit den eingangs genannten Vertretern, welche Musik des nahen und mittleren Ostens mit harten Gitarren, polternden Drums und surrenden Bässen verquicken, gehören auch MYRATH zu jenen, die ganz oben mitspielen. Ernsthafte Kritik zu üben wäre ein Frevel. Folglich bleibt nur zu hoffen, dass die Musikfans da draußen empfänglich genug sind, die Arbeit dieses Quintetts mit Aufmerksamkeit zu würdigen. Verdient hätten's die Herrschaften vom Mittelmeer allemal.

Chris Popp (Info) (Review 5638x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Forever And A Day
  • Tempests Of Sorrows
  • Desert Call
  • Madness
  • Silent Cries
  • Memories
  • Ironic Destiny
  • No Turning Back
  • Empty World
  • Shockwave
  • Hard Times (Bonus Track)

Besetzung:

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