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Kyles Tolone: Of Lovers & Ghosts (Review)

Artist:

Kyles Tolone

Kyles Tolone: Of Lovers & Ghosts
Album:

Of Lovers & Ghosts

Medium: CD
Stil:

Indie- und Alternative-Rock

Label: Timezone
Spieldauer: 43:50
Erschienen: 21.04.2017
Website: [Link]

KYLES TOLONE sind eine junge Band aus Göttingen, die sich nach zwei EP‘s nun mit ihrem Debüt „Of Lovers & Ghosts“ präsentieren. Das klingt vom Titel her irgendwie schon nach viel Erfahrung und sehr erwachsen – die Musik selber vermittelt zum Glück aber nicht diesen Eindruck. Sie klingt vielmehr nach dem spannenden, geheimnisvollen Namen der Band und nach ganz viel Indie-, Alternative und ein paar schönen Americana-Momenten. Selbst der eine oder andere Stadion-Rock-Hymnus wird manchmal angestimmt. Muss das wirklich sein?
Viel besser ist es, wenn das Album rockt und zugleich viel Sinn für Melancholie beweist.
Musik, die was zu sagen hat und für KYLES TOLONE und dessen Geheimnis steht, das hier gerne gelüftet werden kann, denn es hat sehr viel mit dem singenden Gitarristen der Band und dessen einjähriger Reise als 19jähriger durch Australien zu tun – Kyle führte damals den deutschen, musikalischen Jungspund in das Nachtleben von Sydney ein: „Ein ganz schön zerzauster, von Drogen zerschossener Chaot. Aber einer mit gutem Herzen. Kyle kannte jeden und keinen, war mittendrin im Geschehen und zugleich eine einsame Gestalt – Kyle is together alone!“ Mit diesem Hintergrund entstand der Band-Name als eine Kurzform: KYLES TOLONE.

Ein klug gewählter Name. Denn auch „Of Lovers & Ghosts“ hat mal etwas Chaotisches, ist aber zugleich auch mittendrin im Indie-Alternative-Mainstream, dann wieder ein unberechenbarer Musik-Tripp und vieles darauf kann auch richtig traurig klingen. Eigentlich sind gerade das die besten Momente des Albums, weil in ihnen die beeindruckende Stimme von Eric A. Pulverich am besten zur Geltung kommt. „Kryptonite“ und „Black Hole“, das sich ruhig ankündigt und fast postrockend an Fahrt aufnimmt, sind dafür die besten Beispiele, während mit „World Outside“ das Album gleich zu Anfang flott durchstartet, so als wäre es auf der Suche nach dem ultimativen Rock-Hit. Die Hookline jedenfalls hat es in sich und sogar die Gitarre bekommt ihr Solo.

Drei der vier Musiker geben bei ihren musikalischen Einflüssen die KINGS OF LEON an, aber auch BIFFY CLYRO, DREDG, MUSE oder COLDPLAY werden mehrmals genannt. Und genau in dieser Schnittmenge richten sich KYLES TOLONE ein, indem sie ihren eigenen Musikstuhl namens Of Lovers & Ghosts direkt dazwischen stellen und völlig frei von der Leber weg ihr per Crowdfunding finanziertes Album mit 12 mal mehr, mal (leider auch) etwas weniger beachtlichen Songs präsentieren, wobei sie mit „Hopeless One“ zusätzlich beweisen, dass KYLES TOLONE auch mal gehörig den Blues haben kann.

„Wir schreiben Songs über das Seelenleben der 20- bis 30jährigen, über den Teil unserer Generation, der sich viel Gedanken über sein Dasein macht.“ Ja, da setzt sich eine Band doch tatsächlich selber komplett überflüssige Schranken, denn ähnliche Probleme haben auch ältere oder gar jüngere Generationen, möchte da der 53jährige Kritiker ohne erhobenen Zeigefinger feststellen. Vielleicht trifft darum auch nicht jeder Song des Albums dessen Nerv und verpufft in Austauschbarkeit. In diesem Falle sind KYLES TOLONE aus musikalischer Sicht tatsächlich etwas „Colourblind“: „If we down or high / We‘re colurblind, we‘re colourblind / I stay for better or worse“!

Am Ende allerdings bringt die Wirkung von „Of Lovers & Ghosts“ am besten Gitarrist und Synthie-Experte DANIEL MAU auf den Punkt: „Sicher sind wir keine unschlagbaren Virtuosen, aber ich denke durchaus, dass wir sehr gut wissen, wie man Songs schreibt.“
Schlussendlich jedenfalls ist als FAZIT sicher, dass unter dieser Voraussetzung KYLES TOLONE mit „Of Lovers & Ghosts“ ein gutes Indie-Debüt-Album gelungen ist, das auf eine Fortsetzung gespannt macht.

Thoralf Koß (Info) (Review 977x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • World Ourside
  • Black Hole
  • Aftermath
  • Kryptonite
  • Revive
  • Seasons
  • She Got Away
  • Losing Time
  • Grace
  • Hopeless One
  • Colourblind
  • Ghost
  • A Wonderful Place

Besetzung:

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